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Biergarten und Gasthaus in Herzogenaurach stehen zum Verkauf
Florian Frisch und seine Tante Irmgard Holcomb in der ehemaligen Gaststube in Herzogenaurach. Diese hat einiges erlebt…
Florian Frisch und seine Tante Irmgard Holcomb in der ehemaligen Gaststube in Herzogenaurach. Diese hat einiges erlebt… // Gerd Ankermann
Herzogenaurach – Für die ehemalige Brauerei Polster und das Gasthaus „Zum Kastanienbaum“ in bester Stadtlage wird ein neuer Eigentümer gesucht. Auf dem Gelände gibt es genügend Spielraum für Ideen.

Das Verkaufsinserat auf einem großen Immobilienportal wurde gelöscht. Haben die Besitzer schon einen Käufer für die ehemalige Brauerei Polster gefunden? In bester Stadtlage und dennoch ruhig zeigt sich der Biergarten des Gasthauses „Zum Kastanienbaum“ aktuell immer noch verlassen. Aber die Verkäufer, Florian Frisch und seine Tante Irmgard Holcomb, sind zuversichtlich.

„Zum Kastanienbaum“ in Herzogenaurach: Nachfolger gesucht

Ganz viele Interessenten waren schon da. Allen gefällt die großartige Lage und die Chance, mit den vielen Räumlichkeiten etwas Neues, Schönes zu gestalten. Da ist die Gaststube im Vorderhaus. Sie hat schon viele Pächter erlebt und die historische Holzdecke könnte so manche Geschichte erzählen, meint Irmi. Sie ist eine geborene Polster und hat ihre Kindheit in der Gaststätte verbracht.

Auch der Festsaal macht was her. Es wurden Hochzeiten gefeiert, Faschingsbälle und Fußballübertragungen abgehalten. Die kleine Irmi hat 1960 im Wäschekorb hinter der Theke gut geschlafen, sie war halt immer mit dabei. Nach dem Krieg wurde die Gaststätte von Verwandten betrieben. Früh um 9 Uhr wurde sie geöffnet, damit die Gäste was zum Vespern bekommen haben. Es wurde auch „gekartelt“, das war damals ganz normal. Die letzten Pächter, die Familie Haas, hatten italienische Küche angeboten. Kurzfristig hieß es auch mal: Tapas Ole beim „El Castanio“.

Immer im Zentrum: der Biergarten mit Barbetrieb im Freien. Dazu kam der Anbau mit den Fremdenzimmern, der Name war dann Hotel zum Kastanienbau (Garni). Irmi ist immer noch traurig, dass der namensgebende Kastanienbaum gefällt werden musste. Er war einfach zu alt.

Zimmer in Herzogenaurach in gutem Zustand

Sie verspricht aber: „Der neue Käufer des Anwesens bekommt von uns einen neuen Kastanienbaum zum Einzug geschenkt!“ Florian Frisch und seine Tante wünschen sich einen Investor, der die Immobile zu schätzen weiß. Die Zimmer sind in einem guten Zustand und könnten sofort wieder bezogen werden. Zum Grundstück gehört auch ein 250 Quadratmeter großer unbebauter Teil in ruhiger Lage. Findige Gastronomen können dort beispielsweise eine Event-Gastronomie aufbauen, mit Grill-Kota, einem Tiny-Haus oder Schlaffässern.

Ein schöner Biergarten wartet auf einen Investor.
Ein schöner Biergarten wartet auf einen Investor. // Gerd Ankermann

Auch das Nebengebäude des Biergartens, an der Eingangsseite gelegen, bietet hohes Potenzial. In der Gastronomie braucht es natürlich Fachkräfte. Wer als Arbeitgeber Wohnraum in ausreichendem Maße stellen kann, findet leichter geeignetes Personal. In den beiden Gästehäusern stehen insgesamt zwölf möblierte Appartements zur Verfügung. Die sicherheitsrelevanten Arbeiten wurden auch bereits erledigt. Selbst ein ausbaufähiger Dachboden, der sich über zwei Etagen erstreckt, steht im Haupthaus zur Verfügung.

Florian Frisch bekommt viel Zuspruch für seinen Plan, die Gastronomie wieder in gute Hände zu geben. Beim Polster habe es halt noch ein gescheites Bier gegeben und man habe Brotzeit machen können. Das Braurecht liegt übrigens immer noch auf dem Grundstück. Eine Wirtschaft mit Biergarten mitten in der Stadt fehlt in Herzogenaurach. Viel gute Substanz ist erhalten und dennoch gibt es genügend Spielraum für eigene Ideen.

Verkauf in Herzogenaurach: 1,3 Millionen Euro sind aufgerufen

Der Verkaufspreis, in der Anzeige wurden 1,3 Millionen Euro aufgerufen, erscheint für die 1402 Quadratmeter nicht zu hoch. Florian Frisch unterstützt mit dem Verkaufserlös seine Mutter. Sie ist im Pflegeheim und die Rente reicht nicht aus, um die gesamten Kosten zu finanzieren. Wenn es jetzt mit dem Verkauf schnell gehen sollte, kann der Biergartenbetrieb zeitnah wieder aufgenommen werden. Vielleicht gibt es heuer schon wieder eine kleine Johanni-Kerwa?

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