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Mit Nähkursen und Beratung
Maßgeschneiderte Mode: Neuer Laden öffnet in Herzogenaurach
Aline Moßmann (links) und Céline Wernet wollen mit ihrem innovativen Konzept in der Herzogenaurach Hauptstraße durchstarten.
Aline Moßmann (links) und Céline Wernet wollen mit ihrem innovativen Konzept in der Herzogenaurach Hauptstraße durchstarten. // Anna-Lena Reif
Herzogenaurach – Zwei Gründerinnen eröffnen mit ihrem innovativen Konzept einen Concept Store in Herzogenaurach. Was Kunden im „Cashapona“ erwartet.

Zwei große Schaufenster, die den Blick auf Schneiderpuppen freigeben, mehrere kleine Zettel in der Ecke, einer davon mit einer Palme und dem Namen „Cashapona“ versehen: Noch lässt der Blick auf die Hausnummer 59 in der Herzogenauracher Hauptstraße nicht viel von dem erahnen, was sich im Inneren bald tun soll. Denn hier wollen Aline Moßmann und Céline Wernet mit ihrem eigenen Unternehmen durchstarten. 

Manufaktur, Beratung und Concept Store sollen hier Hand in Hand agieren. „Wir schließen eine essenzielle Lücke, weil wir drei wichtige Bestandteile abdecken, die man braucht, wenn man ein Modelabel gründet“, erklärt Wernet. Von Design und Schnitterstellung über Verarbeitungstechniken bis hin zum Thema Sichtbarkeit gebe es viele Aspekte, die man im Auge behalten müsse. „Ich fand es damals auch überfordernd, ein Label zu gründen. Deswegen wollen wir Gründer da an die Hand nehmen und sie durch alle Schritte führen“, so die 27-Jährige. 

Cashapona: Mode mit Fokus auf Nachhaltigkeit

Neben der Beratung für andere Unternehmen wollen Moßmann und Wernet in ihrem neuen Concept Store in Herzogenaurach aber auch ihre eigenen Modestücke verkaufen – maßgeschneidert und aus hochwertigen Stoffen. „Kunden können hier alles, was nach Maß ist, bestellen: Alltagskleidung, Braut- und Abendmode, Anzüge“, erklärt Moßmann. „Sofort kaufen können sie momentan vor allem Unterwäsche“, fügt sie hinzu und deutet auf eine Wand, an der Dessous aus roter und schwarzer Spitze hängen. 

Die Stoffe beziehen die beiden Gründerinnen vor allem aus Mitteleuropa: Wolle aus Italien, Seide aus Frankreich, Spitze aus Deutschland. „Für uns ist Nachhaltigkeit wichtig, kurze Wege und hohe Qualität“, so Moßmann. „Wir wollen traditionelles Handwerk wieder mehr in den Vordergrund bringen.“ Aber auch Transparenz sei den beiden wichtig. „Es wird oft unterschätzt, wie viel Arbeit in einem Kleidungsstück steckt“, so Wernet. 

Cashapona Herzogenaurach
 // FOTOGALERIE
Cashapona Herzogenaurach
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Dass die beiden jungen Frauen einmal in der Modebranche landen, war nicht von vornherein klar. Moßmann, die Deutsch-Französin ist, hatte zunächst ein Medizin-Studium begonnen, ehe sie in Frankreich ohne eine vorherige Ausbildung die Gesellenprüfung zur Schneiderin ablegte. Wernet hingegen kommt aus dem Bereich des financial managements, befasst sich im Studium mit allem, was mit Wirtschaft und Finanzwesen zu tun hat. „Aber meinen ersten Businessplan habe ich schon in der Schule geschrieben und gemerkt: Das Unternehmertum reizt mich“, erzählt sie.

Herzogenaurach: Neues Geschäft bietet Nähkurse für alle

Erst in einer Gruppe für Gründerinnen lernten die beiden sich kennen und merkten schnell: „Das hat sofort gematcht“, erzählt Wernet. Schnell sei die Entscheidung gefallen, zusammenzuarbeiten, im Juni 2024 gründen Moßmann und Wernet ihr eigenes Unternehmen „Cashapona“ – übrigens der Name einer Wanderpalme.  „Wir wollen mit dem Namen das Nachhaltige darstellen, das wir verkörpern wollen, und das Unmögliche möglich machen. Aber auch die Bewegung in der Fashion Industrie darstellen, die ziemlich eingeschlafen ist“, so Moßmann. „Die Stelzen der Cashapona symbolisieren sehr gut, dass man verschiedene Anhaltspunkte braucht, wenn man vorwärtsgehen will.“ 

Zum Konzept für den Store in Herzogenaurach zählt aber noch mehr, als nur die Maßschneiderei. „Wir werden Nähkurse anbieten, Kindernähkurse, aber auch Männernähkurse. Die Schneiderei war ja ursprünglich ein Männerberuf“, so Moßmann. Bei den Kursen sollen alle teilnehmen können, die an Schneiderei interessiert sind, egal wie viele Vorkenntnisse man hat. Auch Teamevents sollen angeboten werden, ebenso wie verschiedene Nähsets, Haar-Accessoires und bald auch Yogamode.

Start-up-Szene in Herzogenaurach auf dem Vormarsch

Auf Herzogenaurach als Standort setzen beide große Hoffnungen. „Ich wohne in Falkendorf, da war es naheliegend, etwas in der Nähe zu suchen. Und das familiäre Klima in Herzogenaurach passt besser zu unseren Werten als Erlangen“, sagt Moßmann. „Für mich fallen in Zukunft ein paar Bahnfahrten an“, scherzt Wernet hingegen. Die 27-Jährige wohnt in Darmstadt, wo sie auch einen Teil ihrer Arbeit im Homeoffice erledigen wird. „Aber Herzogenaurach eilt seinem Ruf voraus. Auch in Frankfurt und so weiter wissen alle direkt, dass das da ist, wo Puma und Adidas sitzen.“

Crowdfunding-Aktion im März

„Man denkt immer, dass alles Kreative in Berlin und Co. passiert“, sagt Judith Jochmann vom Stadtmarketing Herzogenaurach. „Aber daran sieht man, dass kreative Ideen auch hier entstehen können.“ Vom neuen Concept Store zeigt Jochmann sich begeistert. „Es ist speziell, es ist innovativ und es hat gute Chancen, weil es in eine Lücke tritt“, ist sie überzeugt. „Es freut mich total, dass die Start-Up-Szene hier in Herzogenaurach sichtbar wird. Alle Ideen frischen die Szene auf, das ist das, was die Entwicklung der Innenstädte prägen wird. Es freut mich umso mehr, weil das nicht so oft in Mittelstädten passiert.“ 

Im März wollen Moßmann und Wernet auch ein Crowdfunding-Projekt starten, mithilfe dessen sie ihre Ausstattung um verschiedene Maschinen erweitern wollen. „Wir wollen auch ein Ausbildungsbetrieb werden, dafür werden wir manche Maschinen auch doppelt brauchen“, erklärt Wernet. Über das Crowdfunding sollen Kunden spezielle Produkte zu reduzierten Preisen kaufen oder auch einfach so finanzielle Unterstützung geben können. „Wir haben eine super große Nachfrage und wollen der auch gerecht werden können“, so Wernet.

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