Update vom 19. Februar 2025, 13.55 Uhr
Wie das Landratsamt Forchheim auf Nachfrage mitteilt, hat der Mobilitätsausschuss des Kreistags am Dienstag einen Beschluss zum Thema gefasst. Demnach soll im Rahmen der Vorbereitung der nächsten Ausschreibung für das sogenannte Linienbündel 7 die Verbindung von Forchheim nach Höchstadt mit geprüft werden.
Ursprünglicher Artikel vom 18. Februar 2025, 15.56 Uhr:
Direkt und ohne Umsteigen mit den „Öffis“ von Höchstadt nach Forchheim und zurück fahren – das geht schon lange nicht mehr, seit in den 1990er-Jahren die Bahnstrecke Höchstadt-Forchheim stillgelegt worden ist. Seitdem fahren Busse auf der B 470 und wer von Forchheim nach Höchstadt will, muss in Zeckern von einer Buslinie des Landkreises Forchheim umsteigen auf eine Buslinie des Landkreises Erlangen-Höchstadt. Und dafür in Zeckern längere Wartezeiten in Kauf nehmen.
Direktbus: Viele Unterstützer aus beiden Landkreisen
Initiativen, das wieder zu ändern und eine umsteigefreie Direktbusverbindung zwischen den beiden Städten über Adelsdorf zu schaffen, gab es schon öfter, zuletzt Anfang 2024. Hinter der Idee standen damals nicht nur die Grünen mit ihren Kreisverbänden für Erlangen-Höchstadt und Forchheim, vertreten durch Lydia Göbel und Matthias Striebich. Sondern etwa auch die Bürgermeister Gerald Brehm aus Höchstadt (parteilos), Karsten Fischkal (FW) aus Adelsdorf, Bernd Ruppert (CSU) aus Hausen und Ludwig Nagel (CSU) aus Hemhofen sowie der ERH-Landrat Alexander Tritthart (CSU).
Auch die Forchheimer Gewerbegemeinschaft HeimFOrteil und die Stadt Forchheim sprachen sich im Rahmen einer FT-Recherche damals für einen solchen Direktbus aus, ebenso Elisabeth Breunig, Schulleiterin der FOS in Forchheim. Allerdings genutzt hat es nichts, der Mobilitätsausschuss des Landkreises Forchheim lehnte das Unterfangen im April 2024 ab – aus Kostengründen.
Direktbus Forchheim-Höchstadt: Was bisher geschah
Jetzt greifen offenbar weitere politische Gruppierungen die Idee wieder auf. Jedenfalls liegt der Redaktion ein Antrag der Jungen Union (JU) aus dem Landkreis Erlangen-Höchstadt vor, der am 29. Januar 2025 an Landrat Tritthart verschickt wurde. Der Inhalt: Den Bus aus Forchheim nach Adelsdorf oder sogar bis Höchstadt zu verlängern.
Gespräche mit dem Landkreis Forchheim sollen geführt werden
Dazu heißt es in dem Antragstext: „Bereits seit mehreren Jahren wird von verschiedenen Akteuren im Landkreis Erlangen-Höchstadt eine Direktanbindung der Gemeinde Adelsdorf nach Forchheim gefordert.“ Das werde mit der großen Zahl an Berufspendlern aus Adelsdorf begründet. Nachdem zum 12. Dezember 2026 eine neue Ausschreibungsperiode für den Busverkehr beginne, sei die Chance auf eine Veränderung jetzt besonders groß, so der JU-Antrag weiter.
Wie Lydia Göbel von den Grünen im Landkreis Erlangen-Höchstadt auf Nachfrage informierte, sieht sie es „positiv, dass die JU das Thema jetzt aufgegriffen hat.“ Beschlossen worden sei im Kreistag für den Landkreis Erlangen-Höchstadt, dass man den Direktbus beim Nachbarlandkreis Forchheim, der einen Teil der Kosten mittragen müsste, nochmal ins Gespräch bringen will.
Auch im Landkreis Forchheim ist das Thema bereits angekommen, konkret in einer Sitzungsvorlage des Mobilitätsausschusses des Kreistags, der am Dienstag zusammentreten sollte. „Auf Seiten des Kreises Erlangen-Höchstadt bestehen ... Überlegungen aus Höchstadt und Adelsdorf zusätzliche Verbindungen für Pendler und Pendlerinnen nach Forchheim und zurück zu schaffen“, heißt es in dem Papier.
Man sieht demnach auch im Landkreis Forchheim offenbar Chancen, dass ab 2026 der lang ersehnte Direktbus über die Kreisgrenze fahren könnte. Das Thema soll zumindest noch einmal geprüft werden, wie eine Sprecherin des Forchheimer Landratsamts auf Nachfrage erklärte, und sei deswegen Gegenstand der aktuellen Sitzungsvorlage.
Einer, der sehnsüchtig auf einen Direktbus über die Landkreisgrenze hinweg wartet, ist etwa Marius Birkner aus Willersdorf (Gemeinde Hallerndorf). Birkner schrieb bereits im April 2024 in einem Leserbrief an den FT: „Ich lebe im Landkreis Forchheim in der Nähe der Landkreisgrenze und für viele von uns wäre diese Busverbindung ein Segen. Dabei denke ich vor allem an Senioren, die weniger mobil sind, sowie an Schüler und Auszubildende, aber auch an Berufstätige, die täglich die Landkreisgrenzen überschreiten. Sie alle könnten enorm von einer derartigen Linie profitieren, um Einkäufe und Arztbesuche zu erledigen, den Weg zum Arbeits- oder Ausbildungsort, der Berufsschule oder Uni umweltfreundlich zu erreichen oder einfach nur um ohne fremde Hilfe von A nach B zu gelangen.“
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