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„Zum Löwenbräu“ in Neuhaus
Diese Brauerei beschäftigt so viele Braumeister wie noch nie
Die fünf Braumeister im Sudhaus in Neuhaus, von links: Benno Wirth, Hanns-Peter Wirth, Julian Rösch. Rainer Kalb und Hans-Günter Wirth.
Die fünf Braumeister im Sudhaus in Neuhaus, von links: Benno Wirth, Hanns-Peter Wirth, Julian Rösch. Rainer Kalb und Hans-Günter Wirth. // Johanna Blum
Neuhaus – Die Brauerei „Zum Löwenbräu“ in Neuhaus hat eine der höchsten Braumeisterdichten. In dem Betrieb arbeiten fünf Bierexperten, die prämierte Sorten herstellen. Nun erklären sie ihr Erfolgsgeheimnis.

Seit mehr als 275 Jahren wird im Adelsdorfer Ortsteil Neuhaus in der kleinen Landbrauerei „Zum Löwenbräu“ mittlerweile schon in der zehnten Generation Bier gebraut. Im Moment ist es die Brauerei mit der nahezu höchsten Braumeisterdichte weltweit: Fünf Braumeister sind hier zurzeit tätig. Das sind bei der hergestellten Jahres-Biermenge fast ein Braumeister pro 1000 Hektoliter Bier. Die Brauerei ist auf dem neuesten Stand der Technik und eine der best ausgestatteten Betriebe im gesamten Umkreis. Sie sieht sich für die weitere Zukunft perfekt aufgestellt.

Seniorchef Benno Wirth hat von 1970 bis 1973 in Weihenstephan an der TU München Brauereiwesen studiert und mit dem Diplom-Braumeister und Getränketechnologen abgeschlossen. Mit seiner Frau Monika hatte er damals den Grundstein für eine moderne Brauerei mit Gasthof gelegt. Bei der letzten großen Modernisierung der Brauerei im Jahr 2016 wirkte bereits sein Sohn Hans-Günter, jetzt Chef, aktiv mit. Dieser hat 2006 an der renommierten Doemens- Schule in München-Gräfelfing den Titel Braumeister und Biersommelier erworben. Für den jüngsten Sohn Hanns-Peter war es selbstverständlich, dass er in die Fußstapfen des Vaters und des älteren Bruders tritt.

Erfolge beim European Beerstar 

Er hat ebenfalls an der Doemens-Akademie von 2021 bis 2023 die Ausbildung zum Braumeister und Produktionsleiter abgelegt, wird aber in nächster Zeit eine Duale Ausbildung für Informatik und Industrie-Steuerung beginnen. Rainer Kalb ist seit 2018 erster Braumeister im Betrieb und hat seine Ausbildung ebenfalls bei Doemens in den Jahren 2005 und 2006 zum Braumeister und Produktionsleiter abgeschlossen. Julian Rösch erlernte den Beruf als Brauer und Mälzer bereits hier im Betrieb. Nach einem Jahr Gesellenzeit und dem Besuch der Doemens-Akademie kehrt er nun für seinen beruflichen Fortgang als Braumeister in seinen Ausbildungsbetrieb in Neuhaus zurück.

Diese Tatsache könnte doch tatsächlich einen Eintrag ins Guinness Buch der Rekorde, das auch noch sinnigerweise von der Dubliner Brauerei „Guinness“ initiiert wurde, wert sein? Solch eine, wenn auch nur kurzfristige Ansammlung von studierten Fachkräften dürfte somit einmalig in der Branche sein. Wenn da nichts Gutes dabei herauskommt? Aber die Erfolge beim European Beerstar (EBS) (Karpfen-Weiße Gold: 2007,2008,2009 / Silber: 2020 / 1747 Dunkel: Silber 2005, 2006, 2007, 2008 / 1747 Original: 2016 Gold und 2020 Bronze), einem internationalen Verkostungswettbewerb, bestätigen den großen fachkundigen Einsatz der erfahrenen und hoch qualifizierten Braumeister. Für jede Brauerei und jeden Braumeister, die am EBS teilnehmen und gewinnen, bedeutet dies eine Bestätigung des Könnens und es ist eine Auszeichnung für höchste Braukunst.

Bier aus Neuhaus in Uggiate in Italien

Der Familienbetrieb Wirth legt größten Wert auf Qualität, Regionalität und Nachhaltigkeit. Die Rohstoffe wie Braugerste werden teils von bekannten und befreundeten Landwirten aus der Oberpfalz eingekauft und dann in der Mälzerei im Lohnverfahren zu Malz verarbeitet. Der Aroma-Hopfen kommt teils aus dem Spalter Hopfenanbaugebiet und von einem renommierten Familienbetrieb aus der Region Tettnang, dem vielleicht weltweit besten Anbaugebiet für Qualitätshopfen. Das Wirth-Bier ist nicht nur in Adelsdorf und Umgebung bekannt und beliebt. Es wird in viele Orte in Deutschland geliefert.

Regionale Getränkehändler vertreiben fränkische Biere bis nach Nord-Deutschland, wo dann Wirth Biere in einem weit verteilten Getränke-Abholmarkt-Netz zu erhalten sind. Auch in Adelsdorfs italienische Partnergemeinde Uggiate sind schon 25 Jahre lang viele tausend Liter Löwenbräu-Bier nicht geflossen, sondern über den Bernardino transportiert worden. Bei jedem Besuch dort darf das hoch geschätzte und beliebte Bier nicht fehlen. Die Italiener verstehen sich besser auf Weinbau als auf das Bierbrauen. Die deutschen Bierfeste – natürlich mit Löwenbräu-Bier – waren lange Zeit ein fester und beliebter Bestandteil der Partnerschaft.

Fränkisches Bierfest in Rom

Aber auch am Ende eines jeden Italienerbesuchs am Adelsdorfer Weihnachtsmarkt wird der Bus in Neuhaus voller Bier geladen. Sogar in Castlebar, der irischen Partnergemeinde Höchstadts, ist das Wirth Bier bekannt und sehr beliebt. Zu guter Letzt hat das Löwenbräu-Bier auch schon regelmäßig den Weg nach Ruaudin, die französische Partnergemeinde Uggiates, gefunden.

Während der vergangenen Jahre findet das Fassbier sogar den Weg nach Rom, wo es in vielen einschlägigen Bier-Pups ausgeschenkt wird. In Rom findet auch seit Jahren um die Osterzeit ein „Fränkisches Bierfest“ statt, wo etwa 25 Brauereien aus Franken vertreten sind. Auch in Österreich ist das Bier zu genießen, wo es in einem großen Wellness Hotel in der Wachau als Spezialität angeboten wird.

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