Amazon bemüht sich nun offenbar um Transparenz in der Gemeinde Pommersfelden. Im Gewerbegebiet nahe Limbach ging Mitte Oktober das Amazon-Verteilzentrum in Betrieb.
Jetzt öffnete es seine Tore für TV, Presse und für die Rätinnen und Räte der Gemeinde. „No problem“ beim Fotografieren, Antworten gab es auf alle Fragen und detaillierte Einblicke in die Arbeitsabläufe. Lediglich strenge Sicherheitsvorkehrungen galt es einzuhalten: Impfstatus-Nachweis, Temperaturmessung, Masken und Schutzwesten.
Thomas Peter, Standortleiter betonte: „Wir verstehen uns als Partner der Gemeinde.“ Deshalb engagiere sich Amazon und unterstütze die Region mit Spenden.
Rückblick
Dabei war die Ansiedlung des Online-Riesen in Pommersfelden – insbesondere im nahen Ortsteil Limbach – anfangs sehr umstritten. Als demokratischstes aller Mittel wurde ein Bürgerentscheid bemüht, der erste in der Geschichte der Gemeinde Pommersfelden. Anfang April 2020 entschied sich die Mehrheit Bürger zugunsten der Ansiedlung des Verteilzentrums.
Protest abgeebbt
Inzwischen scheinen die Wellen des Protests ziemlich abgeebbt zu sein. Nach Beschwerden aus der Bürgerschaft befragt, konnte Bürgermeister Gerd Dallner nur einen Kritikpunkt nennen: Die starke Beleuchtung des Betriebsgeländes. Sie sei auch bereits reduziert worden und es werde weiter daran gearbeitet, so Dallner. Wobei Licht natürlich immer auch Sicherheit bedeute. Die wachsende Eingrünung soll ein weiteres dazu tun, die teilweise als störend empfundene Helligkeit zu mindern. Rund 100 Bäume seien festgeschrieben und auch bereits gepflanzt worden, informierte der Bürgermeister.
Dabei ist Amazon nur Mieter der Immobilie. Eigentümer ist P3 Logistic Parks, ein auf dem gesamten europäischen Markt aktiver Investor und Entwickler. Wie der Pressemappe zu entnehmen ist, entwickelt P3 insbesondere ökologisch nachhaltige Immobilien.
Standortleiter Thomas Peter vermittelte den Besuchern die Unternehmensstrukturen. Der Standort Pommersfelden mit 5700 Quadratmetern sei eines von elf Verteilzentren in Bayern. Kein Lager also, auch kein Zwischenpuffer, sondern praktisch die letzte Meile zum Kunden. Im Verteilzentrum würden bereits fertig gepackte Pakete ankommen, entladen und auf die Zustellfahrzeuge verteilt. Für den Zustellbereich zwischen Schweinfurt und Erlangen, Bad Windsheim und Staffelstein seien täglich 120 bis 130 Fahrzeuge von sieben Lieferpartner-Unternehmen im Einsatz. 20 davon seien bereits reine Elektro-Fahrzeuge.
Gut angebunden
In der Gemeinde selbst oder im benachbarten Limbach ist von der Lieferflotte bislang kaum etwas zu bemerken. Da das Gewerbegebiet in unmittelbarer Nähe der B 505 und der Autobahn A 3 liegt, führt der Großteil der Auslieferungen über diese Verkehrswege. Bleibt abzuwarten, wie sich dies im bevorstehenden Weihnachtsgeschäft auswirkt.
Am Standort Pommersfelden sind in drei Schichten rund 100 Mitarbeiter beschäftigt. Es könnten noch weitere eingestellt werden, so Peter auf die Frage. Aktuell betrage der Einstiegslohn 12,42 Euro pro Stunde. Nach dem ersten und dem zweiten Jahr erhöhe sich das Arbeitsentgelt automatisch.
Unternehmensvision sei es, den gesamten Lieferprozess CO2-neutral zu gestalten. Bis 2030 soll diese Vorgabe bereits für fünfzig Prozent aller Lieferungen gelten. Bei Besichtigung der Halle wurden die Besucher in die Betriebsabläufe eingeweiht. Das überaus komplexe System, von der Anordnung einem Schachbrett ähnlich, beeindruckte die Besucher. Nicht zuletzt durch die Berechnung der „optimalen Route“ ist es möglich, dass die Pakete, die nachts ankommen, schon am nächsten Tag beim Kunden sind.










