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Teilweise 575 Euro mehr
Kita-Gebühren in Adelsdorf steigen: Eltern sind empört
Kita „Villa Sonnenschein“  in Adelsdorf
In den Kitas in Adelsdorf, wie hier in der „Villa Sonnenschein“ sollen die Gebühren ab September enorm steigen. // Gemeinde Adelsdorf
Adelsdorf – Kostenschock für Adelsdorfer Eltern: Die Kita-Gebühren sollen ab September drastisch steigen. Der Gemeinderat will nun nach Lösungen suchen.

Die Empörung scheint groß zu sein bei vielen Adelsdorfer Eltern. So machen einige Facebook-Nutzer ihrem Unmut unter einem Beitrag Luft, in dem eine Adelsdorfer Mutter vorrechnet, dass ihre Familie durch die Erhöhung der Kita-Gebühren ab September 575 Euro mehr bezahlen muss. „Eine familienfreundliche Kommunalpolitik trägt ein Haushaltsdefizit nicht auf dem Rücken der Eltern und damit auch der Kinder aus“, schreibt die Nutzerin. 

Adelsdorfs Bürgermeister Karsten Fischkal versteht die Kritik. Am Montagabend will er die Eltern in einer Informationsveranstaltung in der Aischgrundhalle erst einmal beruhigen. „Es ist eine massive Erhöhung“, gibt er zu. „Wir werden uns mit dem Thema im Gemeinderat nochmal beschäftigen.“

Kitas Adelsdorf: Eltern empört über Gebührenerhöhung

Die Gebühren würden erst im September erhöht, betont er, es sei also noch Zeit, um eine Lösung zu finden. Neben den Beratungen im Gemeinderat werde auch der Ausgang der Bundestagswahl vielleicht eine Rolle spielen, ebenso die nächsten Streikrunden. „Wir sind nicht blauäugig, wenn wir so einen Haushalt aufstellen“, so Fischkal. Man informiere sich vorher über anstehende Streiks und rechne die oft damit einhergehenden steigenden Personalkosten mit ein. 

„Wir haben ein großes Konsolidierungsprogramm gefahren. Dabei haben wir in vielen Bereichen massiv gestrichen, von denen die Bürger nicht direkt betroffen sind. Wir haben zum Beispiel versucht, nicht an der Vereinsförderung schrauben zu müssen“, erklärt Fischkal. Dass die Gemeinde Gebühren erhöhen muss, liege zum Teil aber auch an einer Vorgabe der Kommunalaufsicht. „Uns wird dann gesagt: Passt die Gebühren an“, kritisiert Fischkal. Die Sorgen der Eltern nehme er ebenso wie der Gemeinderat jedoch sehr ernst.

Staat soll sich mehr an Kinderbetreuung beteiligen

Kritik äußert Fischkal aber in eine andere Richtung. „Es wird in der Politik nach der Bundestagswahl ein Umdenken geben müssen, es muss wieder mehr Richtung Familie gehen“, ist er überzeugt. Generell müsse der Freistaat sich mehr an den Kosten der Kinderbetreuung beteiligen. „Der Staat will ja, dass die Kinder einerseits eine ordentliche Betreuung bekommen und andererseits, dass die Leute arbeiten gehen. Wir haben überall Fachkräftemangel“, so Fischkal. „Dann muss der Staat die Finanzierung aber auch mittragen. Wir sehen da ein großes Defizit.“

Gemeinderat Adelsdorf soll noch einmal beraten

Aus diesem Grund will Fischkal bei der Informationsveranstaltung auch eine Petition auslegen, die die drei Bürgermeister, alle Fraktionen sowie die Leitungen der Kitas unterzeichnen. „Und wir hoffen auf möglichst viele Unterschriften von Eltern“, sagt der Bürgermeister. „Die Petition geht an den Landtag und an die Minister. Sie soll einfach ein Zeichen setzen.“

Eins müsse aber klar sein, so der Bürgermeister. „Es wird eine Erhöhung geben müssen, da werden wir nicht drum herumkommen.“ Es gehe vor allem darum, nun eine gemeinsame Lösung zu finden und die Erhöhung bestmöglich abzufedern. Bis Ende April sollen die betroffenen Eltern dann belastbare Informationen erhalten. 

 

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