Der Piraten-Spielplatz an der Ringstraße ist etwas in die Jahre gekommen. Die letzte Generalsanierung liegt nun schon 15 Jahre zurück. Nun steht eine grundlegende Überholung mit genehmigten Ausgaben für Planung von 15.000 Euro und Ausführung von 215.000 Euro an. Was bleiben wird, sind der beliebte Piratenturm und der Tampen-Schwinger, beides Klettergeräte, an denen nur das Tauwerk ausgetauscht werden muss. Das Piratenschiff, die Federwippe und das Kleinstkind-Spielgerät hingegen werden abgerissen.
Sie sind in ihrer Substanz nicht mehr zu retten. Dafür sollen nach Plänen der Firma Karin Belch aus Herzogenaurach neue, barrierefreie Spielgeräte Platz finden. Auch sie sollen zum Thema „Fluch der Karibik“ passen, wie Frank Schulte, Leiter des kommunalen Fachbereiches Familie, Bildung und Soziales erklärte. Zum einen ein ganz neues Piratenschiff, zum anderen ein Wal, in den man im Rollstuhl hineinfahren kann, beides aus witterungsbeständigem Robinienholz. Das ganze Areal soll in Richtung des Kriegerdenkmals etwas erweitert werden, eine neue Hecke soll einen ganzjährigen Sicht- und Lärmschutz gewährleisten.
Für Rollstuhlfahrer: Röttenbach setzt auch Inklusion
Die bisherige grüne Wand wird mit Tunneln und Schneisen als Spielelement einbezogen. „Es wird kein einziger Baum gefällt“, so Schulte. Sie seien wichtig als Sonnenschutz. Ein Vorschlag des Arbeitskreises Barrierefreiheit, den Spielplatz an der Ringstraße mit weiteren inklusiven Elementen auszustatten, scheiterte in der Gemeinderatssitzung an finanziellen Problemen. Nun sollen solche Spielelemente auf anderen Spielplätzen mitgedacht werden, etwa dem an der Klebheimerstraße – sobald die Sanierung ansteht und sofern die Finanzen es zulassen.
„Damit wir nicht nur an einer Stelle inklusive Angebote machen.“ Die Spielplätze fügen sich ein in einen „Masterplan Inklusion“, mit dem Bürgermeister Ludwig Wahl und seine kommunalen Kollegen Menschen mit Einschränkungen unterstützen wollen. Egal, ob es sich um Rollstuhlfahrer, ältere Einwohner mit Gehwagen oder Eltern mit Kinderwagen handelt. „Wir wollen, dass alle Menschen am gesellschaftlichen Leben teilnehmen können“, so Wahl. Dafür stehen im Haushalt infolge eines „Fünf-Jahres-Planes“ insgesamt 250.000 Euro zur Verfügung.
Barrierefreie: Umbau der Bushaltestellen in Röttenbach
„Es geht darum, Barrieren abzubauen.“ Das gilt auch für den Straßenverkehr. So hat die Gemeinde überall die Gehsteige abgesenkt, um an Übergängen wie Ampeln oder Zebrastreifen Hindernisse und Stolperfallen zu beseitigen. „Es fehlt nur noch die Ringstraße“, so der Bürgermeister. Aber auch die werde heuer noch erledigt sein.
Das nächste große Projekt sind die acht Bushaltestellen, an denen man barrierefrei ein- und aussteigen kann. Sie sollen angegangen werden, weil die Hauptstraße vom Staatlichen Bauamt in Nürnberg in den nächsten Jahren sowieso saniert werden soll. Dass die Ertüchtigung der Haltestellen ein finanzieller Kraftakt werden könnte, deutete Bürgermeister Wahl an. Er habe erfahren, dass man in einer Nachbargemeinde, deren Namen er nicht nennen wolle, knapp 165.000 Euro ausgegeben habe – für eine einzelne Station. „Auch wenn man dort 50 Prozent Fördergelder bekommen hat, müssen wir uns fragen, wie viele wir im nächsten Jahr tatsächlich umsetzen können.“
Für Blasmusik: Abkürzung über Grundschule Röttenbach
Zudem stelle sich die Frage, ob denn auch alle Busse, die solch barrierefreie Haltestellen ansteuerten, selbst auch barrierefrei seien. Sonst verpufften die enormen Investitionen. Mit einer originellen Idee wurde ein weiteres Hindernis aus dem Weg geräumt: Wer von der Jahnstraße in die Schulstraße will – oder umgekehrt – muss bislang eine Schleife über die Hauptstraße laufen. Nun hat Bürgermeister Wahl mit Grundschulrektorin Dagmar Pigler den Weg für eine Abkürzung über deren Pausenhof freigemacht. Derzeit sind die beiden Zugänge zum Schulgelände aus Sicherheitsgründen versperrt, damit sich kein unbefugter Gast einschleichen kann.
Nun sollen an den Toren im Norden und Süden Schlösser mit Zeitsteuerung angebracht werden. Dann können Erwachsene, Schulkinder und Kinder, die zur Blasmusik wollen, den direkten Weg nutzen. Nur während der Schulzeiten 7.25 Uhr bis 13.05 Uhr ist kein Durchkommen mehr möglich. „Wir warten jetzt nur noch darauf, dass die Technik eingebaut wird“, so Wahl.
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