Auf halber Strecke zwischen Nürnberg und Erlangen liegt versteckt im Wald das Erlebniszentrum der Bayerischen Forstverwaltung. Zwischen dicken Stämmen und zarten Ästen ist hier im fränkischen Walderlebniszentrum im Erlanger Ortsteil Tennenlohe der Name tatsächlich Programm. Herzstück der genauso lehrreichen wie unterhaltsamen Freizeitanlage ist der Naturerlebnispfad.
Barfuß durch den Wald
Auch Anna aus Bamberg hat sich mit ihren drei Kindern auf den Weg gemacht und folgt dem Eichhörnchen-Schild zur ersten Station des rund ein Kilometer langen Parcours. Hier dürfen Carlotta, Toni und Josefine die Schuhe ausziehen und auf bloßen Füßen durch den Wald marschieren. Während ringsherum die Äste knacken und die Vögel zwitschern, hüpfen die Kinder vergnügt mit nackten Füßen über den weichen Waldboden.
Während die Sohlen der Kinder von dicken Wurzeln, kleinen Steinen und weicher Rinde gekitzelt werden, kann sich Anna am Start- und Zielpunkt des Barfußpfades eine kurze Verschnaufpause gönnen. „Wir sind schon zum zweiten Mal hier“, freut sich die Mama aus Bamberg und schwärmt von dem fränkischen Erlebniszentrum im Herzen des Reichswaldes. „Hier ist es so schön ruhig und nicht überlaufen.“
Im Gegensatz zu anderen Ausflugszielen belaste der pädagogische Waldparcours die Familienkasse auch nicht. „Die Kinder haben trotzdem total viel Spaß und lernen dabei noch eine ganze Menge“, freut sich Anna und folgt der Rasselbande zur nächsten Station auf dem Erlebnispfad.
Große Tierfiguren aus Holz
Hier haben die Förster von der Forstverwaltung aus Holz große Eulenfiguren geschnitzt. Die vielen Fichten- und Kiefernzapfen rund um die Tierfiguren mit den runden Löchern in Augen und Bauch verraten dem aufmerksamen Betrachter schon von weitem, worum es beim Zapfenzielwerfen geht. Mit den Wurfgeschossen vom Waldboden dürfen die Kinder nach Herzenslust ihre Zielgenauigkeit testen. Bei der nächsten Station wird es noch sportlicher.
Beim Tierweitsprung können Carlotta, Toni und Josefine spielerisch herausfinden, wie weit die Tiere des Waldes springen können. So weit wie ein Reh oder Wolf schaffen es die Kindergartenkinder zwar nicht. Aber mit ein bisschen Übung schaffen es Annas Schützlinge schon bis zu Eichhörnchen oder Waldmaus.
Worum es im Walderlebniszentrum im beschaulichen Tennenlohe zwischen Nürnberg und Erlangen wirklich geht, können die Besucher an der nächsten Station erfahren. Hier demonstriert eine Waldwippe, wie schwer es ist, das natürliche Gleichgewicht herzustellen. Genau um diese harmonische Balance zwischen Mensch und Natur drehen sich alle 14 Stationen. Gleichzeitig bietet der genauso malerische wie verschlungene Rundweg in Bayerns ältestem und größtem Walderlebniszentrum der gesamten Familie ein einmaliges Naturerlebnis bei freiem Eintritt.
Eigenes Tun und Erleben
Wer die vielen Informationen vertiefen will, kann die wechselnden Ausstellungen in einem umzäunten Freigelände im Hauptgebäude der Forstverwaltung besuchen, die gerade in Zeiten von Bewegungsmangel, Fernsehen & Co. mit dem Naturerlebnispfad ein bewusstes Gegengewicht setzen möchte. „Wir wollen die Besucher durch eigenes Erleben und Tun für den Wald begeistern“, wirbt die Forstverwaltung für den abwechslungsreichen Erlebnisparcours.
Derweil springen Carlotta, Toni und Josefine immer noch mit den Waldtieren um die Wette. „Wir kommen bestimmt wieder. Aber jetzt machen wir erst einmal Picknick“, sagt Anna und packt zur Freude der Kinder die Vespersachen auf dem rustikalen Picknick-Tisch unter den Baumkronen im Wald aus.
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