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Rückblick auf das Kulturjahr
Herzogenaurach fehlt das Geld: Abstriche bei Kultur in 2024
Bislang eine fester Termin für Kulturbegeisterte in Herzogenaurach: Konzerte des Philharmonischen Chors, hier während eines Auftritts in der Stadtpfarrkirche St. Magdalena im Oktober 2022. Unter anderem für ihn wird die Stadt dieses Jahr keine Geld mehr ausgeben.
Bislang ein fester Termin für Kulturbegeisterte in Herzogenaurach: Konzerte des Philharmonischen Chors, hier während eines Auftritts in der Stadtpfarrkirche St. Magdalena im Oktober 2022. Unter anderem für ihn wird die Stadt dieses Jahr kein Geld mehr ausgeben. // Stadt Herzogenaurach, Archiv
Signet des Fränkischen Tags von Richard Sänger
Herzogenaurach – Herzogenaurach spart an Kunst und Kultur. Musiker und Künstler mussten bereits vergangenes Jahr mit den Folgen leben. Und auch für das aktuelle Kulturjahr 2025 gibt es schon eine Prognose.

Was das Kulturjahr 2024 in Herzogenaurach zu bieten hatte, das erklärte Kulturamtsleiterin Marina Pilhofer den Mitgliedern und Besuchern der jüngsten Sitzung des Kultur-, Bildungs- und Sozialausschusses im Rathauses. Das Kulturjahr begann am 27. Januar mit dem Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus. Das Ensemble „Noisten“ zeigte in seinem Programm „Klezmer Pastorale“ in der evangelischen Kirche, wie völkerverbindend Musik sein kann. 176 Gäste besuchten das Konzert. Am Faschingsdienstag fand das Faschingstreiben auf dem Marktplatz mit der Band „Nachtschicht“ statt.

Hunderte Menschen beendeten die Narrenzeit standesgemäß, unterstützt von Garden des Karnevalsclubs Herzogenaurach. Die Zusammenarbeit mit dem Theaterbus des Theater Erlangen setzte man fort. Der Bus war zu Gast auf der Herzo Base mit insgesamt vier Vorstellungen – alle ausverkauft. Für heuer sind keine Vorstellungen geplant, die neue Intendanz des Theater Erlangen setzte andere Schwerpunkte. Am 14. April führte Kulturpreisträger Volkmar Studtrucker im Saal eigene Kompositionen unter dem Titel „Miniaturen für Klavier Solo“ auf,. 63 Besucherlauschten den Uraufführungen.

Kulturjahr 2024: Altstadtfest in Herzogenaurach

Im Juni feierte man das 47. Altstadtfest. Trotz bescheidenem Wetters präsentierten sich Herzogenauracher Vereine. Erstmals seit dem Rathausumbau konnte der Schlosshof wieder für Bühnenprogramm und Gastronomie genutzt werden. Sponsoren senkten die Kosten verglichen mit dem Vorjahr. Die Stadt gab 2024 34.279 Euro aus.

2023 waren es 44.207 Euro. Vergangenes Jahr nahm man 9628 Euro ein, 5500 Euro davon waren Sponsorengelder. 2023 beliefen sich die Einnahmen auf 4.087 Euro. Vom 13. bis zum 23. Juni 2024 fand das Open-Air-Kino in Zusammenarbeit mit dem Verein Mobiles Kino statt, erstmalig seit 2019 wieder im Schlosshof. Zuschauer sahen etwa die Filme „Oh la la – wer ahnt denn sowas“ und „Eine Million Minuten“.

Sommerkirchweih: Kosten für Gema und Toiletten

1.339 Gäste besuchten die zehn Filmabende. Die 71. Sommerkirchweih fiel mit der Fußball-Europameisterschaft zusammen. Der Höh’n-Garten von Mathias Höhn hatte sich im zweiten Jahr seines Bestehen ein Stammpublikum erarbeitet. Schausteller-Buden und Gastro-Angebote wurden zahlreich frequentiert. Die Stadt gab für das Fest 142.330 Euro aus, 2023 waren es 147.061.

Darin sind Kosten für Programm, Beschallung, Betreuung, Gema, Toilettenreinigung, zusätzliche Toiletten-Container und Marketing sowie Öffentlichkeitsarbeit enthalten. Nicht enthalten sind Aufwendungen für Gebäudeunterhalt, Personal, Versicherung und Steuern. Festwirte und Schausteller beteiligten sich an den Kosten. Sie bezahlten den sogenannten „Bierpfennig“. 99.908 Euro waren das 2024, 108.850 Euro im Jahr 2023.

Herzogenaurach: Fränkischer Theatersommer gastiert

Da die Stadt spart und keine Förderung mehr für Aufführungen des Fränkischen Theatersommers zahlt, gastierte die freie Theatergruppe am 2. August auf eigene Rechnung mit zwei Stücken im Schlosshof. Sie spielten das Familienstück „Pippo und Pelina“ sowie „Nathan der Weise“. Mehr als 200 Menschen besuchten die Aufführungen. Am 22. September feierte der Philharmonische Chor Herzogenaurach unter Leitung von Ronald Scheuer sein 30-jähriges Bestehen mit einem Konzert in der Stadtpfarrkirche St. Magdalena. Auf dem Programm stand Händels „Messias“, begleitet von der Vogtlandphilharmonie.

Als Solisten waren Karola Sophia Schmid (Sopran), Marie-Luise Dreßen (Mezzosopran), David Seay (Tenor) und Markus Simon (Bass) zu hören. 271 Gäste besuchten das Konzert. Wegen der vom Stadtrat beschlossenen Sparmaßnahmen unterstützt die Stadt den Chor nicht mehr finanziell. Deswegen war dies das letzte Konzert in Zusammenarbeit mit dem Philharmonischen Chor. Nach der Gründung einer Ortsgruppe des Unibundes der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg im Frühjahr 2024 fanden im Herbst im neu gestalteten Sitzungssaal des Rathauses erstmals die Herzogenauracher Universitätstage statt.

Universitätstage der FAU in Herzogenaurach

An vier Abenden ließen Wissenschaftler in die Forschung blicken – von Menschenrechten über Medizin bis hin zur Künstlichen Intelligenz. 500 Gäste hörten den Wissenschaftlern zu. Anstelle des Kulturfestivals „hin&herzo“ fand im Herbst unter neuem Namen das Festival „SchlossKultur“ mit drei Veranstaltungen im Rathauses statt. Kabarettistin Christine Eixenberger zeigte ihr Programm „Einbildungsfreiheit“, die gebürtige Herzogenauracherin Autorin Ursula März las aus ihrem neuen Buch „Verfehlungen und Verbrechen“ und ein Quintett aus Lehrern der Musikschule spielte Jazz. Gäste: 300.

Der Kulturförderpreis-Träger Lars Töpperwien gastierte am 16. November mit seinem Jazz-Septett in seiner Heimatstadt. In den Räumen der Musikinitiative Herzogenaurach spielte er mit sechs Profimusikern sein neues Album „Monolog der Einsamen“. Die Stadt sparte auch am „Kammerorchester Herzogenaurach“, das spielt nur noch ein Konzert pro Jahr. 2024 war „Streicherklang und Trompetenglanz“ dessen Motto, als Solistin war Regina Scherer geladen. Das „Festliche Konzert“ war der traditionelle Abschluss des Kulturjahrs.

Philharmonischer Chor: Kein Geld für die Sänger

Es wird ausschließlich von Mitwirkenden aus Herzogenauracher gestaltet. Marina Pilhofer blickte auch voraus: „Angesichts der angespannten Haushaltslage und den noch laufenden Haushaltsberatungen lassen sich aktuell noch keine fixen Prognosen und Vorschauen für 2025 erstellen.“ Fest steht jedoch: Das Kulturfestival „hin&herzo“findet vom 18. bis zum 21. September unter dem Motto „Kontraste“ statt. Das Altstadtfest und die Sommerkirchweih sollten bestenfalls wie üblich stattfinden. Im Bereich „sonstige Kultur“ drohen heuer Einschnitte.

Das Kammerorchester Herzogenaurach wird, wie 2024, nur noch einmal pro Jahr seitens der Stadt finanziell unterstützt. Die Förderung für den Philharmonischen Chor wurde gestrichen. Für kleinere Konzerte und Ausstellungen ist kein Geld vorgesehen. Sie sollen 2026 wieder Schwerpunkt sein, wenn kein „hin&herzo“ stattfindet.

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