Bezahlbarer Wohnraum ist in den letzten Jahren sehr knapp geworden. Der teilweise dramatische Anstieg von Mieten hat viele Familien in finanzielle Not gebracht.
Dazu kommt, dass der Bestand an Sozialwohnungen in den letzten Jahrzehnten deutlich geschrumpft ist. Umso schöner, dass sich die Gemeinden im Raum Erlangen-Höchstadt der sozialen Verantwortung bewusst sind und hier agieren.
Bezahlbarer Wohnraum
Zusammen mit den acht Umlandgemeinden Röttenbach, Bubenreuth, Dormitz, Markt Heroldsberg, Adelsdorf, Uttenreuth, Heßdorf und Weisendorf hatte die Gewobau Erlangen im Mai 2018 die gemeinsame Wohnungsbaugesellschaft Gewo-Land GmbH gegründet. Die Gemeinden Hemhofen und Großenseebach sind etwas später beigetreten.
Durch diesen Zusammenschluss soll auch im Landkreis bezahlbarer Wohnraum für breite Gruppen der Bevölkerung entstehen. Das erste Bauvorhaben der Gewo-Land wurde in Röttenbach bereits realisiert.
In der Gerbersleite
Als zweites Bauprojekt „Gerbersleite Ost“ entstehen in Weisendorf 17 moderne, barrierefreie und bezahlbare Wohnungen. Nach einem halben Jahr Bauzeit konnte die Gewo-Land im Mai zu einem feierlichen Richtfest einladen.
„Inzwischen hat schon der Innenausbau begonnen. Wir rechnen damit, dass die ersten Mieter im Frühjahr 2024 einziehen können“, freut sich Weisendorfs Bürgermeister Karl-Heinz Hertlein. Das Bauvorhaben in Weisendorf umfasst neun Zweizimmer-, vier Dreizimmer-, drei Vierzimmer und eine Fünfzimmerwohnung mit einer Gesamtwohnfläche von 1170 Quadratmetern und wird öffentlich gefördert.
Jetzt schon melden
Die Wohnungen kommen Menschen mit geringerem Einkommen zugute. Interessierte können sich jetzt schon mit der Stadt in Verbindung setzen.
Voraussetzung ist ein Wohnberechtigungsschein, der beim Landratsamt beantragt werden kann. Die Durchschnittsmiete liegt dank der Förderung bei sechs Euro pro Quadratmeter. Zu den Wohnungen gehören auch 23 Stellplätze.
Nachhaltige Bauweise
Dass bezahlbarer und barrierefreier Wohnraum in der Marktgemeinde Weisendorf entsteht, ist für Bürgermeister Karl-Heinz Hertlein ein wichtiger Schritt: „Nur, wenn wir weiterhin gemeinsam und kontinuierlich am Ziel arbeiten, die Wohnverhältnisse zu verbessern, können wir die aktuellen Herausforderungen erfolgreich bewältigen. Ich denke hierbei insbesondere an den demografischen Wandel und an den Klimawandel.“
Der Neubau ist auf eine nachhaltige Bauweise und Bewirtschaftung ausgerichtet und wird im Modulhauskonzept der Projekt Bauart WohnInvest GmbH realisiert. „Bereits zu Planungsstart war es der Gewo-Land und der Gemeinde sehr wichtig, die Umsetzung eines besonders nachhaltigen Konzeptes zu erreichen“, verrät Thomas Siebenhaar, Geschäftsführer der Projekt Bauart. Die Nutzung wiederverwertbarer und ökologischer Baustoffe, wie zum Beispiel Öko-Kalksandstein, ist Teil des Konzepts.
Hohe Effizienz
Das Objekt ist so geplant, dass es die höchste KfW-Effizienzhausstufe EH40 EE plus erreichen wird. Diese hohe Effizienz soll auch die Nebenkosten der Bewohner deutlich reduzieren.
Im Sommer liefert die Photovoltaikanlage den Strom für die Wärmepumpe zur Warmwasseraufbereitung, im Winter unterstützt die Pelletheizung. Zudem wird die Dachfläche der Wohnanlage begrünt.
Diese Maßnahme hilft, die Energiekosten für die Heizung im Winter und für die Klimaanlage im Sommer zu reduzieren. Auch das Mikroklima wird dadurch positiv beeinflusst. Alle 23 Stellplätze werden mit E-Ladesäulen ausgestattet und garantieren die nachhaltige Erschließung für Elektromobilität.
Zwei wichtige Säulen
„Nachhaltig bauen und bezahlbar wohnen sind zwei wichtige Säulen im sozialen und zukunftsorientierten Wohnungsbau. Dank der Mittel des Freistaates Bayern kann die Baumaßnahme auch wirtschaftlich erfolgreich umgesetzt werden“, betont Geschäftsführer Tobias Stöhr. Das Investitionsvolumen liegt bei etwa 4,4 Millionen Euro.
Lesen Sie auch:














