0
Steigende Schülerzahlen
Platz wird knapp: Wohin mit Schülern für Mittelschule?
Die Ritter-von-Spix-Mittelschule in Höchstadt besuchen 700 Schüler. In wenigen Jahren könnte sie laut einem Gutachten 200 Schüler mehr bekommen.
Die Ritter-von-Spix-Mittelschule in Höchstadt besuchen 700 Schüler. In wenigen Jahren könnte sie laut einem Gutachten 200 Schüler mehr bekommen. // Andreas Dorsch
Höchstadt a. d. Aisch – In den kommenden Jahren werden so viele Schüler wie nie zuvor die Ritter-von-Spix-Mittelschule besuchen. Das besagt eine neue Erhebung. Warum die Schule so viele neue Schüler aufnehmen muss.

Wie entwickeln sich die Schülerzahlen an der Spix-Mittelschule in Höchstadt in den nächsten Jahren? Auf wie viele Schüler muss die geplante Erweiterung ausgelegt werden? Fragen, die den Stadtrat in seiner jüngsten Sitzung beschäftigten. Die Diskussionsgrundlage dazu lieferte Diplom-Statistiker Christian Rindsfüßer vom Institut SAGS in Augsburg.

Sein Institut berät Kommunen und Firmen auf dem Gebiet der Demografie − wie entwickeln sich Bevölkerungszahlen, Altersstrukturen und auch Schülerzahlen. SAGS hat kürzlich für den Kreis Erlangen-Höchstadt mit seinem Gutachten die Notwendigkeit für ein fünftes Gymnasium nachgewiesen. Im Höchstadter Stadtrat wurde die Mittelschule beleuchtet. Für die prognostiziert der Statistiker weiterhin enormes Wachstum, das im Jahr 2033 mit 891 Schülern seine Spitze erreichen dürfte.

Bauplätze in Höchstadt: Mehr Schüler für Mittelschule

Aktuell besuchen die Spix-Schule 700 Jugendliche, im Jahr 2007 waren es noch 300. Die Ursache für den rasanten Anstieg liegt darin, dass Mittelschulen in der Umgebung geschlossen wurden und ihre Schüler nach Höchstadt wechseln mussten. Noch gibt es eine kleine Mittelschule in Mühlhausen, deren Existenz langfristig aber nicht gesichert ist. Die Schule wird einzügig geführt, wobei in diesem Schuljahr bereits in einer Jahrgangsstufe die Zahl der Schüler für die Klassenbildung nicht mehr reichte. Ihr Schulort ist jetzt Höchstadt.

Elf Klassen sind in dem Provisorium „Haus der Vereine“ untergebracht, das einst als Interimsgebäude für die Realschule diente. Für einen Erweiterungsbau soll die in die Jahre gekommene Holzkonstruktion weichen.
Elf Klassen sind in dem Provisorium „Haus der Vereine“ untergebracht, das einst als Interimsgebäude für die Realschule diente. Für einen Erweiterungsbau soll die in die Jahre gekommene Holzkonstruktion weichen. // Andreas Dorsch

Für seine Berechnungen ging Rindsfüßer von einem Bevölkerungswachstum aus, das Höchstadt bei der jährlichen Ausweisung von 60 Bauplätzen nehmen würde. Eine Zahl, die Bürgermeister Gerald Brehm (JL) für realistisch hält. Im Rat wurden die 60 Bauvorhaben im Jahr auch angezweifelt. Christian Beßler (AfD) möchte lieber von 20 ausgehen. Die prognostizierten Mittelschüler-Zahlen hält Franz Rabl (CSU) generell für zu hoch und bedauert immer noch, dass Röttenbach und Adelsdorf ihre Mittelschulen aufgegeben haben.

Mittelschule: Schüler von Mühlhausen nach Höchstadt

Junge-Liste-Sprecher Michael Ulbrich, der bis vergangenes Jahr Rektor der Spix-Schule war, vergleicht die Vorhersagen mit einem Blick in die Glaskugel. Die Größenordnung der Mühlhausener Mittelschule ist aus seiner Sicht „schulisch sinnlos“. Die Eltern würden mit ihren Kindern an die größere Schule nach Höchstadt drängen, wo sie auch ein größeres Angebot haben. Ulbrich appellierte, die Erweiterung in Höchstadt so schnell wie möglich anzugehen, da die Spix-Schule schon lange aus allen Nähten platze.

Andreas Hänjes (SPD) freute sich, ein solches Institut und dessen wissenschaftliche Werte zu haben. Damit sehe die Stadt auch, was sie in den nächsten Jahren an Schulen, Kitas und Betreuungseinrichtungen braucht. Die Stadträte verständigten sich darauf, vom Augsburger Institut noch einige Modelle mit anderen Voraussetzungen rechnen zu lassen. Im März möchte Bürgermeister Brehm dann eine Entscheidung über die Größe des künftigen Erweiterungsbaus für die Spix-Mittelschule treffen.

Haus der Vereine: Unterricht für Schüler in Höchstadt

Genehmigen muss das Vorhaben dann ohnehin die Regierung. Für den ehemaligen Rektor und Stadtrat Michael Ulbrich ist die Erweiterung der schon seit vielen Jahren zu kleinen Schule in Höchstadt „alternativlos“. Allein elf Klassen werden im Haus der Vereine unterrichtet, einem vor Jahren erstellten Interimsbau für die damals im Aufbau befindliche Realschule. Der provisorische Holzbau hätte eigentlich schon längst wieder abgetragen sein sollen, ist aber im Augenblick noch unverzichtbar.

Inhalt teilen
  • kopiert!