Die Vorgeschichte dazu ist lang. Sie beginnt bereits mit der Einstellung des Personenverkehrs auf dem östlichen Ast der alten Aischtalbahn, die einst zwischen Forchheim und Höchstadt verkehrte und eine direkte Verbindung zwischen den Ortschaften herstellte. Seit der Einstellung des Bahnverkehrs in den 1990er-Jahren fahren nur noch Busse; eine Direktverbindung gibt es nicht mehr. Stattdessen müssen die Fahrgäste in Zeckern umsteigen und auf ihren Anschlussbus warten.
Auf der Tagesordnung des Kreisausschusses Erlangen-Höchstadt stand jetzt ein Antrag der Grünen, einen Direktbus von Höchstadt über Adelsdorf nach Forchheim und zurück einzurichten. Und alle Redner sprachen sich dafür aus. Insbesondere der Adelsdorfer Bürgermeister Karsten Fischkal (FW), der Höchstadter Bürgermeister Gerald Brehm (JL), Lydia Göbel (Grüne) und Landrat Alexander Tritthart (CSU).
Notwendig, wichtig, begrüßenswert und Wahnsinn
Er betrachte eine Buslinie von Höchstadt nach Forchheim als „sehr notwendig“, erklärte etwa Brehm. Und weiter: „Forchheim boomt, wir boomen. Da wird so eine Linie immer wichtiger werden.“ Fischkal zitierte aus einem Bericht des Fränkischen Tags, wonach die Stadt Forchheim laut Auskunft der städtischen Pressesprecherin Britta Kurth ein solches Angebot ebenfalls begrüßen würde.
Göbel sagte: „Das ist eine wichtige Linie, die noch fehlt.“ Die Zeitersparnis von bis zu 45 Minuten, die ein Direktbus im Vergleich zu den bisher angebotenen Linien bringen würde, „ist der Wahnsinn“, so Göbel weiter. „Ich wäre da sofort dafür“, erklärte Tritthart. Man habe dem benachbarten Landkreis Forchheim, der sich an der Bereitstellung der Buslinie beteiligen müsse, immer wieder signalisiert, dass der Landkreis Erlangen-Höchstadt eine direkte Busverbindung unterstütze.
Umfangreiche Kooperationen mit den Nachbarn
Der Landrat verwies außerdem auf die Tatsache, dass der Landkreis Erlangen-Höchstadt bereits umfangreiche Kooperationen mit benachbarten Gebietskörperschaften eingegangen sei, um grenzüberschreitende Busse möglich zu machen. Insbesondere mit den Landkreisen Fürth und Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim „klappt das perfekt“, so Tritthart: „So wie wir mit unseren Nachbarn verhandeln und zusammenarbeiten, das soll uns in Bayern erst mal einer nachmachen.“
Den Direktbus nach Forchheim wird es dennoch erst einmal nicht geben. Denn wie berichtet hat der dafür zuständige Mobilitätsausschuss des Landkreises Forchheim dieses Unterfangen in seiner jüngsten Sitzung am Dienstag nach einer entsprechenden Empfehlung der Forchheimer Kreisverwaltung einstimmig abgelehnt. „Der Landkreis Forchheim will das nicht“, resümierte Tritthart, und das müsse man im Landkreis Erlangen-Höchstadt so zur Kenntnis nehmen.
Lange Suche nach einem Beschlusstext
„Ich wundere mich über das Vorgehen auf der anderen Seite der Landkreisgrenze“, meinte Tritthart außerdem. Aber mehr als in dieser Sache immer wieder mit seinem Landratskollegen Hermann Ulm (CSU) aus Forchheim zu sprechen, könne er auch nicht machen. Denn in einem Punkt waren sich ebenfalls alle Redner im Kreisausschuss einig: Alleine könne der Landkreis Erlangen-Höchstadt die Kosten für die grenzüberschreitende Buslinie entlang der B470 nicht stemmen und sie dem Nachbarlandkreis quasi schenken. Im Raum steht ein Betrag von rund 540.000 Euro, den ein Planungsbüro für so eine Busverbindung kalkuliert hatte.
Um eine genaue Formulierung für einen Beschluss über den Antrag der Grünen wurde im Laufe der Debatte intensiv und lange gerungen. Am Ende einigte sich das Gremium auf einen von Landrat Tritthart und Bürgermeister Fischkal auf den Weg gebrachten Kompromissvorschlag: Die Idee einer Direktbusverbindung werde vorerst nicht weiterverfolgt, bis dazu klare positive Signale aus dem Landkreis Forchheim kommen. Die Botschaft: Sobald es sich der Nachbarlandkreis anders überlegt, ist man von Seiten des Landkreises Erlangen-Höchstadt gern wieder mit von der Partie.
Aber es gibt auch zwei gute Nachrichten für die Nutzer des ÖPNV im Landkreis Erlangen-Höchstadt: Für in Summe rund 230.000 Euro geschätzte Mehrkosten sollen auf der Buslinie 205 zwischen Höchstadt und Erlangen während der Hauptverkehrszeiten und im Schülerverkehr künftig Gelenkbusse mit einer größeren Fahrgastkapazität eingesetzt werden und auf derselben Linie soll es an den Wochenenden zusätzliche Frühfahrten in den Morgenstunden geben. Der Beschluss, diese beiden Forderungen in die anstehende Ausschreibung der Buslinien im sogenannten Linienbündel 6 aufzunehmen, erging einstimmig.
Grenzüberschreitender Radweg nach Tuchenbach kommt
Und auch für die Fans grenzüberschreitender Verbindungen gibt es noch eine gute Nachricht aus dem Kreisausschuss: Zwischen Höfen im Landkreis Erlangen-Höchstadt und Tuchenbach im Landkreis Fürth wird ein gemeinsamer Geh- und Radweg neben der Kreisstraße gebaut. Die Kosten von rund 1,4 Millionen Euro werden zwischen beiden Landkreisen aufgeteilt. Das sei „mehr als wünschenswert an dieser Stelle“ und „ein guter Lückenschluss“, befand Herzogenaurachs Bürgermeister German Hacker (SPD), bevor das Gremium einstimmig für den Wegebau votierte.
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