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Verkehrsprojekt
Handwerker äußern Bedenken bei Stadt-Umland-Bahn
Über 100 Teilnehmer nahmen an einer Radtour entlang des Erlanger Teils der Stub-Trasse teil.
Über 100 Teilnehmer nahmen an einer Radtour entlang des Erlanger Teils der Stub-Trasse teil. // Rainer Hartmann
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Erlangen – 70 Prozent der Handwerker im Bezirk der Kreishandwerkerschaft Erlangen-Hersbruck-Lauf lehnen die Stub ab. Der Zweckverband verteidigt das Projekt. Wie das zusammengeht

Nach einer Abfrage unter den Mitgliedsbetrieben der Handwerksinnungen im Bezirk der Kreishandwerkerschaft Erlangen-Hersbruck-Lauf lehnt eine Mehrheit von über 70 Prozent die geplante Stadt-Umland-Bahn (Stub) von Nürnberg über Erlangen nach Herzogenaurach ab. Den Zweckverband Stub hat diese deutliche Ablehnung „überrascht“.

Bedenken ernst nehmen

Man nehme die geäußerten Befürchtungen der Kreishandwerkerschaft hinsichtlich der Einschränkungen während der Stub-Bauzeit sehr ernst. Man habe sich gemeinsam mit der Stadtverwaltung in einer mit Wirtschaft und Politik entwickelten Beschlussvorlage zum Umgang mit der Bauzeit bereits jetzt dazu bekannt, dass die Erreichbarkeit der Innenstadt gewährleistet bleibe und die Einschränkungen der Bauzeit minimiert würden.

Die Kreishandwerkerschaft weist in einer Pressemitteilung hierzu hin: Erstens sei das Handwerk als wesentlicher Teil der Erlanger Wirtschaft nicht in die Entwicklung einer Beschlussvorlage eingebunden. Zweitens sei die eingeschränkte Erreichbarkeit während der möglichen Bauzeit vor allem für das Ernährungs- und das Friseurhandwerk ein wichtiges, aber nicht das ausschlaggebende Argument, warum das Handwerk die Stub in der derzeit geplanten Variante ablehne. Die Mehrheit der Handwerksbetriebe sehe vor allem die finanziellen Herausforderungen und Risiken, die den möglichen Nutzen deutlich übersteigen würden. Hier bestünden nach wie vor zahlreiche Fragen und Bedenken, die vom Zweckverband nicht beziehungsweise nur ausweichend beantwortet worden seien.

Verbesserung durch Stub

Der Zweckverband Stadt-Umland-Bahn erklärt hingegen: „Vielmehr verbessern sich durch eine optimierte ÖPNV-Anbindung und die damit einhergehende Stadtentwicklung (Arcaden-Vorplatz, Hugenottenplatz, Entlastung der Goethe- und Hauptstraße vom Busverkehr) auch die Erreichbarkeit und Attraktivität der Erlanger Innenstadt, was dem Handel zugute kommt.“ Zur Frage der Kosten erläutert der Zweckverband: „Gerade das Verhältnis zwischen Nutzen und Kosten ist Gegenstand der deutschlandweit vergleichbaren standardisierten Bewertung. Der Nutzen-Kosten-Faktor von 2,0 der Stub bescheinigt, dass der volkswirtschaftliche Nutzen doppelt so hoch ist wie die Kosten.“

In Hinblick auf die Kosten für die Stadt Erlangen verbleibe nach aktuellen Berechnungen ein Eigenanteil von 82 Millionen Euro, von dem bereits 29 Millionen „verausgabt oder abgerufen“ sind. Würden die Stub-Planungen beendet, wäre dieser Betrag umsonst investiert.

Weiterer Zuspruch für Stub

Auch die Klima- und Umweltschutzverbände „Energiewende ER(H)langen“ und „Parents for Future“ Erlangen und Herzogenaurach sagen in einer Pressemitteilung klar „Ja“ zur Stub: „Die Stub stellt zweifellos das umweltfreundlichste Verkehrsmittel neben dem Fuß- und Radverkehr dar.“

Eine von der Initiative „Wir pro Stub“ organisierte Radtour entlang des Erlanger Abschnitts der geplanten Stub war laut Veranstalter ein voller Erfolg. Über 100 Radler fuhren mit.

Um über das Projekt zu informieren, lädt der Erlanger Oberbürgermeister Florian Janik zu Stadtspaziergängen entlang der Stub-Strecke ein. „Durch die Nürnberger Straße“ heißt es Dienstag, 28. Mai. Der Rundgang startet um 16 Uhr an der Kreuzung Gebbertstraße/Nürnberger Straße. Der Termin zu „Entwicklungen im Stadtwesten“ am Mittwoch, 29. Mai, findet aufgrund der größeren Wegstrecke als Radtour statt. Treffpunkt ist um 16 Uhr an der Kreuzung Schallershofer Straße/Kosbacher Damm.

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