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Zwischen Fitness und Fast-Food
Herzogenaurach: Wie sportlich isst es sich bei Adidas?
Die "Stripes" ist eine von zwei Kantinen auf dem Adidas Campus.
Die "Stripes" ist eine von zwei Kantinen auf dem Adidas Campus. // Foto: Adelheid Wagner
Herzogenaurach – Mehr als 2000 Mahlzeiten werden bei Adidas täglich für die Belegschaft gekocht. Das Angebot reicht von Hausmannskost bis asiatisch-vegan – nur der Dauerbrenner überrascht mit seiner Einfachheit.

„Unsere Leute machen so viel Sport. Sie können sich ab und zu eine Pizza erlauben“, sagt Julia Dusemond, Pressesprecherin von Adidas. Wer könnte so einer hausgemachten Pizza mit täglich frisch zubereitetem Teig auch widerstehen? Rund 2100 Teller mit heißem Mittagessen gehen täglich in den Betriebsrestaurants von Adidas in Herzogenaurach über die Theken.

Nach Schaeffler ist Adidas zweitgrößter Arbeitgeber im Landkreis Erlangen-Höchstadt und in Herzogenaurach. In der Großküche des Sportartikelherstellers werden jeden Tag beachtliche Mengen an Lebensmitteln verkocht. Dazu gehören Mittagessen, Heißgetränke, Snacks und belegte Brötchen sowie Backwaren aus der hauseigenen Bäckerei. Für die Verpflegung gibt es verschiedene Bistros sowie Kaffee- und Teebars in den vielen Bürogebäuden auf dem weiträumigen Campus, und nicht nur eines, sondern gleich zwei Betriebsrestaurants. Zum Mittagessen gehen die Beschäftigten ins „Stripes“ und „Halftime“. Das sind die Namen der zwei Adidas-Kantinen.

Die Kantine bei Adidas: Hier werden täglich rund 2.100 Mahlzeiten verzehrt.
Die Kantine bei Adidas: Hier werden täglich rund 2.100 Mahlzeiten verzehrt. // Foto: Adelheid Wagner

Adidas: Zwei Betriebsrestaurants auf dem Campus in Herzogenaurach

„Unsere Kantinen und Bistros sind auch als Treffpunkte gedacht, um zusammenzukommen und sich auszutauschen“, sagt Christian Dzieia, Leiter für Arbeitsplatzgestaltung bei Adidas. Das sieht man. Das „Stripes“ und „Halftime“ fügen sich in das moderne architektonische Konzept des Adidas-Campus ein. Hohe, lichtdurchflutete, offene Räume laden zum Verweilen ein. Hier zieht die Betriebskultur Parallelen aus der Sportwelt. Zu einer guten sportlichen Performance gehören auch Pausen dazu. Ähnlich wie für Athleten beim Sport, weiß Dzieia, dass Pausen für Adidas-Mitarbeiter genauso wichtig sind.

Jeden Tag werden in den Kantinen bis zu 15 verschiedene Gerichte zubereitet. Die „Stripes“ und „Halftime“ bieten unterschiedliche Angebote an. Um möglichst viele Vorlieben anzusprechen, reicht das Menü von Hausmannskost bis zur Salatbar und bunten Gemüse-Bowls. 2018 wurde die neue Kantine „Halftime“ in Betrieb genommen.

Die Adidas Kantine "Halftime" ist wie ein Food-Court mit verschiedenen Theken aufgebaut.
Die Adidas Kantine "Halftime" ist wie ein Food-Court mit verschiedenen Theken aufgebaut. // Foto: Adelheid Wagner

Das Konzept gleicht einem Food-Court: An verschiedenen Theken bekommt man Gerichte unterschiedlichster Couleur.

Bei der „Root“-Theke gibt es Bowls, am „M'eat“-Stand Fleischgerichte oder gegrilltes. „Ciao!“ bietet täglich frisch gemachte Pizza und Pasta. An der „Root“-Theke, zu Deutsch Wurzel, findet sich wiederum vegetarische oder vegane Kost, wie Gemüse-Bowls mit Reis. Die „Spice“-Theke deckt die indische Küche ab, und bei „Miyo“ gibt es weitere asiatische Gerichte.

„Wir achten auf gesunde, ausgewogene Kost“, sagt Dzieia, „und bieten jeden Tag auch Fleisch an. Wir wollen, dass die Mitarbeiter das selbst entscheiden können“, erklärt er das Mensakonzept. „Ich selbst esse wegen der großen Auswahl deutlich weniger Fleisch, seitdem ich hier arbeite.“

Adidas-Kantine: Nährwerte per Smartphone-App einsehen

Ein besonderes Alleinstellungsmerkmal von Adidas ist die Kantinen-App. Die können Mitarbeiter und sogar Gäste auf ihr Smartphone installieren. Darüber lässt sich nicht nur der wöchentliche Speiseplan einsehen, sondern auch Nährwertangaben für jede Mittagsmahlzeit. Das dürfte vor allem gesundheitsbewussten Essern oder Personen mit einer speziellen Ernährungsform entgegenkommen.

Am Standort in Herzogenaurach arbeiten Menschen aus mehr als hundert Nationen. Das spiegelt sich im Essensangebot wider. Zwischen brasilianischer Feijoada und Pulled Duck Burger mit Hoisin und gepickelter Pflaume dürfte so ziemlich jeder auf den Geschmack kommen.

Hinter den Kulissen ist Jan Hoffmann für die Großküche des Unternehmens zuständig. Um fünf Uhr in der Früh starten die Vorbereitung für die Verpflegung an einem normalen Arbeitstag. Im Labyrinth, wie Hoffmann die langen verwinkelten Gänge der Großküche treffend nennt, wird es zur Mittagszeit sehr geschäftig. Die Vorräte hier werden normalerweise in maximal drei Tagen aufgebraucht. Jeden Tag liefern sieben bis zwölf Lkws die Lebensmittel an. Täglich wird rund eine Tonne Lebensmittel verbraucht, schätzt Hoffmann. „Es steckt sehr viel Handwerk in unseren Speisen“, sagt der Gastrochef. „In unseren Großküchen bereiten wir jeden Tag, neben hausgemachter Pizza und Pasta elf weitere Gerichte aus der ganzen Welt frisch zu.“

Die Salatbar der Adidas-Kantine "Stripes". Der Salat lässt sich auch in der Mehrwegschalen mitnehmen.
Die Salatbar der Adidas-Kantine "Stripes". Der Salat lässt sich auch in der Mehrwegschalen mitnehmen. // Foto: Adelheid Wagner

Großküche bei Adidas: 8,5 Tonnen Pommes frites im Jahr 

Aufs Jahr gerechnet, werden beim Sportartikelhersteller unvorstellbare Mengen an Lebensmitteln verbraucht. Allein im Jahr 2024 wurden bei Adidas 480.000 Mahlzeiten und 470.000 Heißgetränke gekocht. In Zahlen macht das fast fünf Tonnen Nudeln und 7,5 Tonnen Reis.

Wie gesund isst es sich also bei Adidas? Das ist sicherlich individuell verschieden. 8,5 Tonnen Pommes frites im Jahr 2024 dürften zumindest eine grobe Einschätzung in der Sache geben. Was essen Mitarbeiter beim Sportartikelhersteller am liebsten? Zu den Gerichten mit den meisten Abnehmern gehören Cesar Wraps, Chicken Tikka Masala und gelbes Hähnchencurry. Das beliebteste Gericht gibt es bei Adidas übrigens immer freitags. 2024 wurden davon 18.000 Portionen gegessen. Weil der kommende Freitag ein Feiertag ist, gibt es in dieser Woche die Currywurst ausnahmsweise an einem Donnerstag.

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