Das Staatliche Bauamt in Nürnberg hat die Ampelanlage abgelehnt, haben die Gemeinderäte in Aurachtal während ihrer jüngsten Sitzung erfahren. Doch die Ortsdurchfahrtsstraße in Neundorf ist stark befahren und die vorhandene Querungshilfe halten die Anwohner, die Gemeinderäte und die Gemeindeverwaltung für nicht ausreichend. Die neuen Baugebiete im Eichelberg und Steinleitenweg würden für noch mehr Anliegerverkehr sorgen. Die Gefahrenlage werde sich in absehbarer Zeit noch verschärft darstellen, stellen die Gemeinderäte in ihrer Sitzung fest: Sie konnten der Argumentation zur Ablehnung der beantragten Ampelanlage nicht folgen.
Es seien keinerlei Alternativen dargestellt beziehungsweise Vorschläge gemacht worden, wie die Situation entschärft werden könne. Gemeinderätin Anja Kreß trug einen Argumentationskatalog vor: 178 Einwohner zählt Neundorf, davon 25 Kinder, die mindestens zweimal täglich die Ortsdurchfahrtsstraße queren müssen. Es wurden durchschnittlich 5325 Autos gezählt, die innerhalb von 24 Stunden durch Neundorf fahren. Und die vorhandene Querungshilfe sei aus Münchaurach kommend zu spät einsehbar. Daher müssten die Kinder von den Eltern über die Straße geführt werden, damit sie die Staatsstraße sicher queren könnten.
Verkehrssicherheitsrat für gute Einsehbarkeit
Der Deutsche Verkehrssicherheitsrat empfehle aber dringend, die gute Einsehbarkeit von Querungshilfen zu gewährleisten. Baulich sei das in Neundorf nicht möglich, so Anja Kreß. Daraus lasse sich die Notwendigkeit einer Ampelanlage ableiten. Sechs- und siebenjährige Grundschulkinder müssten in der Lage sein, selbstständig und sicher zur Schule zu kommen.
Auch Bürger mit Behinderung könnten die Querungshilfe nicht nutzen, sie sei nicht barrierefrei. Zweiter Bürgermeister Peter Jordan, der in Vertretung des erkrankten Klaus Schumann die Gemeinderatssitzung leitete, lobte ausdrücklich die Ausführungen von Anja Kreß. Sie habe mit den Eltern der Kinder gesprochen und die Argumente zusammengefasst. Unterstützung bekam Anja Kreß auch von Gemeinderat Jan Heller. Der Schulbus halte nur in Richtung Münchaurach: Die Kinder, die im Norden Neundorfs wohnen, müssten immer die Straße queren.
Gemeinderat Aurachtal möchte Bauamt informieren
Das gelte auch für Spielplatzbesuche. Neundorf werde durch die Staatsstraße zweigeteilt. Ähnliche Übergänge in Aurachtal und Falkendorf seien mit Ampeln bereits gut ausgestattet. Zusätzliche Spiegel zum Ausfahren aus den Nebenstraßen seien ebenfalls hilfreich und sollten zeitnah installiert werden. Armin Stadie erklärte, er wartet jeden Tag darauf, dass etwas passiert. Die Gemeinderäte beschlossen, dem Staatlichen Bauamt Nürnberg nochmals ein Schreiben zukommen zu lassen und die besprochenen Argumente darzulegen.
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