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Einzelhandel in der Innenstadt
Leerstand wird zu Problem für die Arcaden in Erlangen
Rund zehn Prozent der vermietbaren Fläche stehen aktuell in den Arcaden in Erlangen leer.
Rund zehn Prozent der vermietbaren Fläche stehen aktuell in den Arcaden in Erlangen leer. // Nikolas Pelke
Signet des Fränkischen Tags von Redaktion
Erlangen – Rund zehn Prozent der Fläche der Arcaden in Erlangen stehen leer. Im Einkaufszentrum machen sich die Folgen eines schwächer werdenden Einzelhandels bemerkbar. Dessen Chef erklärt nun die Gründe dafür.

Während die Fußgängerzonen unter dauerhaften Leerständen immer mehr zu leiden haben, wehren sich Shoppingcenter wie die Arcaden in Erlangen offensichtlich immer noch erfolgreich gegen dauerhaft verwaiste Schaufenster. Alles unter einem Dach: Für viele Freunde des gepflegten Einkaufsbummels gehört die Shoppingmall nach amerikanischem Vorbild zum Nonplusultra des bequemen Konsumerlebnisses. In der wohlhabenden Hugenottenstadt buhlt ein Shoppingcenter schon seit fast 20 Jahren um Kundschaft. Die Besonderheit: In Erlangen befinden sich die „Arcaden“ wie eine Spinne im Netz mitten im Herzen der Fußgängerzone.

Vor dem Bau der Mall sind die Erlanger sogar gefragt worden, ob die Bürger mit der neuen Konkurrenz für die bestehenden Geschäfte in der herkömmlichen Innenstadt einverstanden sind. Rund 60 Prozent haben damals mit „Ja“ abgestimmt. „Mittlerweile sind die Arcaden ein fester Bestandteil unserer Einkaufsstadt mit einer großen Strahlkraft ins Umland“, hat Oberbürgermeister Florian Janik (SPD) dem Einkaufszentrum zum 15. Geburtstag vor zwei Jahren gratuliert. Mittlerweile scheinen auch überdachte Shoppingtempel wie die Arcaden, die zum Wirtschaftsimperium des bekannten Versandhauses der Familie Otto aus Hamburg gehören, ein Problem mit Leerständen zu haben. Aktuell würden 14 Läden in den Arcaden nicht genutzt, teilt Center-Manager Matthias Borutta auf Anfrage mit.

Leerstand: Platz für rund 100 Geschäfte und Gastronomie in Arcaden in Erlangen

Damit betrage der Leerstand derzeit insgesamt rund zehn Prozent der vermietbaren Fläche. Sieben Verkaufsflächen befänden sich momentan zudem in der Umbauphase. Allein in diesem Jahr habe es bereits drei Neueröffnungen auf dem ehemaligen Postgelände zwischen Güterbahnhof- und Henkestraße gegeben. Im Herbst wollten zwei neue Herrenausstatter ihre Pforten öffnen. Insgesamt ist in den Arcaden mit der 300 Meter langen Ladenstraße auf drei Geschossen unter dem verglasten Dach genügend Platz für fast 100 Cafés, Läden und Restaurants.

Matthias Borutta, Geschäftsführer der Arcaden in Erlangen
Matthias Borutta, Geschäftsführer der Arcaden in Erlangen // Nikolas Pelke

Trotzdem müssen sich mittlerweile auch Shoppingcenter laut Borutta mehr ins Zeuge legen, um die Zahl der Leerstände im Zaun halten zu können. „Die Mietvertragsverhandlungen bis zum Abschluss des Mietvertrags dauern heute deutlich länger“, erklärt der Manager des Erlanger Einkaufszentrums in Bezug auf die wachsenden Problemen des stationären Einzelhandels in teuren Innenstädten. Laut Borutta haben Malls allerdings bedeutende Wettbewerbsvorteil wie die fast 700 Parkmöglichkeiten auf dem Dach des Shoppingcenters.

Chef der Arcaden in Erlangen verspricht sich mehr Besucher wegen Stub

Dadurch müssten die Kunden keine langen Wege in Kauf nehmen. Vom Auto in den Laden sei es lediglich ein „Katzensprung“. Von dem Bau der Stadt-Umland-Bahn (Stub) verspricht sich Borutta noch mehr Besucher der Erlanger Innenstadt. Dass die Attraktivität der Fußgängerzone erhalten wird, liegt offensichtlich auch im Interesse des Shoppingcenters. Die Arcaden seien schließlich kein Gegenstück, sondern ein wichtiger Teil der Erlanger Innenstadt.

Derweil arbeitet die Stadt laut Wirtschaftsreferent Konrad Beugel (CSU) fleißig daran, mit konkreten Maßnahmen die Aufenthaltsqualität in der Innenstadt zu steigern. Dazu zählen laut Beugel beispielsweise Ideen wie die geplante Begrünung der Hauptstraße mit neuen Bäumen.

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