Straßennamen erklärt
Drachentöter und Märtyrer
Die St.-Georg-Straße ist natürlich nach dem Patron der katholischen Stadtpfarrkirche benannt.
Die St.-Georg-Straße ist natürlich nach dem Patron der katholischen Stadtpfarrkirche benannt.
Foto: Karina Brock
Höchstadt a. d. Aisch – Hinter vielen Straßennamen Höchstadts stehen Personen. Einige davon haben einen direkten Bezug zur Stadt – St. Georg ist ein Schutzpatron.

Der Heilige Georg hat zwar nicht direkt persönlichen Bezug zu Höchstadt. Da er jedoch Patron der katholischen Stadtpfarrkirche ist, soll auch ihm eine Folge der Serie gewidmet werden, stellvertretend für die vielen anderen Heiligen in Höchstadter Straßennamen.

Geboren wurde Georg vermutlich um 280 nach Christus, wahrscheinlich in Byzanz in der heutigen Türkei. Gestorben ist er am 23. April um 303 in Lydda in Palästina. Alle historischen Angaben zu seiner Person sind jedoch eher vage.

Dafür ranken sich viele Legenden um das Leben und Wirken von Georg von Kappadokien. Herausragend ist wohl jene, die ihn als Drachentöter beschreibt: Die Tochter eines libyischen Königs sollte einem Furcht erregenden Drachen geopfert werden, doch Georg kann das Ungeheuer besiegen. Zum Dank lassen sich der König, seine Tochter und alle Einwohner des Ortes von ihm taufen. Die Geschichte kennt viele Varianten, doch in jedem Fall fungiert der Drache als Verkörperung des Bösen, das durch den Glauben an Christus besiegt werden kann. Die Sankt-Georgs-Bucht in Beirut hat nach dieser Legende ihren Namen erhalten, da der Kampf angeblich hier stattgefunden haben soll.

Leidensvarianten

Nicht minder fantastisch lesen sich die Leidensvarianten, die ihm Christus prophezeit, als Georg sich als römischer Legionär Kaiser Diokletian widersetzt. Zunächst soll er ein hoher Offizier unter Diokletian gewesen sein. Als dieser aber begann, die Christen verfolgen zu lassen, stellte sich Georg – gerade mal Mitte 20 – gegen ihn, denn er gehörte zu denen, die an Jesus Christus und Gott glaubten. Der Kaiser ließ ihn grausam foltern – ein Martyrium in grausamer Steigerung soll ihn gleich dreimal vom Leben in den Tod überführen. Georg aber hielt bis zu seinem Tod an seinem Glauben fest.

Neben den beiden Hauptlegendensträngen, die im Mittelalter die Lebensgeschichte Georgs bildeten, gibt es weitere. So beispielsweise eine Legende, die berichtet, wie ein Drache mit Hilfe der Reliquie eines Fingers des Heiligen Georg bezwungen wurde.

Seine letzte Ruhe findet der Heilige Georg in Lod (Israel). Hier lässt Richard Löwenherz, König von England, im 13. Jahrhundert ihm zu Ehren eine Kirche erneuen. Darüber hinaus bringt er von seinem dritten Kreuzzug die Georg-Verehrung nach England.

Im Islam ein Prophet

Im Islam ist Georg unter dem Namen Circis (oder auch Cercis) bekannt und gilt als Prophet, der bestrebt war, das Christentum zu verbreiten. Er trägt hier den Ehrennamen el-Khadr („der Grüne“), der am Jüngsten Tag den Dämon Dadjal besiegen werde.

Sankt Georg zählt zu den vierzehn Nothelfern. Sein Symbol in der Heraldik ist das Georgskreuz. Das rote Kreuz auf weißem Grund ist in vielen Wappen und Flaggen enthalten. Heiligenattribute sind der Drache sowie seine Darstellung als Ritter mit Lanze. Der Heilige Georg ist unter anderem Schirmherr der Kreuzfahrer, Schutzheiliger der Engländer und Patron des englischen Königreichs sowie vieler weiterer Länder, Städte und Zünfte, zum Beispiel der Bergleute.

Quellen: wikipedia.de, www.diakonie-kropp.de, www.sozialwerk-st-georg.de

Weitere „heilige“ Straßennamen

Annaweg, Andreasstraße , Barbaraweg, Franziskusring, Hildegundisweg , Johannesstraße, Katharinenweg, Margaretenweg , Marienstraße, Oswaldweg, Ottilienweg, Sophienweg.

Quelle: Straßenverzeichnis Stadt Höchstadt, meinestadt.de