Bei der Denkmalprämierung des Bezirks am heutigen Freitag in Triesdorf werden auch zwei Kirchen aus dem Landkreis Erlangen-Höchstadt mit Urkunden bedacht. Dies ist als Wertschätzung der gelungenen Sanierungen zu verstehen.
In einer Begründung werden die beiden Objekte beschrieben. Es handelt sich um die evangelisch-lutherische Pfarrkirche in Weisendorf und die katholische Filialkirche Jakobus d.Ä. in Marloffstein.
Kirche in Weisendorf
Der Pfarrkirche von Weisendorf, so schreibt Anke Schlecht für den Bezirk, hat jede Epoche unverkennbar ihren Stempel aufgedrückt. Das sorgte für einen fortwährenden Wandel des Erscheinungsbildes dieses gewachsenen Ensembles.
Die gotische Chorturmanlage mit romanischen Anfängen stammt aus dem 15. Jahrhundert, heißt es in der Beschreibung des Objekts. Der Turmchor teilt sich in zwei Joche. In einem ist ein Grabmal der früheren Grundherren, der Seckendorffs (um 1558), untergebracht. Daran schließt das saalartige Langhaus an, das im 18. Jahrhundert barockisiert, 1884 dann neogotisch umgestaltet wurde. Aus dieser Zeit stammt das der Bilderbibel von Julius Schnorr von Carolsfeld nachempfundene Deckenbild Christi Himmelfahrt. Im Zuge eines Umbaus in den 1950er Jahren wurde der Innenraum zeittypisch in schlichtere Formen gebracht. Weite Teile der Ausstattung – wie die Wandmalereien und die geschnitzte Ornamentik der Emporen – gingen dabei verloren.
Die Folgen des vermeintlich günstigen Preises dieser Umgestaltung und der Mangel an geeignetem Baumaterial offenbarten sich später als kostenintensiv. Im Dachstuhl gab es einige statische Schäden. Der Sockel- und Bodenbereich war durch nicht ausreichend abgeleitete Feuchtigkeit angegriffen. Vor allem aber gefährdete ein massiver Insektenbefall in den ergänzten Holzteilen nicht nur die Bausubstanz, sondern eine damit in Verbindung stehende Milbe hatte zusätzlich noch, wie sich nach langwieriger Ursachenforschung zeigte, zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen der Kirchenbesucher geführt. Es bestand also dringender Handlungsbedarf.
Neben der Schadensanalyse zählten die Entfeuchtung und die Schädlingsbekämpfung zu den zentralen Aufgaben. Das befallene Holz wurde mit hochwertigerer Eiche ersetzt. Die nur noch im geringen Umfang erhaltene Ausstattung hat man aufgearbeitet, Reste konserviert und dokumentiert. Eng in die Maßnahme eingebunden war die Kirchengemeinde, die durch Arbeit und originelle Spendenakquise (etwa durch ein Kirchenbier) erheblich zum Erfolg beigetragen hatte. Eine intensiv diskutierte Neugestaltung überführte den Kirchenraum ohne Substanzverluste in die Gegenwart.
Dies zeigt eine lebendige Auseinandersetzung mit dem Denkmal, dessen Baugeschichte nach der klärenden Renovierung deutlicher wird – und die nun um ein weiteres Kapitel aktualisiert ist, was diesen Bau auch für ein größeres Publikum interessant macht.
Kirche in Marloffstein
Gemeinsam mit Bettina Keller beschreibt Anke Schlecht die Kirche in Marloffstein. Anders als es der erste Eindruck zunächst nahelegt, wurde die katholische Filialkirche St. Jakobus d. Ä. mit ihrem gedrungenen Chorturm und ihrer schlichten Baugestalt erst 1812/13 gebaut. Das bescheidene Kirchlein im Ortskern wirkt, als wäre es im Mittelalter entstanden.
Doch es entstand als Ersatz für die 1809 profanierte Kapelle des Marloffsteiner Schlosses, wobei unter anderem auch Baumaterial aus dem Teilabbruch des Schlosses zweitverwertet wurde. Auch der Hochaltar von 1763, die flankierenden Seitenaltäre und die Kanzel stammen aus der ehemaligen Burgkapelle, ebenso wie die an der Emporenbrüstung aufgereihten Kreuzweggemälde, die Georg Karl Urlaub (1749–1811), Mitglied einer bekannten fränkischen Künstlerfamilie, um 1770 zugeschrieben werden.
Ein Tragwerkgutachten offenbarte 2018 im Dachstuhl dramatische Schäden an Substanz und Konstruktion. Der Dachstuhl konnte zuletzt nicht mehr betreten werden. Die gesamte Decke bog sich durch, was sich bereits durch Risse an ihrer Unterseite zeigte. Sämtliche bauphysikalischen Probleme sind gut gelöst worden.
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