Natur
Warum Karpfenteiche im Aischgrund so wichtig sind
Das Karpfenland im Aischgrund wird von über 7000 Weihern geprägt, die den Aischgrund zur größten zusammenhängenden Weiherlandschaft Europas machen.
Das Karpfenland im Aischgrund wird von über 7000 Weihern geprägt, die den Aischgrund zur größten zusammenhängenden Weiherlandschaft Europas machen.
Foto: Barbara Herbst/Archiv
F-Signet von Redaktion Fränkischer Tag
Höchstadt a. d. Aisch – Untersuchungen von Experten beweisen: Die vielen Karpfenteiche in Nordbayern, darunter im Aischgrund, sichern die Artenvielfalt. Woran das liegt.

Bayerns Karpfenteiche, darunter die im Aischgrund, sind ein wichtiger Lebensraum für zahlreiche Tierarten.

Neben diversen Fischarten nutzten unter anderem Eisvögel, Purpurreiher, Zwergdommeln, Moorfrösche oder Heidelibellen die Gewässer und deren Umgebung als Biotop und Rückzugsraum, teilte die Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft (LFL) mit Sitz in Freising mit.

In teicharmen Regionen leben weniger Libellenarten

Untersuchungen der LFL hätten gezeigt: In teicharmen Regionen des Freistaats lebten 65 Prozent weniger Libellenarten und insgesamt 82 Prozent weniger Individuen als in der Umgebung der stillen, flachen Gewässer.

Damit schnitten die Teichregionen sogar deutlich besser ab als die ökologisch wertvollen Auen, heißt es in einer Mitteilung der Landesanstalt.

Nach Angaben von Martin Oberle vom Institut für Fischerei an der LFL schafft die Bewirtschaftung der Teiche vielfältige Lebensräume, insbesondere für Vögel, Amphibien, Libellen und seltene Fischarten wie Bitterling oder Schlammpeitzger und zahlreiche Pflanzenarte.

„Der Erhalt der Teichbewirtschaftung schützt die Artenvielfalt“

„Teichwirtschaftliche Flächen, die gemäß der traditionellen Karpfenteichwirtschaft bewirtschaftet werden, besitzen großen naturschutzfachlichen Wert als Biotop und Rückzugsraum für viele Arten.

Der Erhalt der Teichbewirtschaftung schafft und schützt die Artenvielfalt“, erklärt Oberle.

In Bayern gibt es laut LfL rund 40 000 Karpfenteiche mit einer Gesamtfläche von etwa 20 000 Hektar und 8500 Kilometern Uferlänge.

Aischgrund ist die wichtigste Karpfengegend

Als wichtigste Karpfengegenden des Freistaats gelten der Aischgrund in Mittel- und Oberfranken sowie die oberpfälzischen Regionen Tirschenreuth und Schwandorf.

Einzigartiger Lebensraum

Wie das LFL weiter ausführt, bilden die Teichufer mit ihren Flachwasserbereichen und Röhrichtzonen einen einzigartigen Lebensraum.

Exemplarisch für die teichwirtschaftlichen Kerngebiete im Aischgrund, Tirschenreuth und Schwandorf wurden im Rahmen einer aktuellen Untersuchung die Ergebnisse der Artenschutzkartierung ausgewertet, der Arten- und Individuenreichtum und damit teicharme beziehungsweise teichreiche Gebiete mit Flussauen verglichen.

Uferlänge der bayerischen Teiche ist besonders hoch

Aufgrund der vielen Karpfenteiche in Bayern mit ihrer vergleichsweise geringen Größe ist die Uferlänge der bayerischen Teiche anders als in anderen Karpfenregionen Europas besonders lang.

„Die Erzeugung von Fischen mit unterschiedlichen Teichformen zum Laichen, Brüten und für die Aufzucht und die mit der traditionellen Teichbewirtschaftung einhergehende Abfolge von Stauen, Ablassen und Wintern der Teiche lässt vielfältige Lebensräume entstehen“, erklärt Martin Oberle.

 

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