Olaf Kaddatz erfindet sich mit 55 Jahren noch einmal neu. Die lange Zeit im Vertrieb bei einem großen Automobilkonzern ist zu Ende gegangen. Nun ist er selbstständig als Vertriebscoach und schult branchenübergreifend Mitarbeiter vor Ort in den Firmen. Sein „eigenes Ding“ in Herzogenaurach ist aber das zweite Standbein: das „Lombar – der Laden“. In der Herzogenauracher Hauptstraße, im ehemaligen Ladengeschäft der Villa Sabatino, hat sich Olaf Kaddatz die Kombination aus Trainingsagentur und Weinhandel eingerichtet.
Neue Weinhandlung „Lombar“ in Herzogenaurach eröffnet
Die Schulungstermine koordiniert er im Ladenbüro und hat gleichzeitig den Blick durch sein Schaufenster nach außen. Es hat sich herumgesprochen: Wenn das Weinfass vor dem Laden steht, ist Olaf vor Ort. Das bedeutet, man kann auch außerhalb der regulären verkaufsoffenen Zeiten bei ihm einkaufen. Die Kernzeiten sind immer Donnerstag und Freitag von 10 bis 18 Uhr und Samstag von 10 bis 13 Uhr.
Seit einigen Tagen hat er offen und ist begeistert über den Zuspruch, den er für sein Konzept erhält. „Es läuft sehr sehr gut, es ist richtig Betrieb und wird auch gut angenommen.“ Das Angebot ist vielfältig, die Preise sind human. Daher schließt sich auch eine Marktlücke, die von den Kunden positiv wahrgenommen wird.
Lombar in Herzogenaurach: Verkauft wird auch Kaffee
Angefangen hat alles mit einer Weinfahrt. Der Laden ist als Zufallsprodukt entstanden, weiß Kaddatz zu berichten. Die Idee mit dem „Lombar“ ist in Dettelbach entstanden. Beim Weingut Regie haben die Weinpilger den roten Perlwein entdeckt und zunächst zur Sommerkerwa nach Herzogenaurach gebracht. Er ist halt „brutal süffig“, das kommt gut an. Die Lombar an der Kerwa wird es auch in diesem Jahr wieder geben, das Angebot an Cocktails wird noch erweitert.
Neben dem Lomba, der übrigens eiskalt serviert werden sollte, bietet die Weinhandlung von Olaf Kaddatz auch noch weitere Weine an. Auch Prosecco, mit und ohne Alkohol, Weißweincuvées, auch alkoholfrei und Traubensecco ist im Angebot. Am liebsten verkauft Kaddatz heimische Weine. „Aber wenn die Kundschaft italienische oder südafrikanische Weine nachfragt, können wir das organisieren“, sagt er. In jedem Fall empfiehlt sich die Verkostung vor Ort. Es können alle Weine probiert werden.
Kaffeesorten von der Kalchreuther Röstliga
Sinnvoll ergänzt wird das Angebot durch die Kaffeesorten von der Kalchreuther Röstliga. Gegensätze ziehen sich eben an: Der warme und kräftige Charakter des Kaffees trifft auf die samtige, fruchtige Textur des Rotweins. Die Tannine im Rotwein ergänzen sich mit der leichten Bitterkeit des Kaffees. Die spannenden Geschmackserlebnisse sollten in Ruhe vor Ort ausprobiert werden. Beratung und gute Gespräche gibt es dazu. Derzeit ist der „Frühlings-Sechser“, ein Paket von den drei fränkischen Winzern, deren Weine das Lombar verkauft, der Renner. Wer bisher nach Ipsheim zum Winzer gefahren ist, bekommt die Weine auch in Herzogenaurach. Wenn größere Mengen gebraucht werden, wird der Versand über den Winzer organisiert.
Italien in Herzogenaurach: ein Gläschen in der Sonne
Natürlich wird sich „Lombar – der Laden“ bei den kulinarischen Großereignissen in Herzogenaurach präsentieren. Im Garten von Vermieter Walter Drebinger sind auch eigene Events geplant. Kaddatz möchte den Schwung aus der Neugier und Nachfrage mit in den Sommer nehmen. Die Lage des Ladens ist dazu ideal. Vor dem Schaufenster lässt sich bereits Ende März die Sonne genießen. Die Italiener haben dafür sogar einen Begriff erfunden: „un’ombra“ steht für ein kleines geselliges Glas Wein, auch am Vormittag an der frischen Luft. Oder im Schatten des Türmerturms am Nachmittag.












