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Sterben der Einkaufszentren
Erlangen Arcaden halten dem Negativtrend stand
Beschlossene Sache: Levi’s, Calvin Klein Underwear und Tommy Jeans schließen Ende Januar ihre Filialen in den Erlanger Arcaden. Für das Center Management jedoch kein Grund zur Sorge.
Beschlossene Sache: Levi’s, Calvin Klein Underwear und Tommy Jeans schließen Ende Januar ihre Filialen in den Erlanger Arcaden. Für das Center Management jedoch kein Grund zur Sorge. // Anna-Lena Reif
Erlangen Höchstadt – Ob Bamberg oder Nürnberg: Überall stehen Verkaufsflächen leer, vor allem Einkaufszentren. Auch in den Erlangen Arcaden ziehen drei Geschäfte aus – Leerstand gibt es aber nicht.

Wer derzeit auf der Suche nach Weihnachtsgeschenken durch die Erlanger Arcaden flaniert, wird schnell bemerken, dass sich hier einiges tut. Eine Staubschutzwand im Erdgeschoss verbirgt eine Baustelle. Auch im Obergeschoss deuten Wände statt Schaufenstern an manchen Stellen Umbruch an.

Und mittendrin prangt über drei Schaufenster hinweg ein großer roter Schriftzug: „Räumungsverkauf wegen Schließung“. Was seit Wochen angekündigt war, ist nun offiziell. „Wir haben leider keine Einigung erzielt“, bestätigt Center Manager Matthias Borutta. Ende Januar sollen die Filialen von Calvin Klein Underwear, Tommy Jeans und Levi’s also die Türen in den Erlangen Arcaden schließen.

Erlangen Arcaden: Umbauten für neue Mieter

Für Borutta aber noch lange kein Grund zur Sorge – im Gegenteil. Ein Interessent für zwei der leer werdenden Flächen sei schon in Aussicht. Offiziell sei aber noch nichts. „Wir haben eine Liste mit Mietinteressenten“, erklärt der Manager. Wenn eine Verkaufsfläche leer werde, könne man direkt Gespräche mit potenziellen Nachfolgern führen. Leerstand sei demnach in den Arcaden kein Thema.

„Bei uns soll zum Beispiel noch in diesem Jahr eine Starbucks Filiale eröffnen“, erklärt Borutta. „Und im Obergeschoss hat vor Kurzem das Café Paradiso mit Kinderbetreuung eröffnet. Da kann man mit den Kindern hingehen, oder die Kinder auch mal für eine Stunde in die Betreuung geben und shoppen gehen.“ Auch wer Partyzubehör in allen Farben und Formen sucht, wird seit Kurzem im Partyland im Obergeschoss fündig.

Neue Flächen für C&A und New Yorker

Außerdem sei die Staubschutzwand im Erdgeschoss ebenfalls Zeichen einer positiven Entwicklung: Vier Verkaufsflächen, die ehemals die Filialen von Pimkie, Bijou Brigitte und S. Oliver sowie ein Testzentrum beherbergt hatten, sollen nun zusammengelegt werden und eine neue, größere Fläche für die Filiale der Modekette New Yorker bieten.

Mit festlicher Dekoration soll den Kunden in der Vorweihnachtszeit ein besinnliches Einkaufserlebnis beschert werden.
Mit festlicher Dekoration soll den Kunden in der Vorweihnachtszeit ein besinnliches Einkaufserlebnis beschert werden. // Anna-Lena Reif

Auch die Fläche, wo New Yorker derzeit noch zu finden ist, wird im Anschluss umgebaut: Sie soll mit der Fläche der ehemaligen Apotheke zusammengelegt und durch einen Deckendurchbruch um der frühere K&L-Verkaufsfläche erweitert werden. In die neuen Räume soll dann C&A einziehen. „Das sind einige baulich spannende Themen und Herausforderungen, aber wir schauen, dass wir das möglich machen“, sagt Borutta. „Es gibt viele neue Einzelhandelskonzepte und wir freuen uns, auch denen Platz geben zu können.“

Nicht überall sieht es so rosig aus. Ein paar Kilometer weiter steht mitten in der Nürnberger Innenstadt seit Jahren das ehemalige Einkaufszentrum City Point leer. Der 1999 gebaute Komplex beherbergte über Jahre hinweg verschiedene Geschäfte und Gastronomie.

Bamberg und Nürnberg: Leerstand in Atrium und City Point

Im Herbst 2021 zogen dann die letzten Mieter aus. Die Pläne für das Grundstück waren schnell relativ klar: Ein Investor übernahm die Immobilie, plante den Abriss des nicht mehr zeitgemäßen Komplexes und den Neubau eines modernen „Altstadt Karrees“, das sich auch optisch besser in die Breite Gasse einfügen sollte. So weit ist es bislang jedoch nicht gekommen: Der Investor meldete Insolvenz an, das weitere Vorgehen ist unklar.

Für die Erlangen Arcaden ist die Suche nach Nachmietern kein Problem.  Das liegt auch am Standort.
Für die Erlangen Arcaden ist die Suche nach Nachmietern kein Problem. Das liegt auch am Standort. // Foto: Anna-Lena Reif

Ähnlich sieht es in Bamberg mit dem Megaprojekt Atrium aus. Seit vier Jahren klafft die bauliche Lücke mitten in der Stadt und begrüßt ankommende Bahnfahrer in der Welterbestadt. Auch hier gibt es eigentlich längst einen Plan, was mit der Fläche passieren soll.

Ein Luxushotel soll auf dem Areal entstehen, dazu eine Kletteroase, einige Markenläden und vier Restaurants. Die Zustimmung vom Stadtrat liegt seit Juli vor – doch voran geht weiterhin nichts. Zwar soll die Baugenehmigung nun endlich beschlossene Sache sein und den Eigentümern wohl demnächst vorliegen, wann diese aber mit dem Projekt beginnen können, ist noch ungewiss.

Höchstadt: Aisch-Park-Center hat Kundenzuwachs

Im Landkreis Erlangen-Höchstadt gibt es noch ein zweites Positivbeispiel, das sich aktuell gut hält. Seit 2018 lockt das Aisch-Park-Center Kunden aus der Region nach Höchstadt. Mit einer Vielzahl an Parkplätzen und Fachmärkten und einer offenen Bauweise sei für Kunden dort genau das geboten, was sie in überfüllten Innenstädten eben nicht fänden, erklärt Center Manager Tim Grevelhörster. „Das Aisch-Park-Center geht deshalb ganz klar als Gewinner der letzten Jahre unter den Shopping-Destinationen im Großraum Nürnberg hervor“, ergänzt er zuversichtlich.

Auch hier sei zwar zu spüren, dass Kunden aufgrund von Inflation im Durchschnitt weniger einkaufen. Dafür erfahre das Center aber „hohe Zuwachsraten der Besucherfrequenz aus dem Großraum Nürnberg“. Leerstand sei hier demnach kein Problem.

Mit weihnachtlicher Dekoration lockt das Einkaufszentrum seine Besucher.
Mit weihnachtlicher Dekoration lockt das Einkaufszentrum seine Besucher. // Anna-Lena Reif

„Das Interesse potenzieller Mieter für das Aisch-Park-Center wächst“, sagt Grevelhörster. Für diese Entwicklung sei aber auch ein guter Mix an Einkaufsmöglichkeiten und Gastronomie sowie ein aktives Management nötig. „Wir tun sehr viel für den Erfolg des Centers. Sowohl durch gezielte Werbemaßnahmen, unsere Onlinepräsenz auf Facebook, Instagram und Homepage sowie tolle Events haben wir uns ebenfalls einen Namen gemacht.“

Borutta: Neue Einzelhandelskonzepte nötig

Auch Matthias Borutta ist sich sicher, dass ein guter Mix zum Erfolgsrezept für die Erlanger Arcaden zählt. „Der Branchenmix ist sehr wichtig. Man braucht Großbetreiber, die die größeren Flächen unterhalten, aber auch andere Branchen und kleinere Händler.“ Außerdem würde in Erlangen der Standort einfach passen. „Das ist eine Kombination aus Rahmenbedingungen und Kaufkraft, die hier stimmt“, sagt er.

Insgesamt müsse man aber natürlich auch immer mit der Zeit gehen. „Handel ist Wandel“, ist Borutta sich sicher. Und um die sich ändernden Kundenbedürfnisse zu erfüllen, müsse man auch im Einzelhandel immer wieder neue Konzepte erschließen.

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