Die geplante Verlagerung des Logistikzentrums der Firma Lekkerland von Höchstadt nach Mühlhausen schlägt weiter Wellen. In seiner jüngsten Sitzung am Montagabend sollte der Höchstadter Stadtrat Stellungnahmen im dafür notwendigen Mühlhausener Flächennutzungs- und Bebauungsplanverfahren abgeben. Nach einer ausführlichen Diskussion beschloss der Rat mit 18:4 Stimmen, gegen die Mühlhausener Pläne keine Einwände zu erheben.
Höchstadts Stadtverwaltung und auch Bürgermeister Gerald Brehm (JL) hätten solche gerne erhoben. Die Mehrheit aber wollte der Nachbargemeinde keine Steine in den Weg legen. Vor Jahren hatte sich Lekkerland mit seinem Logistikzentrum in Höchstadt niedergelassen und zwischen Freibad und Gremsdorf eine circa 130 mal 86 Meter große Halle bezogen. Jetzt möchte das Unternehmen seine Lagerkapazität verdoppeln.
Umzug von Lekkerland nach Mühlhausen wegen zu wenig Platz
Wie Bürgermeister Brehm berichtete, hätte Lekkerland zwar gerne in Höchstadt erweitert, „doch Höchstadt wollte und konnte die Flächen nicht darstellen“. An der A 3-Ausfahrt Höchstadt-Nord soll jetzt auf Mühlhausener Gemeindegebiet das neue Lekkerland-Logistikzentrum entstehen. Höchstadts Hauptargument gegen den neuen Standort brachte Brehm auf den Punkt: „Wir wollen Lkw-Verkehr am Kellerberg vermeiden.“
Den befürchten Stadtverwaltung, Bürgermeister und einige Räte, wenn es auf der A 3 wieder mal Stau geben sollte, oder die Autobahn gar umgeleitet werden müsste. „Wenn der Kellerberg in Mitleidenschaft gezogen wird, hört der Spaß auf“, sagte Andreas Popp (Grüne), der das Lekkerland-Projekt für „sowieso überdimensioniert“ hält. CSU-Sprecher Alexander Schulz betonte, man könne nicht sagen, Lekkerland dürfe dort nicht hin, nur weil man Angst habe, der Lkw-Verkehr könnte sich dann den Weg über den Kellerberg suchen.
Nachbargemeinden für Logistikprojekte in Höchstadt
Zudem sei der Kellerberg mit seinen Felsenkellern ohnehin für Lastwagen gesperrt. Schulz erinnerte daran, „vor der eigenen Haustür zu kehren“. Als Höchstadt in der Vergangenheit große Logistik-Projekte verwirklichte, hätten die Nachbargemeinden auch mitgemacht. „Wir sollten keine Einwände erheben“, meinte Junge-Liste-Sprecher Michael Ulbrich, der die Mehrheit seiner Fraktion hinter sich hatte.
Außerdem stehe in Mühlhausen zunächst ein Bürgerentscheid über das Vorhaben an. Auch Andreas Hänjes (SPD) sprach sich gegen Einwände aus und der fraktionslose Günther Geyer sieht die Gefahr von illegal über den Kellerberg fahrenden Lkws ohnehin nicht mehr, wenn der A 3-Ausbau abgeschlossen ist.












