Kuriose Tierrettung
Schwäne sorgen für Ärger auf der A3
Mit respektvollen Abstand warteten die Feuerwehren aus Heßdorf und Dechsendorf auf das Eintreffen der Erlanger Kameraden der Ständigen Wache, die eine Tierbox auf dem Fahrzeug haben.
Mit respektvollen Abstand warteten die Feuerwehren aus Heßdorf und Dechsendorf auf das Eintreffen der Erlanger Kameraden der Ständigen Wache, die eine Tierbox auf dem Fahrzeug haben.
Foto: David Full
Heßdorf – Was der Grund dafür war, warum ein Schwan versuchte, die A 3 zu Fuß zu überqueren, wird sich nicht mehr klären lassen. Ein Einsatz mit Happy-End.

Es ist eine Wortspielerei, die an dieser Stelle fast zwangsweise eingebracht werden muss: Den Feuerwehren schwante nichts Gutes, als sie zum Einsatz auf die Autobahn gerufen wurden. „Tierrettung“, lautete das Alarmstichwort und ergänzend hieß es, dass ein Schwan auf der Autobahn auf der Fahrbahn unterwegs sei. Eine nicht zu unterschätzende Gefahr für den dort fließenden Verkehr, erst recht innerhalb der momentan bestehenden Baustelle auf der A3 mit den verengten Fahrstreifen.

Geistesgegenwärtig richtig hatte eine Mitarbeiterin der dort tätigen Bauleitung der Firma Eiffage gehandelt, der der Schwan auf dem Mittelstreifen aufgefallen war. Zusammen mit einem Lastwagenfahrer, der die Spuren dichtmachen konnte, trieb sie den Schwan aus dem Gefahrenbereich an den Randbereich der Autobahn. Weiterhin alarmierte sie die Polizei, die wiederum die Feuerwehren aus Heßdorf, Dechsendorf und Erlangen alarmieren ließ. Auch die Adelsdorfer wurden mit alarmiert, um gegebenenfalls die Gegenspuren zu sichern.

Fauchender Partner auf dem Weiher

Für den Heßdorfer Kommandanten und Einsatzleiter Peter Bock zunächst einmal ein Einsatz wie jeder andere. „Tierrettung gehört bei uns einfach dazu. Das ist die oft zitierte Katze auf dem Baum, das ist schon mal eine zu rettende Blindschleiche oder eben auch ein Schwan.“ In diesem Fall war nicht klar, was der Schwan tatsächlich hatte. Der saß abseits der Leitplanke und ließ das Geschehen um sich herum auf sich einwirken. Wesentlich nervöser war der Schwanenpartner auf dem Weiher in unmittelbarer Nähe zum Einsatzort.

Aufgeplustert und fauchend näherte sich immer mal wieder dem verletzten Partner und den Feuerwehrlern. Diese haben Respekt vor dem großen, weißen Federvieh. Es sind weniger die Schnabelhiebe, die bei richtigen Treffern blaue Flecken hinterlassen. Respekt besteht vor den Schwingen, die die bis zu zwölf Kilogramm schwer werdenden Vögel einsetzen.

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„Üblicherweise“, erklärt Peter Bock, „fliegen die Schwäne davon, wenn wir sie einfangen wollen.“ Das war vor kurzem bei einer „Schwanenjagd“ in Nähe des aktuellen Einsatzortes geschehen. Der Erlanger Feuerwehrchef und Kommandant der Ständigen Wache ergänzt: „Wir bekommen immer mal wieder festgefrorene Schwäne gemeldet, die gibt es so nicht.“ Auch schwingen sich die stolzen Vögel „kurz“ vor der Rettung ebenfalls in die Lüfte.

Auf der Autobahn bestehen durch den Verkehr allerdings ganz andere Gefahren. Was für einen Lastwagen bei einem Zusammenstoß nur einen leichten Blechschaden bedeutet, kann bei einem Pkw bereits die Gesundheit der Insassen deutlich mehr gefährden. Abgesehen von Ausweichmanövern, die dann bei der erlaubten Geschwindigkeit von 80 km/h in diesem Bereich der Baustelle, zu schweren Unfällen führen können.

Peter Bock weiß auch um die Aufmerksamkeit, die solche Einsätze immer mit sich bringen „Tierfreunde beobachten das Geschehen schon sehr genau. Wir sind natürlich daran interessiert, die Tiere zu retten.“ Das erfolgte am Abend des Feiertages zusammen mit Kameraden der Ständigen Wache, die mit einer speziellen Transportkiste zum Einsatzort kamen. Weidinger erklärt, was dann mit den Tieren passiert: „Wir fahren in der Regel einen Tierarzt in Bräuningshof an, der die Tiere dann übernimmt.“ Aber auch das Tierheim oder die Tierklinik in Nürnberg sind Optionen, die genutzt werden.

In dieser speziellen Transportbox wurde der vermeintlich verletzte Schwan zum Arzt gebracht.
In dieser speziellen Transportbox wurde der vermeintlich verletzte Schwan zum Arzt gebracht.
Foto: Erich Biermann

Ende gut, Schwan wieder unterwegs

In diesem Fall endete der gut einstündige Einsatz ganz unspektakulär. Der Tierarzt in Bräuningshof stellte nach der Untersuchung fest, dass der Schwan außer einem Schock wohl keine Verletzungen davon getragen habe. Die Feuerwehr beendete ihren Job mit einer Auswilderung des Tieres am Kosbacher Weiher.

Nachsatz: Am Freitag ging es für die Großenseebacher Feuerwehr zu einer Kleintierrettung. Ein verletzter Schwan musste gefunden und versorgt werden.