Bereits seit Jahren herrscht in Bayern ein Lehrermangel. Ganz besonders schwer betroffen hiervon sind laut der aktuellen Bedarfsprognose des Bayerischen Kultusministeriums die Mittelschulen im Freistaat. Hier ist eine Deckung des Grundbedarfs aktuell nicht gegeben und bis 2027 soll sie sogar bis auf knapp 88 Prozent fallen. Im Bereich des Schulamtes Erlangen trotzt man dem Mangel erfolgreich – unter anderem dank zahlreichen externen Kräften.
Externe Lehrkräfte unabdingbar
„Bei uns ist die Versorgung an den Mittelschulen erstaunlich gut“, erklärt Frank Wessel, stellvertretender Leiter des Schulamtes Erlangen. Alle Wochenstunden seien besetzt und Schulen hätten sogar noch ein gewisses Plus für intensivere Förderungen übrig.
Und all das, obwohl es auch im Raum Erlangen-Höchstadt eigentlich zu wenige fest angestellte Lehrer gebe, um alle Stunden zu besetzen. Deren Zahl habe sich im Vergleich zum Vorjahr kaum geändert. Glücklicherweise sei es dem Schulamt Erlangen in der Zeit von Mai bis August jedoch erneut gelungen, ausreichend externe Kräfte zu akquirieren. Diese Rekrutierungsbemühungen seien inzwischen eine der Hauptaufgaben der Schulämter in diesem Zeitraum.
Mittelschule: Chance für Quereinsteiger
Gemeint seien damit fast 140 Randstundenkräfte, die kein Lehramt studiert, aber einen Bachelor oder Master in einem unterrichtsrelevanten Fach besäßen. Sogenannte Nachrücker, meistens Studenten am Ende des Studiums, die Erfahrung sammeln wollten, Mitglieder der mobilen Reserve sowie Drittkräfte aus dem Bereich Sprachförderung, die etwa im Unterricht mit ausländischen Schülern unterstützten. Auch sei eine kleine Gruppe pensionierter Lehrer zurückgekommen, die einige Stunden übernehmen würden.
„Die genaue Anzahl dieser Kräfte sagt aber eher wenig aus“, erklärt Wessel. Hintergrund sei hier, dass die Stundenzahlen, welche die einzelnen externen Kräfte übernehmen würden, mitunter sehr unterschiedlich seien. Manche von ihnen hätten auch mit mehreren Schulen Verträge, an denen sie einzelne Fächer wie beispielsweise Ernährung unterrichteten.
Attraktives Angebot für Quereinsteiger
„Noch vor zehn Jahren hätte sich das keiner vorstellen können, dass die Lage mal so aussehen wird“, berichtet Wessel. Damals habe man bereits an den Universitäten vielen Studierenden erzählt, wie schwer es mal für sie werden würde, eine Anstellung zu finden. Heute suche man händeringend nach Personal und schaffe so attraktive Aussichten für Studierende sowie Quereinsteiger – etwa durch die schrittweise Anhebung der Gehälter von Grund- und Mittelschullehrern in die Besoldungsgruppe A13, welche die Staatsregierung bereits im vergangenen Jahr beschlossen hat.
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