Nach Bekanntwerden der Pläne von Schaeffler, seine Produktion in Herzogenaurach durch die Einführung einer Viertagewoche rentabel zu machen, wird das Thema auf Facebook heiß diskutiert. Während viele Nutzer die Entscheidung befürworten, wird mitunter auch Kritik laut. Zum einen für die Wirtschaftspolitik der Ampelpolitik - andererseits aber auch für eine Fusion, die Schaeffler im April plant.
Viertagewoche besser als Kündigung
"Manche freut es, manche nicht. Besser als gekündigt zu werden", schreibt eine Nutzerin im Sozialen Netzwerk. Gibt jedoch zu bedenken, dass manch ein Arbeiter künftig wohl einen Minijob brauche. Mit dieser Sorge ist sie offenbar nicht alleine. "Zur hohen Inflation der letzten Monate kommt nun also für die Beschäftigten ein Reallohnverlust hinzu. Für Leute ohne Kinder und mit Wohneigentum sicherlich zu kompensieren", schreibt ein anderer. Mitarbeitern mit Kindern und Miete würden es im künftig aber Leben noch schwerer haben. In naher Zukunft laufe es aber wohl auf einen Stellenabbau bei Schaeffler hinaus. "Die Änderungen im Automobilbereich können mit Arbeitszeitverkürzung nicht aufgefangen werden", führt er weiterhin aus. Hinzu komme, dass der Wirtschaftsstandort Deutschland zunehmend unattraktiv werde.
Manch einer sieht in der Nachricht gar einen weiteren Beweis für den Untergang der Automobilbranche. "Die fetten Jahre der Automotive sind vorbei", heißt es etwa. Andere vermuten hinter der Maßnahme bereits einen versteckten Stellenabbau. Dem entgegnet ein Teilnehmer der Debatte jedoch mit seiner ganz persönlichen Erfahrung aus der Branche. Der zufolge könne durch solche Maßnahmen Personal gehalten und auf betriebliche Kündigungen verzichtet werden. "Ich habe diese Absenkung der Arbeitszeit auf 32,5 Stunden bei Bosch schon seit drei Jahren", erklärt er. Dafür habe man ihm Beschäftigungssicherheit bis 2026 zugesichert.
Nutzer sehen Schuld bei Ampel-Minister Robert Habeck
"Ich bin bespannt, wie lange man diesen politisch geschaffenen 'Niedergang' unserer heimischen Industrie mit all ihren Folgen für jeden einzelnen in der Gesellschaft noch erträgt", schreibt ein weiterer Nutzer. Und spielt damit auf die Wirtschaftspolitik der Ampel an. Andere weisen gleich auf Wirtschaftsminister Robert Habeck als Verantwortlichen hin.
Andere sehen Schaeffler und die Automobilindustrie selbst in der Verantwortung. "Der kleine Mann soll also die Voraussetzungen dafür schaffen, dass die Automobilbranche boomt", wirft ein Kommentarschreiber ein. Ein anderer sieht hinter der Maßnahme mehr als nur wirtschaftliche Turbulenzen. Ihm zufolge sollen Geschäftsentscheidungen auf dem Rücken der Mitarbeiter ausgetragen werden: "Geld für neue Unternehmen ist ja auch da, aber die Mitarbeiter sollen solidarisch auf Stunden verzichten - mit weniger Lohn." Hierbei spielt er vermutlich auf die geplante Fusion von Schaeffler und dem Regensburger Automobilzulieferer Vitesco hin, die im April stattfinden soll.
Spielt Fusion mit Zulieferer Vitesco eine Rolle?
Vor dieser Fusion soll sich Schaeffler Medienberichten zufolge durch Käufe inzwischen eine deutliche Mehrheit der Aktien an dem oberpfälzischen Unternehmen gesichert haben. Mittlerweile halte der Konzern bereits rund 89 Prozent der Stimmrechte. Wie jüngst berichtet wurde, hat das Tagesgeschäft von Vitesco im vergangenen Jahr übrigens deutlich angezogen - um mehr als die Hälfte. Gleiches gilt für den Wert der Vitesco-Aktie. Kostete sie noch Ende 2022 rund 50 Euro, erreichte sie Anfang November ein Allzeithoch von 95 Euro. Inzwischen liegt ihr Wert bei rund 83 Euro.
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