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Bereits Anfang April
Adelsdorf bekommt zwei Flüchtlingsunterkünfte
Flüchtlingsunterkunft Adelsdorf
Rund 60 Leute hatten sich bei der ersten Immobilie versammelt, um dem Bürgermeister Fragen zu stellen. // Anna-Lena Reif
Adelsdorf – Erst am Dienstag erfuhren die Adelsdorfer, wo im Ort zwei neue Unterkünfte für Geflüchtete entstehen sollen – schon am 2. April sollen diese einziehen. Bürgermeister Karsten Fischkal beantwortete am Freitag Fragen.

Rund 60 Anwohner versammelten sich am Freitagnachmittag in der Adelsdorfer Konrad-Schmitt-Straße, um Antworten auf die Fragen zu bekommen, die ihnen wohl seit Dienstag zu schaffen gemacht hatten. Denn am Dienstag hatte die Bewohner in der Siedlung ein Schreiben des Bürgermeisters Karsten Fischkal (FW) erreicht. „Sehr geehrte Anwohner“, hieß es darin, „bereits im vergangenen Jahr hatte uns das Landratsamt darüber informiert, dass in der Gemeinde Adelsdorf zwei Immobilien für die Unterbringung von geflüchteten Menschen angemietet werden. Die Örtlichkeiten wurden uns seinerzeit nicht mitgeteilt.“ 

Das hat sich nun geändert. Konkret handelt es sich um zwei Einfamilienhäuser in der Konrad-Schmitt-Straße und in der Sudetenstraße. Ganz informell versammelten die Anwohner in der Konrad-Schmitt-Straße sich am Freitag um Fischkal und lauschten mit dem ein oder anderen Kopfschütteln dessen Ausführungen. „Mich hat am Montag ein Anwohner kontaktiert und mir gesagt, dass hier in dem leerstehenden Haus gestrichen wird und dass Feldbetten hineingetragen werden“, berichtete der Bürgermeister. Daraufhin habe er das Landratsamt kontaktiert und die Auskunft über die beiden Häuser bekommen. 

20 Personen sollen in die Unterkunft einziehen

Demnach sollen bereits ab dem 2. April Menschen in die beiden Immobilien ziehen. Für das Haus in der Konrad-Schmitt-Straße ist bereits bekannt, wer dort in Zukunft wohnen wird: „Es sollen 20 Personen türkischer Abstammung sein, neun Männer und elf Frauen. Insgesamt sind es fünf Familien mit Kindern im Alter von null bis neun Jahren“, erklärte Fischkal. Diese seien aktuell in einer Unterkunft in Wachenroth untergebracht, wo es laut den Angaben des Landratsamtes keine vernünftigen Kochmöglichkeiten gebe. In der Konrad-Schmitt-Straße wolle man den Familien nun bessere Gegebenheiten bieten. 

Flüchtlingsunterkunft Adelsdorf
In diesem Haus in der Konrad-Schmitt-Straße sollen Anfang April fünf Familien einziehen. // Anna-Lena Reif

Eine Erläuterung, die nicht bei allen Anwesenden auf Verständnis stieß. „Wieso flüchten Leute aus der Türkei? Dort gibt es keinen Krieg“, wandte ein Anwohner ein. Eine andere Anwohnerin gab zu bedenken, dass auch in dem Haus nur eine einzige Küche vorhanden und das Haus somit nicht für 20 Personen geeignet sei. 

Landratsamt sucht Bewohner selbst aus 

Auf derlei Fragen wusste aber auch der Bürgermeister keine Antwort. „Dazu kann ich auch nichts sagen. Das ist die ganz große Politik – ich bin nur der Dorfbürgermeister und stehe jetzt hier und muss euch die Informationen weitergeben, die ich habe“, sagte er. Dennoch müsse er das Landratsamt in Schutz nehmen: „Es vergeht keine Kreistagssitzung, wo das Thema nicht aufkommt. Das Landratsamt muss die Leute unterbringen, egal wie. Die haben auch keine Wahl“, erklärte Fischkal. 

Er selbst sei dankbar, dass zumindest im Haus in der Konrad-Schmitt-Straße nun Familien einziehen werden. „Die frei werdenden Räume in Wachenroth meldet das Landratsamt dann dem Ankerzentrum und wenn von dort weiterverteilt wird, hätte man hier kein Mitspracherecht“, so Fischkal. Da das Landratsamt die neuen Bewohner der beiden Immobilien aber selbst aussuche, könne es hier genau darauf achten, wer einzieht und sich deren Vorgeschichte anschauen. Er habe sich auch beim Wachenrother Bürgermeister erkundigt. „Er hat mir erzählt, dass es mit diesen Familien noch nie ein Problem gab. Man merkt praktisch gar nicht, dass sie da sind.“

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Bürgermeister Karsten Fischkal bemühte sich, den Anwohnern die Sorge zu nehmen. // Anna-Lena Reif

Eine Tatsache, die auch viele Anwohner sichtlich beruhigte. „Aber man muss denen klarmachen, dass das hier keine reine Formalie ist, die nur auf dem Papier erledigt wird. Hier wohnen Menschen, die sich Sorgen machen“, warf eine Anwohnerin ein und erntete rundherum Zustimmung. 

Anwohner bieten Hilfe an

Beim Haus in der Sudetenstraße, wo die Infoveranstaltung direkt im Anschluss stattfand, versammelten sich noch einmal rund 50 Personen. Die Sachlage ist hier, wie Fischkal erklärte, aber eine andere: „Mir wurde bestätigt, dass hier ab dem 2. April Leute einziehen werden und dass das Haus für bis zu 18 Personen gedacht ist. Hier gibt es aber anders als in der anderen Immobilie noch keine Zuteilung“, erklärte der Bürgermeister. „Das heißt konkret: Wir wissen noch nicht, wer hier einziehen wird. Das Landratsamt hat mir aber gesagt, dass es eine ähnliche Struktur wie im anderen Haus sein soll.“

Auch hier äußerten manche Anwohner Bedenken, vor allem über die kurzfristige Ankündigung. „Man muss das schon auch verstehen“, versuchte Fischkal zu beschwichtigen. „Das Landratsamt will vermeiden, dass die Vermieter unter Druck gesetzt werden, wenn vor Vertragsabschluss herauskommt, um welche Immobilien es sich handelt.“ Das Landratsamt habe auch bestätigt, dass beide Immobilien für einen Zeitraum von fünf Jahren angemietet sind – von wem, das habe man dem Bürgermeister aber nicht gesagt. Aktuell seien beide Häuser noch auf die alten Besitzer gemeldet. 

Während manche Anwohner auch nach Fischkals Ausführungen noch rege diskutierten, kamen andere auf den Bürgermeister zu und boten Hilfe an. „Die wichtigste Frage ist: Was können wir tun, damit das funktioniert?“, fragte eine Anwohnerin und bot Spenden an. „Erstmal werden die nichts brauchen“, erklärte Fischkal. „Wir haben eine Migrationsbeauftragte und eine Flüchtlingsbeauftragte, die sich der neuen Bewohner annehmen. Außerdem hat auch der Adelsdorfer Helferkreis direkt Hilfe angeboten.“ Nun bleibe abzuwarten, wann es auch für das zweite Haus eine Zuteilung gibt. 

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