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Höchstadt
Heldenfriedhof: Aus Bauruine wird Vorzeigeprojekt
So zeigt sich der Heldenfriedhof in Höchstadt dieser Tage.
So zeigt sich der Heldenfriedhof in Höchstadt dieser Tage. // Evi Seeger
Signet des Fränkischen Tags von Evi Seeger
Höchstadt a. d. Aisch – Der Höchstadter Heldenfriedhof ist in einem bedauerlichen Zustand. Bis zum Volkstrauertag soll sich das jedoch ändern. Einzig die Gedenksteine bleiben vorerst in einem schlechten Zustand.

Diskussionen um den Höchstadter „Heldenfriedhof“ gab es schon zur Genüge. Zurzeit wird der historische Ort an der Rothenburger Straße saniert.

Vorerst eigentlich nur die unter Denkmalschutz stehende Kapelle. Für Stadtpfarrer Kilian Kemmer sei sie als Bauruine seit Jahren kein schöner Anblick mehr für die Bevölkerung gewesen. Bis zum Volkstrauertag am 19. November soll die Sanierung abgeschlossen sein.

Erzbischof Schick zu Einweihung erwartet

Zur Einweihung wird der emeritierte Bamberger Erzbischof Ludwig Schick erwartet. Die Diskussion entfachte sich zunächst darum, wer wohl Eigentümer des Heldenfriedhofs und damit auch für dessen Erhaltung zuständig ist: Die Stadt Höchstadt oder die katholische Kirchenstiftung Sankt Georg.

„Stadt und Kirche sind davon ausgegangen, dass der Heldenfriedhof Eigentum der Stadt ist“, sagt Kemmer während des Ortstermins. Die Stadt habe auch die Pflege des Areals übernommen.

Um das herauszufinden sei in den Archiven der Stadt, der Diözese und im Staatsarchiv geforscht worden. 2018 war dann klar: Die Kirche als Rechtsnachfolger einer nicht mehr existierenden Stiftung sei Eigentümer des historischen Orts.

Die Steine sind allerdings reine Gedenkstätten, Soldaten sind darunter nicht beigesetzt. Die Kapelle habe „einen heruntergekommenen Eindruck“ gemacht, so Pfarrer Kemmer.

Stadt möchte Heldenfriedhof nicht kaufen

Die Kirchenstiftung habe sich aber finanziell nicht in der Lage gesehen, dieses neue Projekt sogleich in Angriff zu nehmen. „Wir hatten gerade mit 1,9 Millionen die Renovierung der Stadtpfarrkirche hinter uns“, berichtet Kemmer.

Die Kirche habe daher der Stadt das Gelände für den symbolischen Betrag von einem Euro angeboten. Dies sei im Stadtrat – fraktionsübergreifend – abgelehnt worden.

Also wurde nach Fördermöglichkeiten gesucht. Gefunden wurden sie bei der LAG Aischgrund. Beantragung und Förderverfahren dauerten etwa ein Jahr.

Auch die Pandemie trug ihren Teil dazu bei, dass sich alles verzögerte. Dafür wurden in diesem Jahr die Arbeiten „mit Volldampf“ aufgenommen, wie Kemmer sagt.

Denkmalschutz für Teile des Heldenfriedhofs

Harald Brehm, Verwaltungsleiter des Seelsorgebereichs, erwartet aus dem LAG-Topf einen Zuschuss von etwa vierzig Prozent auf die Baukosten. Wobei er hinzufügt, dass die allgemeine Teuerung bei der Förderung keine Berücksichtigung gefunden habe.

Von der Stadt Höchstadt werden etwa zehn Prozent Zuschuss erwartet. Somit rechnet die Kirchenstiftung damit, etwa die Hälfte der Kosten aus eigenen Mitteln bestreiten zu müssen.

Auf 115.000 Euro veranschlagt der Höchstadter Architekt Gerald Reinhardt die Gesamtkosten. Die 1923 im neobarocken Stil erbaute Kapelle stehe unter Denkmalschutz, so Reinhardt.

Er zählt die verschiedenen Gewerke auf. Dabei geht er auch auf die „ungesicherte Wasserführung“ ein.

Gedenksteine für Opfer des Ersten Weltkriegs

Das Wasser sei einfach an der Fassade heruntergelaufen und habe dadurch die Bausubstanz geschädigt. Künftig soll es einer Zisterne zugeführt werden.

Die Stuckdecke sei eine außergewöhnlich anspruchsvolle Konstruktion. Ein Deckengemälde zeigt den Erzengel Michael im Kampf mit dem Bösen.

Auch die Stuckdecke weise Schäden durch eingedrungenes Wasser auf. Eine Überarbeitung soll auch die Pieta erhalten.

Das Dach wurde – in Abstimmung mit dem Denkmalschutz – bereits neu eingedeckt. Die beiden Fenster sind ebenfalls beschädigt und müssen neu eingeglast werden.

Kemmer hofft auf Familien aus Höchstadt

Auch der Natursteinboden bedürfe einer Überarbeitung. Nicht in diesem Programm enthalten ist die Restaurierung der Gedenksteine für die Opfer des Ersten Weltkriegs.

Die Schriften müssten erneuert, die Steine gereinigt und von Moos befreit werden. Das sei natürlich nicht mehr in diesem Jahr möglich, so Pfarrer Kemmer.

Da es sich bei den namentlich genannten Kriegsopfern zumeist um alteingesessene Höchstadter handelt, hofft der Stadtpfarrer auf Unterstützung durch deren Familien. Kemmer will daher einen Spendenaufruf im Amtsblatt starten.

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