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Über Adelsdorf und Zeckern
Buslinie zwischen Forchheim und Höchstadt: Entscheidung naht
Die Chancen für eine direkte Linie vom Busbahnhof Schwedenschanze in Höchstadt nach Forchheim stehen nicht schlecht.
Die Chancen für eine direkte Linie vom Busbahnhof Schwedenschanze in Höchstadt nach Forchheim stehen nicht schlecht. // Foto: Andreas Dorsch
Signet des Fränkischen Tags von Andreas Dorsch
Landkreis Erlangen-Höchstadt – Ein Geschenk für Adelsdorf und die Region: Die Verlängerung der Buslinie 206 ist in greifbarer Nähe. Jetzt hat der Landkreis Erlangen-Höchstadt einen weiteren Schritt gemacht.

Kommt jetzt bald die direkte Busverbindung von Höchstadt nach Forchheim? Was seit Jahren von verschiedenen Seiten gefordert wird, scheint nun Fahrt aufzunehmen. Der Kreisausschuss Erlangen-Höchstadt beschloss in seiner jüngsten Sitzung, den Landkreis Forchheim zu bitten, dessen Linie 206 bis nach Höchstadt zu verlängern.

Kommt nun doch die Buslinie zwischen Forchheim und Höchstadt?

Bisher endet diese Linie in Zeckern. Eine Verlängerung hatte der Landkreis Forchheim in der Vergangenheit mehrmals abgelehnt. Inzwischen ist man in Forchheim aber bereit, bei einer Neuausschreibung des betreffenden Linienbündels 7 auch eine Verlängerung der Linie 206 über Adelsdorf bis nach Höchstadt ins Auge zu fassen. Die Mehrkosten dafür müsste allerdings der Landkreis Erlangen-Höchstadt übernehmen.

Entscheidung im Kreistag in Erlangen

Wie eine solche Streckenführung und Taktung dann aussehen könnte, präsentierte Harald Blome vom Ingenieursbüro für Verkehrsplanung und Mobilitätskonzepte den Kreisräten im Erlanger Landratsamt. Technisch möglich wären verschiedene Varianten, die in das ÖPNV-Netz im Kreis Erlangen-Höchstadt eingebunden werden könnten.

Bei 13 Fahrten täglich würde das Erlangen-Höchstadt nach ersten Schätzungen 212.000 Euro im Jahr zusätzlich kosten. Mehrerlöse erwartet Planer Harald Blome durch eine Anbindung von Adelsdorf und Höchstadt an die Forchheimer Linie nicht. „Das Potenzial für zusätzliches Fahrgastaufkommen ist gering“, sagte der Verkehrsexperte.

Die endgültige Entscheidung, ob in die konkrete Planung einer Busverbindung Höchstadt-Adelsdorf-Forchheim eingestiegen wird, trifft der Kreistag in seiner Sitzung am Freitag, 12. Dezember. Im Kreisausschuss gab es dafür jedenfalls schon mal eine überwältigende 11:2-Mehrheit.

Adelsdorfs Bürgermeister Karsten Fischkal: „ein Geschenk“

Adelsdorfs Bürgermeister Karsten Fischkal (FW) sähe darin „ein Geschenk“. Für den Adelsdorfer Bürgermeisterkandidaten Nico Kauper (JU) würde sich „die Hartnäckigkeit auszahlen“, und auch die Zentbechhofener Kreisrätin Lydia Göbel (Grüne) hätte endlich das erreicht, wofür sie seit Jahren kämpft.

Die beiden Gegenstimmen kamen aus Herzogenaurach. Michael Dassler (FDP) erinnerte daran, dass man gerade eine Stunde darüber gesprochen habe, wo der Landkreis sparen könne: „Jetzt wollen wir was Neues schaffen, das 200.000 Euro im Jahr kostet.“ Für den Freien Demokraten ist das „befremdlich“. Dassler: „Wir können uns das jetzt nicht leisten.“

Dem schloss sich Bürgermeister German Hacker (SPD) an: „Im Augenblick nicht machbar“. Man habe ja mit Umsteigen in Zeckern bereits eine Verbindung von Forchheim nach Höchstadt. Hacker schlug vor, die geplante Verlängerung der Forchheimer Linie 206 nicht zu beschließen, sondern als Option in die Ausschreibungsunterlagen aufzunehmen.

Landrat Alexander Tritthart mahnt Verantwortung an

Landrat Alexander Tritthart (CSU) erinnerte daran, dass es immer leicht sei zu sagen, man müsse sparen. Aber wenn man diese zusätzliche Busverbindung wolle, belaste sie auch die Kreisumlage. Er wünscht sich von den Bürgern, die diese Linie fordern, dass sie sie dann auch nutzen.

Bei einem anderen Linienbündel, das die Kreise Forchheim und Erlangen-Höchstadt betrifft, waren sich die Räte im Ausschuss schnell einig. Acht Linien im Bereich Erlangen-Heroldsberg-Neunkirchen-Eckental sollen ertüchtigt und angepasst werden. Diese grenzüberschreitenden Regionallinien seien jetzt schon überlastet.

„Leute kommen manchmal nicht mehr in den Bus“, schilderte Hartmut Jaißle vom Ingenieurbüro für Verkehrsplanung. Grob geschätzt rechnet Jaißle für die Anpassungen mit einem Mehraufwand von 440.000 Euro im Jahr. 210.000 Euro müsste der Landkreis Erlangen-Höchstadt davon übernehmen. „Wir müssen Geld in die Hand nehmen und sollten das so durchziehen“, forderte Landrat Tritthart.

Dann habe man vom Osten des Kreises nach Erlangen im ÖPNV super Standards mit einem Zehn-Minuten-Takt. Die Absegnung dieses Beschlusses durch den Kreistag dürfte nur noch Formsache sein.

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