Mutter und Kind tot
Tragödie in Kronach: Was passiert mit den Opfern?
Zwei Menschen starben am Pfingstsonntag in der Kronacher Asylunterkunft. Damit sie ihre letzte Ruhe finden, muss die Behörde mitspielen.
Zwei Menschen starben am Pfingstsonntag in der Kronacher Asylunterkunft. Damit sie ihre letzte Ruhe finden, muss die Behörde mitspielen.
Foto: Feuerwehr Kronach
Kronach – Nach dem mutmaßlichen Doppelmord in einer Asylunterkunft will sich der Verein Flüchtlingshilfe engagieren. Doch es gibt Probleme.

Nach dem tragischen Verbrechen in der Kronacher Unterkunft sitzt der Schock in Kronach tief. Bürgermeisterin Angela Hofmann ist bestürzt: „Es ist schrecklich, was passiert ist. Ein Unglück, das uns alle erschüttert und zugleich traurig macht.“

Die Stadt stehe in Kontakt mit dem Verein Flüchtlingshilfe, um zu klären, was fehlt und wie geholfen werden kann. „Die Hilfsbereitschaft ist groß.“ Da die meisten Bewohner des vom Brand betroffenen Hauses inzwischen im Nachbargebäude untergekommen sind oder umquartiert wurden und die meisten ihrer persönlichen Dinge retten konnten, besteht laut Franz-Josef Förster aktuell kein besonderer Bedarf an Sachspenden. „Die einzige Sache ist ein Smartphone, das eine der Bewohnerinnen der betroffenen Wohnung bei der Flucht vor dem Feuer verloren hat.“

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Handys seien für die Bewohner extrem wichtig, da sie die einzige Möglichkeit sind, um mit ihren Verwandten in der Heimat zu kommunizieren oder wichtige Dokumente abzufotografieren.

Der Verein Flüchtlingshilfe hat zu diesem Zweck vor noch nicht allzu langer Zeit ein W-Lan-Netz in der Unterkunft eingerichtet, das im Brand beschädigt wurde. „So lange das Haus von der Kripo noch nicht freigegeben wurde, können wir den Schaden nicht beheben. Wir hoffen aber, dass es nicht mehr allzu lange dauert“, sagt Franz-Josef Förster.

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Währenddessen steht der Verein Flüchtlingshilfe vor einer ganz anderen Herausforderung: Sie müssen die Überführung der beiden Leichname der jungen Mutter und ihres Kindes in ihre Heimat, Eritrea, organisieren.

Keine Überführung ohne Daten

Der Verein hat ein Bestattungsinstitut im Fürther Raum gefunden, das auf solche Überführungen spezialisiert ist. „Es könnte morgen los gehen.“ Doch es gibt ein Problem: Um die beiden Leichname nach Eritrea zu überführen, benötigt der Verein die Personendaten von Mutter und Kind – und die gibt die Regierung Oberfranken laut Franz-Josef Förster nicht heraus. „Uns wurde gesagt, dass wir einen Juristen damit beauftragen sollen.“ Das kostet jedoch Zeit und Geld.

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So lange liegen die Toten in einer Kühlkammer des Krankenhauses – und die Mutter der Gestorbenen wartet auf ihre Tochter. „Sie steht noch unter Schock und hat das Ganze noch nicht begriffen. Sie glaubt erst, dass ihre Tochter tot ist, wenn sie den Sarg sieht“, sagt Yibehal Yimenu Nebed, der ebenfalls mit der Familie der Toten in Kontakt steht.

Franz-Josef Förster, der das Opfer noch aus dessen Zeit in Küps persönlich gekannt hat, betont aber, dass man nicht locker lassen wird. Wer den Verein Flüchtlingshilfe unterstützen will oder ein Handy abzugeben hat, kann sich auf der Homepage unter www.fh-lkrkc.com/ informieren oder sich per E-mail unter der Adresse info@fh-lkrkc.com melden.