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Trotz Kritik an den Kosten
Von Höchstadt nach Forchheim: neue Busverbindung beschlossen
Vom Busbahnhof Schwedenschanze in Höchstadt aus wird es demnächst auch eine direkte Verbindung nach Forchheim geben.
Vom Busbahnhof Schwedenschanze in Höchstadt aus wird es demnächst auch eine direkte Verbindung nach Forchheim geben. // Andreas Dorsch
Erlangen-Höchstadt – Von Höchstadt nach Forchheim mit dem Bus und das ohne umzusteigen: Das soll bald möglich. Warum der Kreistag Erlangen-Höchstadt die neue Linie beschließt und es immer noch Kritik gibt.

Schon 1892 wurde sie in Betrieb genommen, die Bahnlinie von Höchstadt über Adelsdorf und Hemhofen nach Forchheim. Weil kein Bedarf mehr da war, stellte die Bahn den Personenverkehr auf dieser Schiene 1984 ein. Jetzt wird eine Buslinie die Verbindung wieder aufleben lassen. Mit 42:9 Stimmen beschloss dies der Kreistag Erlangen-Höchstadt in seiner jüngsten Sitzung.

Busverbindung zwischen Höchstadt und Forchheim beschlossen

Das muss sich Erlangen-Höchstadt aber auch einiges kosten lassen. Rund 211.1000 Euro im Jahr stellt Forchheim in Rechnung, damit die Forchheimer Linie 206, die bisher in Zeckern endet, bis nach Höchstadt weitergeführt wird. Von Montag bis Freitag sind täglich 13 Fahrtenpaare geplant. Die Bahn war übrigens in den 1960er-Jahren werktags mit neun und sonntags mit fünf Zugpaaren zwischen Forchheim und Höchstadt unterwegs.

Von Höchstadt nach Forchheim: German Hacker kritisiert Busverbindung

Seit Jahren gibt es einerseits die Forderung nach einer direkten Buslinie nach Forchheim, aber es gibt in Erlangen-Höchstadt auch Gegner. In der Kreistagssitzung prallten die unterschiedlichen Positionen, wie bereits im Kreisausschuss wenige Tage zuvor, noch einmal aufeinander. In Zeiten knapper Kassen könne man nicht über 200.000 Euro jedes Jahr für eine solche zusätzliche Linie ausgeben, zumal es jetzt schon die Möglichkeit gibt, in Zeckern umzusteigen, meinte Britta Dassler (FDP). Dem schloss sich Andreas Hänjes (SPD) an: „Wir werfen Geld zum Fenster raus.“ Zudem würde man eine Linie aus Forchheim verlängern, die jetzt schon in jedem Dorf hält und damit unattraktiver werde, fand Hänjes. Britta Dassler könne sich vorstellen, das Geld sinnvoller einzusetzen.

Schließlich sei man von den Bürgern gewählt, um Pflichtaufgaben zu erfüllen. Herzogenaurachs Bürgermeister German Hacker (SPD) ist auch gegen die direkte Buslinie Höchstadt-Forchheim: „Das Fahrgastpotenzial ist begrenzt und Mehreinnahmen gibt es auch nicht.“ Er befürchtet, dass man damit die Linie 205 (Höchstadt-Erlangen) „kannibalisiere“ und Konkurrenz schaffe, wenn zwischen Höchstadt und Zeckern auch noch die Forchheimer Linie verkehren würde. Mit seinem Antrag, die neue Linie nach Forchheim erst einmal als Option in die Planung aufzunehmen, fand Hacker keine Mehrheit. Höchstadts Bürgermeister Gerald Brehm (FW) sprach sich für die neue Linie aus, warf aber die Frage auf, ob man nicht auf die eine oder andere Haltestelle verzichten könne.

Karsten Fischkal für Buslinie: Forchheim ist mehr als Siemens

Schließlich müsse die Linie von den Bürgern auch angenommen werden. Landrat Tritthart erinnerte daran, dass die Linie vom Landkreis Forchheim ausgeschrieben werde. Der mache das Angebot, eine seiner Linien zu verlängern und da sollte man sich nicht in die Forchheimer Planungen einmischen. Für absolut notwendig hält die neue Busline Höchstadt-Forchheim Adelsdorfs Bürgermeister Klarsten Fischkal (FW): „Es gibt in Forchheim nicht nur Siemens, sondern auch Schulen.“ In Zeckern umzusteigen sei „problematisch“.  Die Fahrt sei dann auch zu lang, meinte Lydia Göbel (Grüne), die sich für die Reaktivierung der alten Zugverbindung einsetzt. Göbel: „Auch das Hinterland von Medbach und Aisch könnte profitieren.“

Den Herzogenauracher Gegnern der neuen Linie sprach der Höchstadter Alexander Schulz (CSU) ab, die Bedeutung der Linie richtig einschätzen zu können. Für Christian Beßler (AfD) „eine Urverbindung im Nahverkehr“, auf der er auch viele Forchheimer ins Eisstadion nach Höchstadt fahren sieht. Nico Kauper (JU) begrüßt mit der neuen Linie „eine Verzahnung der Landkreisgrenzen“. Landrat Tritthart gehe es darum, einen attraktiven ÖPNV zu haben. Er habe viel mit den Forchheimer Kollegen gesprochen und man sei jetzt so weit.

Busverbindung von Erlangen nach Eckental wird ausgebaut

Auch für andere Linien habe man viel Geld ausgegeben, erinnerte Tritthart und appelliert an die Bürger, das Angebot dann auch zu nutzen. Einen solchen Appell kann sich der Landrat für die Überplanung des Linienbündels acht, Erlangen-Heroldsberg-Neunkirchen-Eckental, sparen. Hier werden Kapazitäten und Taktzeiten ausgeweitet, um immer mehr Engpässe zu beseitigen. Wolfgang Hirschmann (Grüne) bekam auf den Vorschlag, die interkommunale Zusammenarbeit mit der Stadt Erlangen zu verbessern und Linien besser aufeinander abzustimmen, von Landrat Tritthart mit Blick auf die finanzielle Lage Erlangens eine klare Antwort: „Im Moment brauchen wir von der Stadt hier gar nichts erwarten.“  Ohne große Diskussionen stimmte der Kreistag den Verbesserungen auf diesem Linienbündel zu, für die Mehrkosten von mindestens 470.000 Euro im Jahr anfallen.

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