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Beliebtes Outlet vor dem Aus
Gerry Weber schließt alle Filialen – Gremsdorf betroffen
Gerry Weber Gremsdorf
Das Gerry Weber Outlet in Gremsdorf wird geschlossen. // Foto: Andreas Dorsch
Signet des Fränkischen Tags von Andreas Dorsch
Gremsdorf – Der Modehersteller Gerry Weber schließt alle seine Geschäfte in Deutschland. Damit steht auch das Outlet in Gremsdorf vor dem Aus. Was die Schließung für die Mitarbeiterinnen bedeutet.

In den vergangenen Jahren scheiterten mehrere Versuche, das renommierte deutsche Modeunternehmen Gerry Weber vor der endgültigen Insolvenz zu retten. Jetzt scheint das endgültige Aus besiegelt. Wie die Zentrale in Halle/Westfalen am Freitag mitteilte, werden nun alle noch verbliebenen 40 Geschäfte in Deutschland geschlossen. Davon betroffen ist auch das Gerry-Weber-Outlet in Gremsdorf. Sechs Mitarbeiterinnen verlieren hier ihren Arbeitsplatz.

Von der aktuellen Entwicklung erfuhren die Beschäftigten in dem Gremsdorfer Geschäft am Freitagnachmittag von Kunden und aus den Medien. Offiziell informiert werden sollte die Belegschaft erst am Montag. Dass das Outlet in Gremsdorf keine Zukunft mehr hat, war der Filialleiterin und den Mitarbeiterinnen an der Kasse bereits klar. „Ende August ist in Gremsdorf Schluss“, hieß es bisher. Wann jetzt die letzten Teile für die elegante Dame über die Ladentheke gehen, ist noch ungewiss.

„Wir räumen unser Lager – bis zu 70 Prozent Rabatt“ steht unübersehbar in den Schaufenstern der Gremsdorfer Filiale. Der Ausverkauf läuft. Viele Kundinnen lassen es sich nicht nehmen, noch das eine oder andere Schnäppchen zu machen. Das Bedauern, dass sie sich hier nicht mehr mit eleganter Kleidung eindecken können, ist groß, wie eine Umfrage am Freitagnachmittag vor Ort ergab.

Gerry Weber Gremsdorf: Kundinnen bedauern Schließung

„Wir mögen diese Marke“, sagen Mutter und Tochter Messingschlager aus Effeltrich, die regelmäßig zum Einkaufen in das Gerry-Weber-Outlet nach Gremsdorf kommen. „Wir achten auf Qualität und Verarbeitung“, verrät die Tochter, „und einen gewissen Schick müssen die Sachen auch haben“.

Gerry Weber Gremsdorf
Tochter und Mutter Messingschlager schätzen die Qualität der Gerry-Weber-Damenmode und bedauern das Aus in Gremsdorf. // Foto: Andreas Dorsch

Mutter Messingschlager ist gelernte Schneiderin, muss die Teile sehen und den Stoff fühlen, um die Qualität zu beurteilen. Die 89-Jährige hat sich schnell noch einen leichten schwarzen Blazer für ihren Urlaub in Italien mitgenommen. Fast Fashion, kurzlebige Billigmode, lehnen die Messingschlagers ab, wie wohl die meisten der Gerry-Weber-Kunden. „Man kann die Sachen auch ganz lange tragen“, sagt die 89-Jährige mit Bedauern.

Gremsdorf: So geht es mit den Räumen weiter

Die Mitarbeiterinnen der Gremsdorfer Filiale sind zuversichtlich, neue Jobs im Einzelhandel zu finden. Zuversichtlich ist auch Gremsdorfs Bürgermeister Norbert Walter (CSU), dass die Räume in dem Gremsdorfer Gewerbepark nicht lange leer stehen werden. Nachdem das Outlet an der A3 schon einige Gerry-Weber-Insolvenzen überlebt hat, verwundert es Walter schon, „dass jetzt wirklich Schluss sein soll“.

Künftig soll es nur noch die Marke „Gerry Weber“ geben. Die spanische Modefirma „Victrix“ übernimmt den deutschen Modehersteller und auch die Produktion. Gerry-Weber-Damenmode soll künftig von Handelspartnern vertrieben werden, die auch andere Marken führen. Alle Shops wie der in Gremsdorf verschwinden.

 

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