Wenn ein Anwohner an einer Baumaßnahme, die eine ganze Straße betrifft, etwas auszusetzen hat, dann kann man noch sagen: Der treibt einfach quer. Wenn aber sieben von acht Betroffenen diese monieren, dann lässt sich das nicht so einfach wegdiskutieren. So geschehen in der Peter-Rosegger-Straße im Oberdorf von Adelsdorf. Dieses wird derzeit grundsaniert.
In einem offenen Brief an Bürgermeister und Gemeinderat bemängelten die Anwohner unter anderem, dass im September 2022 die Restasphaltdecke ohne Vorankündigung entfernt worden wäre. Nach zwei Wochen habe die Baufirma die Bautätigkeiten plötzlich eingestellt und erst nach Intervention durch die Anwohner die Grundstücke wieder für Fahrzeuge zugänglich gemacht. Seitdem wären keine Bautätigkeiten mehr durchgeführt worden, eine Sackgassenbeschilderung im Bereich Maria-Ludwig-Straße würde fehlen und es wären Schäden an Fahrzeugen entstanden, wurde beklagt. Um einen Termin für eine Ortsbesichtigung wurde gebeten.
Dienstaufsichtsbeschwerde
Bürgermeister Karsten Fischkal koordinierte daraufhin einen Termin vor Ort mit Mitgliedern des Gemeinderates sowie Andreas Zacherl vom Planungsbüro GBI für den Freitag, um so mit den Anwohnern in einen Dialog zu treten. Aus „terminlichen Gründen“, wie es hieß, war es jedoch keinem der Anwohner möglich, diese Zusammenkunft wahrzunehmen, so dass es zwar zu einer Ortsbesichtigung kam, in welcher Zacherl dem Gemeinderat Rede und Antwort stand, jedoch ohne Beteiligung der Anwohner.
„Wir wollen zielführend arbeiten“, erklärte Michael Denk, Sprachrohr der Anwohner, in einem Telefonat mit dem FT. „Dafür ist es wichtig, dass alle Anwohner, die betroffen sind, vor Ort sind, um die Problematik zu besprechen.“ Es gehe ihm um Geschlossenheit. „Wir stehen alle dahinter, es sollen auch alle da sein.“
Zwei Gründe veranlassten Fischkal, das Reden Zacherl zu überlassen. Zum einen läge eine Dienstaufsichtsbeschwerde gegen ihn durch einen Anwohner vor, welcher inzwischen zwar abgeholfen sei, zum anderen jedoch gebe es ein zivilrechtliches Verfahren, da einer der Anwohner in der Baustelle eine Baumaßnahme vorgenommen habe. „Ich mache das seit 30 Jahren“, startete Zacherl, „Aber eine Baustelle mit soviel Präsenzforderung hatte ich noch nie!“
Zwei Hauptgründe sind es, die das Bauvorhaben abbremsen. Zum einem ist dies besagter Eingriff in die Baustelle im Herbst letzten Jahres durch einen Anwohner. „Wir hatten das auch noch nie, dass ein Anwohner in der Baustelle rumgräbt“, berichtet Zacherl. Da müsse genau geprüft werden, ob der Baufirma ein Schaden entstanden sei, da sie die Gewährleistung für die korrekte Ausführung der Baumaßnahmen im Rahmen der Grundsanierung trägt. Immerhin würde sie dafür haftbar gemacht, wenn in zwei, drei Jahren eine Mauer kippt oder ein sonstiger Schaden entstünde. Der andere Grund sei, dass die Anwohner sich zu Beginn massiv gegen einen Anschluss an das Nahwärmenetz der Gemeinde gestemmt hätten, so dass ein solcher schließlich nicht vorgesehen wurde. So war es möglich, die Baumaßnahme in der Peter-Rosegger-Straße früher als vorgesehen zu starten.
Aufgrund der Weltlage dann beschlossen die Anwohner laut Zacherl sich doch für einen Anschluss an die Nahwärme zu entscheiden. Abgesehen davon, dass Rohre etc. bestellt werden müssten, könnten diese aber nicht einfach so verlegt werden. Nun müssten die Anwohner abwarten, bis die Leitungen bis zur Peter-Rosegger-Straße verlegt werden, um auch diese anzuschließen.
„Eine ganz normale Tiefbaustelle“
„Wir hätten uns auch hinstellen können und sagen: Der Zug ist abgefahren, Nahwärme vielleicht in zwanzig Jahren“, sagte Zacherl. Aber man hätte den Leuten ja entgegenkommen wollen. „Das ist eine ganz normale Tiefbaustelle, man kann das nicht anschieben.“
Zacherl wehrt sich auch gegen den Vorwurf, es würde nichts getan auf der Baustelle. „Die Baustelle ist nicht nur hier auf den 50 Metern“, erklärt er. „Die Nahwärme kommt langsam gekrochen. Wenn sie hier ist, geht es weiter.“
Wenn die Nahwärme drin ist, komme die Tragdeckschicht drauf. Dann sehe die Sache gleich ganz anders aus, so wie zum Beispiel bereits in der Kasper-Lang-Straße. Mitte nächsten Jahres soll es auch in der Peter-Rosegger-Straße soweit sein.
Termin mit Anwohnern folgt
Ein weiterer Ortstermin zusammen mit den Anwohnern soll nach den Sommerferien in Angriff genommen werden. Ein entsprechender Terminvorschlag seitens Denk liegt vor. „Ich werde den Michael Denk auch noch anrufen“, erklärte Fischkal, um ihm so entgegenzukommen. „Wir wussten alle, dass es eine Baustelle ist von ein paar Jahren.“
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