Gastkommentare
Südumfahrung Niederndorf: Pro und Kontra
So verläuft die Trasse der geplanten Südumfahrung.
So verläuft die Trasse der geplanten Südumfahrung.
Foto: Quelle: Stadt Herzogenaurach / Geobasisdaten: Bayerische Vermessungsverwaltung
Herzogenaurach – Soll die Südumfahrung Niederndorf gebaut werden oder nicht? Zwei Gastkommentare beleuchten beide Seiten zum Bürgerentscheid.

Pro Südumfahrung:

Bürger entlasten und Arbeitsplätze sichern

Arbeitsplätze, Wohnraum, Schulen, Kitas, Energieversorgung, Verkehrswege und vieles mehr. Alles gehört in einer Stadt zusammen, alles dient unserer Lebensqualität. Das eine geht nicht ohne das andere. Die Südumfahrung ist ein Baustein von vielen, ein dringend nötiger. Alle Alternativen sind geprüft, alle Auswirkungen transparent abgewogen. Nach über zehnjährigen Planungsverfahren und tausenden Seiten (Umwelt- und Verkehrs-) Gutachten sind wir im letzten Schritt vor der Umsetzung. Jeder sieht, dass es nicht darum geht „einfach so“ eine Straße zu bauen.

Konrad Körner
Konrad Körner
Foto: privat

Es geht primär um zwei Dinge:

1. Arbeitsplätze sichern, die uns und der Region Wohlstand bringen. Wussten Sie, dass seit 2009 über 10.000 Arbeitsplätze in Herzogenaurach zusätzlich entstanden sind, jetzt 24.500? Und über 1.000 Lkws und 15.000 Pkws am Tag durch Niederndorf fahren? Die Straße wird aus reiner Notwendigkeit heraus gebaut. Weil auch in Zukunft emissionsfreie Fahrzeuge und Busse, die jetzt im Stau stehen, auf Straßen fahren müssen. Nur eine Werkszufahrt? Nein. Sondern die langfristige Sicherung eines bedeutenden Wirtschaftsstandorts.

Zu viel Verkehr in der Ortsmitte – die Entlastung ist ein Argument der Befürworter.
Zu viel Verkehr in der Ortsmitte – die Entlastung ist ein Argument der Befürworter.
Foto: Bernhard Panzer

2. Die Entlastung der Niederndorfer. Wie ignorant wären wir, wenn wir weiterhin Familien aus Niederndorf abwandern und Häuser verfallen lassen, die als Wohn- und Lebensraum genutzt werden könnten? Und wer sich jetzt fragt, was das alles ihn angehe, sollte wissen: Jede noch so blumige „Alternative“ von Gegnern, wird am Ende auch ihn belasten. Denn kommt die Südumfahrung nicht, wird der gesamte Norden Herzogenaurachs mit mehr Verkehr belastet. Am Ende werden Pendler & Lkws den Weg über andere Straßen in unserer Stadt nehmen.

von Dr. Konrad Körner
(Fraktionsvorsitzender der JU)

 

Kontra Südumfahrung:

Klimaschutz: Endlich handeln

Wenn wir die Hoffnung aufrechterhalten wollen, im Jahre 2050 noch halbwegs in Frieden und Wohlstand zu leben, dann müssen wir jetzt handeln. Der Klimawandel ist die Ursache für Krieg, Flucht und Armut. Die Forschung mahnt dringend zum Umdenken.

Was können wir in Herzogenaurach dafür tun?

Endlich handeln! Denn das Ziel ist im Herzogenauracher Klimaschutzleitbild festgelegt: Bis 2030 sollen unsere CO2-Emissionen um 50% reduziert werden.

Martine Herpers
Martine Herpers
Foto: privat

Wir stoppen die Südumfahrung, stärken den ÖPNV, die StUB und Aurachtalbahn, bauen den Rad- und Fußgängerverkehr aus, entlasten Niederndorf sofort durch Tempo-30-Zone, innovative Lkw-Lenkung usw., erhalten für unsere Bauern die Felder und unsere grüne Lunge im Süden Herzogenaurachs. Dann haben wir die Chance, unser Ziel zu erreichen!

Bei dieser Wahl geht es nicht nur um die Südumfahrung, sondern um die Stadt- und Verkehrsentwicklung von Herzogenaurach in den nächsten 30 Jahren. Kommt die Südumfahrung, wird der Individualverkehr mit Pkw und Lkw zunehmen und mitten in unsere Innenstadt geleitet. Es ist zu erwarten, dass der gesamte Süden zugebaut wird.

Unberührte Natur – deren Erhalt fordern die Gegner.
Unberührte Natur – deren Erhalt fordern die Gegner.
Foto: Michael Stephan

Die 75 Mio. € für die Südumfahrung nutzen wir für ein verkehrsberuhigtes und nachhaltiges Verkehrskonzept für alle, die hier arbeiten und wohnen. So können wir zeigen, dass wir den Klimaschutz ernst nehmen, und zeigen, wie eine moderne Verkehrsentwicklung aussehen kann. So können wir jetzt die Chance ergreifen, umweltverträglich auf weniger Verkehr für alle Herzogenauracher umzustellen!

von Prof. Dr. Martine Herpers
(Sprecherin BI Stopp Südumfahrung)

 

Hier erfahren Sie alles zur Südumfahrung und den Bürgerentscheid: