Mit einem Fest haben in Indien die Einwohner von Peducha nahe Zubza die Fertigstellung ihrer Schul-Erweiterung gefeiert. Zustandegekommen war das Projekt durch Unterstützung aus Weisendorf. Wie der Zubza-Sprecher, Ernst Klimek aus Herzogenaurach berichtet, herrscht bei den Lehrkräften und den Kindern große Freude.
Die St. Francis Xavier School in Peducha wurde um drei Klassenzimmer, ein Büro für den Schulleiter sowie ein Lehrerzimmer und Toiletten erweitert. Durch die Verbesserung der Infrastruktur an der Grundschule erhalten die aus armen Verhältnissen kommenden Kinder aus Peducha und umliegenden Dörfern Zugang zu einer qualitativ hochwertigen Bildung.
Kampf gegen Armut
Dem wirtschaftlichen Erfolg Indiens stehen immense soziale Probleme gegenüber: Das Land kämpft nach wie vor gegen große Armut und soziale Ungleichheit in weiten Teilen der Bevölkerung, Analphabetismus, frühe Schulabbrüche, Kinderarbeit und Benachteiligung von Frauen und Randgruppen. Über sieben Jahre wurde in Franken für dieses Projekt gesammelt: Aufstellen von Spendendosen und zahlreiche Aktionen sowie Veranstaltungen machten es möglich. Der Erweiterungsbau konnte jetzt endlich bezogen werden.
Besonders bedanken sich die Zubzas bei den zahlreichen Spendern und Unterstützern aus der Region, die den Bau finanziert haben. „Es war nicht leicht für uns, 70.000 Euro für die Schulerweiterung aufzubringen“, sagt Klimek. Besonders hilfreich waren dabei einige größere Spenden, so beteiligte sich das Unternehmen Hubert Schug aus Eschenbach mit 20.000 Euro, Don-Bosco Bonn spendete 5000 Euro und das Erzbistum Bamberg in Person von Erzbischof Ludwig Schick steuerte 10.000 Euro bei. 5800 Euro betrug der Eigenanteil aus Peducha.
Weitere 17.000 Euro mussten dann aufgrund unerwarteter Kostensteigerungen nachträglich von den Zubzas aufgebracht werden. Nagaland liegt im äußersten Nordosten Indiens und ist einer der sieben Schwesternstaaten, die mit dem Rest des Landes nur durch einen schmalen Korridor verbunden sind. Begrenzt wird Nagaland im Osten durch die Staatsgrenze zu Myanmar.
Bürger zweiter Klasse
Im Norden grenzt es an den Bundesstaat Arunachal Pradesh, im Westen an Assam und im Süden an Manipur. Die Landesnatur ist durch Berg- und Hügelland geprägt. Das Klima ist stark durch den Monsun geprägt, der fünf Monate von Mai bis September andauert.
Nach der indischen Volkszählung (2012) hat Nagaland 2,2 Mio. Einwohner. Der Bundesstaat wird überwiegend von Naga besiedelt (87,5 Prozent), eine Gruppe von indigenen Völkern, denen besondere Rechte zukommen (scheduled tribes).
Sie sind bekannt für ihr reiches kulturelles Erbe, doch die Völker fühlen sich im eigenen Land häufig als Bürger zweiter Klasse. Statistiken zeigen, dass sie in allen sozialen Entwicklungsindikatoren deutlich schlechter abschneiden als die übrige Bevölkerung: Bildungsgrad, Gesundheitszustand oder gesundheitliche Versorgung sind schlechter.
Zu Fuß erreichbar
Armut, Arbeitslosigkeit und Alkoholismus sind häufiger. Die meisten Familien leben von der Landwirtschaft. Die Äcker werden überwiegend für den eigenen Bedarf bewirtschaftet. Die Erträge reichen gerade zum Überleben.
Die Industrie ist gering entwickelt. Es dominieren textilverarbeitende Betriebe und solche, die landwirtschaftliche Produkte verarbeiten. Eine Vielzahl von Dörfern ist nur zu Fuß erreichbar. Viele Bewohner leben in Bambus oder Blechhütten.
Die vorherrschende Religion ist das Christentum (88 Prozent). Nagaland ist damit der Bundesstaat mit dem höchsten christlichen Bevölkerungsanteil, unter der aus anderen Teilen Indiens zugewanderten Bevölkerung sind Hinduismus (8,7 Prozent) und Islam (2,5 Prozent) verbreitet. Das Dorf Peducha gehört zum Einzugsbereich der Salesianer-Pfarrei Sechu-Zubza (St. Maria Goretti Parish).
Schule mit Wohnheim
In der Gemeinde leben rund 5000 Menschen. Die Mehrheit der Bevölkerung gehört zum Volk der Angami (Unterguppe der Naga). Die Angami bearbeiten das hügelige Land in Terrassenform und bauen Reis und Gemüse an.
Nach ihrer Ankunft gründeten die Salesianer Don Boscos in Zubza eine Schule mit angeschlossenem Wohnheim, die inzwischen von mehr als 650 Kindern besucht wird. 2019/2020 erfolgte die Erweiterung der Schule zur Higher Secondary School (bis Klasse 12). Peducha befindet sich rund sechs Kilometer westlich von Zubza (Kohima District).
Im Jahr 2002 baten die Dorfbewohner um die Errichtung einer Grundschule. Aufgrund von mangelnden finanziellen Mitteln wurden zunächst einige provisorische Räume aus Bambus errichtet. 2014 wurden mit Unterstützung des Kindermissionswerks, dem Erzbistum Bamberg und dem Zubza-Projekt ein Steinbau mit fünf Klassenzimmern errichtet und von einer Delegation aus Herzogenaurach/Weisendorf feierlich eingeweiht.
Traurige Nachricht
Der Schulleiter Thegosevi, der Vorstand, das Personal, die Schülerinnen und Schüler und der Dorfrat sowie der Generalrat von Kiruphema (Landowner), die Jugend, die Studentenschaft, die Frauenorganisation und das ganze Dorf danken ihren deutschen Freunden für ihre enorme Hilfe.
In diesen Tagen wurde allerdings die Freude etwas getrübt. Die Zubzas erhielten die traurige Nachricht, dass der „Vater“ des Zubza-Projektes, Pater Joseph Nangachiveetil SDB, verstorben ist. „Er war mit dem Herzen im Nagaland tätig“, sagt Ernst Klimek.
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