Der Ort ist vielleicht ein bisschen ungewöhnlich, doch die Freien Wähler wollen damit „ein bewusstes Zeichen“ setzen, wie Karsten Fischkal sagt. Während auf dem Verkehrsübungsplatz der Grundschule Lonnerstadt sonst eher Schüler unterwegs sind, die ihren Fahrradführerschein machen, versammeln sich hier an diesem Donnerstagabend die Kreisvereinigung und der Kreisverband der Freien Wähler Erlangen-Höchstadt.
Was Fischkal schon vor Wochen angekündigt hatte, ist nun offiziell: Die Nominierungsversammlung hat den noch amtierenden Adelsdorfer Bürgermeister als Landratskandidaten bestätigt.
Karsten Fischkal: Er soll Landrat in Erlangen-Höchstadt werden
Verkehrssicherheit, Bildung, Klimaschutz, Wirtschaft: Fischkal bringt in seiner Rede an diesem Abend eine ganze Liste an Themen mit, denen er sich als Landrat widmen will. Daneben will Fischkal sich aber auch mit Themen wie der ärztlichen Versorgung befassen – auch wenn diese eigentlich keine Aufgabe des Landrates seien. „Aber“, fragt Fischkal die rund 60 Anwesenden. „ist es für einen Landrat nicht viel wichtiger, auch mal Themen aufzugreifen, die formal keine Aufgabe des Landrats sind? Da kann man doch zeigen, was in einem steckt.“
Auch wenn die Kommunalwahl erst am 8. März 2026 stattfindet, die Freien Wähler hat Fischkal schonmal überzeugt. Einstimmig wählen seine Parteikollegen ihn an diesem Abend zum Kandidaten für das Amt des Landrates. Schon Anfang des Jahres hatte die Partei sich darauf geeinigt, Fischkal als Kandidaten vorzuschlagen – einen Gegenkandidaten gab es demnach nicht. Das Vertrauen, das die Freien Wähler in ihn stecken, will der 55-Jährige nicht enttäuschen: „Ein Landrat hat eine gewichtige Stimme, er wird gehört – und ich werde diese Stimme für euch nutzen!“
Dass er eine Chance hat, sich bei der Wahl gegen seine Konkurrenten durchzusetzen, davon ist Fischkal überzeugt. „Wenn ich denken würde, dass ich keine Chance hätte, dann brauche ich das nicht machen“, sagt er nach der Wahl gegenüber fraenkischertag.de. „Die Chancen sind da. Alexander Tritthart und ich haben ein sehr gutes Verhältnis zueinander. Er hat seine Themen, ich habe meine Themen. Ich kann auf meinen Ort schauen und die Entwicklung in den letzten 18 Jahren zeigen. Wieso soll sich ein Landkreis nicht entwickeln können, wie sich ein Ort entwickelt.“
Freie Wähler nominieren einstimmig ihren Kandidaten
„Nah dran am Menschen bleiben ist etwas, was dich sehr auszeichnet“, sagt stellvertretender Landrat Martin Oberle (FW), der an diesem Abend als Wahlvorsitzender fungiert, in seiner Ansprache. „Dass du keinen Problemen aus dem Weg gehst, dass du dich nicht wegduckst.“ Auch lokalpolitische Prominenz wie der Höchstadter Bürgermeister Gerald Brehm, seine beiden Stellvertreter Günter Schulz und Axel Rogner, der Röttenbacher Bürgermeister Ludwig Wahl, aber auch Kandidaten für die kommende Kommunalwahl wie Sven Berwein zählen zu den Gratulanten.
Ein bisschen emotional wird Fischkal trotz gut vorbereiteter Rede, als seine Kinder ihm gratulieren. „Man hört ja meistens von den Leuten, wenn es Kritik gibt. Wenn man dann aber mal hört, dass die Arbeit anerkannt wird, ist das schön. Und wenn dann noch deine Tochter vor dir steht, die drei Jahre alt war, als ich Bürgermeister geworden bin, ist das einfach etwas Emotionales, wenn man sieht, was sich in diesen 18 Jahren entwickelt hat“, so Fischkal.
Neben Fischkal stehen bereits der amtierende Landrat Alexander Tritthart (CSU), Claudia Belzer (SPD) und Manfred Bachmayer (Grüne) als Kandidaten für den Posten des Landrats fest. Tritthart wurde 2014 zum Landrat gewählt und bewirbt sich 2026 bereits um die dritte Amtsperiode.
















