Mit der Eröffnung von Modul 8 hat der Siemens Campus in Erlangen einen weiteren Meilenstein seiner Entwicklung erreicht. Auf dem rund 80.000 Quadratmeter großen Areal sind drei hochmoderne Bürogebäude entstanden, die künftig Platz für Beschäftigte von Siemens Digital Industries bieten. Der Neubau steht nicht nur für die fortschreitende Konzentration der Siemens-Standorte in Erlangen, sondern auch für nachhaltiges Bauen: Die Gebäude werden vollständig elektrisch betrieben und setzen auf Wärmepumpen, Photovoltaik sowie begrünte Dächer und Fassaden. „Transformation sind nicht nur Gebäude“, sagte Siemens-CFO Veronika Bienert in ihrer Rede.
Sie kenne sowohl den alten Siemens-Standort als auch den neuen Campus aus eigener Erfahrung, nachdem sie viele Jahre in Erlangen Mitte und Süd gearbeitet habe. „Ich kann die Verbindung zwischen zwei Kulturen herstellen“, sagte sie. Künftig werde auch sie ein Büro auf dem Campus haben. Für Bienert ist der Standort weit über Siemens hinaus von Bedeutung. „Er ist außergewöhnlich und prägend für die Region.“ Bereits heute arbeiten rund 16.000 Menschen auf dem Campus. Innovation entstehe dabei nie im Alleingang.
„Hier begegnet man einander. Aus Gesprächen werden Ideen und aus Ideen Kundenlösungen.“ Auf dem Campus arbeiten Beschäftigte aus nahezu allen Siemens-Einheiten. Ziel sei es gewesen, „nicht nur Arbeitsplätze zu verlagern. Wir wollen das Beste mitnehmen, es in eine neue Umgebung einbetten und dann mit den Menschen etwas Neues schaffen.“ Ihr Dank galt den Baupartnern sowie allen Beteiligten, die das Projekt ermöglicht hätten. Der Campus solle „offen, vernetzt und lebendig“ sein.
Siemens Campus: Keine Einzelbüros in Modul 8 in Erlangen
Auch Rainer Brehm, COO von Siemens Digital Industries, stellte die Bedeutung von Offenheit und Zusammenarbeit in den Mittelpunkt seiner Rede. Der Standort stehe für Innovation und spiele eine Schlüsselrolle bei der digitalen Transformation im Zeitalter der Künstlichen Intelligenz. „Wir wollen diesen Trend vorantreiben“, sagte er. Innovation funktioniere jedoch nur gemeinsam. Dafür zog Brehm einen Vergleich zur Vergangenheit: „Früher war es ein Forschungszentrum mit Zäunen. Man konnte in der Mittagspause eine Gefängnisrunde drehen“, sagte er schmunzelnd.
Der neue Campus sei das genaue Gegenteil: „Heute ist dieser Campus offen. Es ist ein wunderbares Gefühl, hierher zu kommen.“ Diese Offenheit setze sich auch in den Gebäuden fort. „Wir haben keine Einzelbüros, keine Zugangsbeschränkungen. Wir wollen alles offen.“ Dass Erlangen mit dem Motto „Offenheit aus Tradition“ werbe, passe deshalb hervorragend zum neuen Campus. Per Video gratulierte Bayerns Innenminister Joachim Herrmann zur Eröffnung.
Architektur von Siemens prägt Erlangen
Er sprach von einem „tollen Gelände“ und einer „wunderbaren Arbeitswelt“, die entstanden sei. Gemeinsam mit den geplanten Wohnungen entstehe eine hohe Aufenthaltsqualität. Den Beschäftigten wünschte er „viel Erfolg“. Persönlich wurde es in der Rede von Jörg Vocke, CEO von Siemens Real Estate. Obwohl er Münchner sei, habe ihn ein großer Teil seiner beruflichen Laufbahn nach Erlangen geführt. Der Standort liege ihm deshalb besonders am Herzen.
Vocke erinnerte an verschiedene Stationen seiner Karriere, von Moorenbrunn über das Hochhaus in Erlangen bis zur denkmalgeschützten Siemens-Promenade. „Die Architektur bildet letztendlich das Unternehmen ab, und zwar die Phase, in der sich das Unternehmen gerade befindet“, so Vocke. Vom historischen Siemensstadt-Ensemble in Berlin bis zum Himbeerpalast in Erlangen lasse sich die Entwicklung des Unternehmens an seinen Gebäuden ablesen. Modul 8 stehe nun für das nächste Kapitel: eine offene, nachhaltige und auf Zusammenarbeit ausgerichtete Arbeitswelt. Mit der Eröffnung von Modul 8 wächst der Siemens Campus seinem Ziel entgegen, zu einem der wichtigsten Technologie- und Innovationsstandorte Europas zu werden. Die Botschaft war eindeutig: Moderne Arbeitswelten entstehen nicht allein durch Architektur, sondern durch die Menschen, die sie mit Leben füllen.












