976 der insgesamt 1733 Straftaten, die insgesamt im Zuständigkeitsbereich der Polizeiinspektion Kronach verzeichnet wurden, sind in Kronach begangen worden. Damit geschahen in der Kreisstadt die meisten Delikte im Landkreis. Danach folgten die Marktgemeinden Küps (mit 205) und Marktrodach (mit 155). „Wo mehr Menschen sind, gibt es mehr Straftaten. Allgemein kann man aber keinen besonderen Kriminalitätsschwerpunkt feststellen“, erklärte Dienststellenleiter Matthias Schuhbäck.
Vergangenen Freitag stellten Oberfrankens Polizeipräsident Armin Schmelzer und der leitende Kriminaldirektor Horst Thiemt, die Kriminalitätszahlen für Oberfranken im Jahr 2024 vor. Die Polizeiinspektion Kronach gab am Mittwoch, dem 26. März, die Kriminalstatistik für ihren Dienstbereich in und um Kronach bekannt. Der Pressesprecher der Kronacher Polizei, Gerhard Anders, stellte die Zahlen vor und betonte dabei mögliche Ungenauigkeiten in der Statistik. „In der Statistik für das Jahr 2024 sind nur Straftaten inbegriffen, die 2024 ihren Abschluss gefunden haben und deren Anlaufort in unserem Dienstbereich zu verorten war.“
Zahlen in Kronach decken sich mit dem Oberfranken-Trend
Im Jahr 2024 gab es im Dienstbereich der Polizei Kronach 194 Delikte mehr als im Jahr davor. Damit stieg die Zahl der Delikte insgesamt auf 1733. Für ganz Oberfranken lässt sich eine ähnliche Entwicklung beobachten. Hier stieg die Anzahl um etwa drei Prozent auf 46.110 Straftaten in ganz Oberfranken. Allerdings lässt sich sagen, dass sowohl für Kronach als auch für ganz Oberfranken die Zahl der Straftaten unter dem Durchschnitt der letzten zehn Jahre liegt und eine eher absteigende Tendenz zu beobachten ist.
Durch Cannabis-Legalisierung sinkt die Zahl der Rauschgiftdelikte
Bei den Rauschgiftdelikten ist ein klarer Rückgang zu beobachten. So waren es im Jahr 2024 insgesamt 79 Fälle. Knapp die Hälfte dieser Straftaten hingen mit dem Konsum von Cannabis zusammen, wobei die Fälle aus dem Jahr 2023, die erst 2024 gelöst wurden in die Statistik miteinfließen. Einzelne Fälle mit härteren Drogen lassen sich für das ländliche Kronach vernachlässigen. In Oberfranken insgesamt gingen die Rauschgiftdelikte ebenfalls zurück.
Hohe Aufklärungsquote im Landkreis und in ganz Oberfranken
Erfreulich ist die hohe Aufklärungsquote, die die Polizei Kronach verbuchen kann. 72 Prozent der Straftaten konnten aufgeklärt werden. „Kronach muss sich im oberfränkischen Vergleich nicht verstecken“, sagte Gerhard Anders. Tatsächlich übertrifft die Aufklärungsquote im Landkreis die in ganz Oberfranken um etwa zwei Prozent.
4,4 Prozent der Straftaten waren sogenannte Gewaltdelikte, zu denen beispielsweise auch häusliche Gewalt zählt. Die Aufklärungsquote bei diesen Straftaten ist sehr hoch, weil den größten Teil dieser Verbrechen Beziehungstaten darstellen. Durch die direkte Verbindung von Opfer und Täter konnten die meisten dieser Straftaten aufgeklärt werden.
Diebstahlsdelikte machten etwas weniger als ein Viertel der Straftaten 2024 im Landkreis aus. Die Zahl der Diebstähle an und aus Kraftfahrzeugen stieg, die Zahl der Fahrraddiebstähle sank dafür. Erklären kann man den Anstieg der Diebstähle aus Kraftfahrzeugen, laut Schuhbäck, mit neuen Verriegelungstechnologien, die die Diebe ausnutzten. Diebstahl in Verbindung mit Wohnungseinbruch machten nur einen kleinen Teil der Delikte aus, in ländlichen Bereichen ist das die Regel. In Oberfranken verzeichneten Diebstahlsdelikte den größten Zuwachs im Vergleich zum Jahr 2023.
Polizei zieht Fazit: Keine besonderen Schwerpunkte im südlichen Kreis Kronach
Insgesamt verzeichnet die Polizei keinen besonderen Schwerpunkt für Kriminalität in ihrem Zuständigkeitsbereich. Die Rohheitsdelikte verteilen sich, laut Schuhbäck, eher flächenmäßig im Landkreis, anstatt geballt an einem Ort aufzutreten.













