Rosenberg-Festspiele
Modernes Aschenputtel mischt Kronach auf
Mit dem Familienstück „Aschenputtel – Ein Sommermärchen“ starten die Rosenberg Festspiele in die neue Saison.
Mit dem Familienstück „Aschenputtel – Ein Sommermärchen“ starten die Rosenberg Festspiele in die neue Saison.
Foto: Kerstin Löw
Kronach – Mit dem Familienstück „Aschenputtel – Ein Sommermärchen“ startet die neue Festspiel-Saison. Premiere ist am 11. Juni.

Eine junge selbstbewusste Frau, die sich für Technik und Wissenschaft interessiert und keinesfalls Prinzessin werden möchte – das Aschenputtel in der Stückfassung von Anne Scherliess ist alles andere als ein armes Waisenkind, das hilflos den Gemeinheiten ihrer bösen Stiefmutter und eingebildeten Stiefschwester ausgesetzt ist. Und auch ihr verführerischer Prinz entspricht nicht der gängigen Vorstellung: Er möchte nämlich gar kein Prinz sein – und schon gar nicht heiraten.

In die heutige Zeit gerückt

„Wir wollten keine flache, schablonenhafte Märchenfigur eines bemitleidenswerten Mädchens, sondern die Figur in die heutige Zeit rücken, aufwerten und ihr eine eigene Geschichte geben“, erklärt die künstlerische Leiterin der Rosenberg Festspiele, Anja Dechant-Sundby. In Kronach dürfen sich alle Besucher daher auf eine moderne Version des Klassikers freuen.

Eine Frau mit Technik-Leidenschaft

Das Aschenputtel von heute ist weder unterwürfig noch scheu, sondern geht couragiert eigene Wege. Mit Vorliebe frönt die junge emanzipierte Frau dann auch ihrer Technik-Leidenschaft und baut an einer Maschine. „Mein Aschenputtel ist ab und an auch mal launisch und blökt ihren Prinzen so richtig an“, lacht Anne Scherliess, die das Stück nach dem Märchen der Gebrüder Grimm verfasst hat und auch selbst die Hauptrolle spielt.

Begegnung im Wald

Im Gegensatz zur altbekannten Vorlage, in der das Mädchen den Prinzen während eines Balls trifft, auf dem er sich eine Braut aussuchen soll, lernen sich beide dann auch eher durch Zufall kennen. Und zwar nicht im Schloss, sondern im Wald, wo sich der Prinz zunächst als sein Page ausgibt. „Ich bin kein klassischer Prinz. Ich sehne mich nach einem normalen Leben, in dem ich nicht wie ein Prinz behandelt werde“, verrät Artur Hieb, der erstmals bei den Festspielen mitspielt und sich dabei nicht nur in seine junge Braut, sondern auch in das „fantastische“ Kronach und die romantische Kulisse der Festung blitzverliebt hat.

Alle Plätze werden verkauft

Zur Seite steht ihm sein treuer Page (Gregor Nöllen), der mit seinem widerspenstigen Dienstherrn seine liebe Not hat und das, obwohl er doch selbst unsterblich verliebt ist. Regie führt erstmals Bernd Berleb, der dem treuen Kronacher Stammpublikum bereits als Darsteller bekannt ist, und heuer zum zweiten Mal mitwirkt. „Wir werden die Tribüne – nach heutigen Stand – voll besetzen können, also ohne Abstandsregelung. Daher werden alle 515 Plätze pro Aufführung verkauft“, informiert Tourismus-Chefin Kerstin Löw.

Beibehalten wird die gedrehte Zuschauertribüne mit Blick auf die Festung. Gespielt wird heuer auf dem neuen großen Bühnenpodest, das man dank der großzügigen Unterstützung der Oberfrankenstiftung bzw. des Bezirks Oberfrankens anschaffen konnte. Gezeigt wird „Aschenputtel“ an sieben Terminen. Es gibt noch Karten für alle Aufführungen; auch für die Premiere am 11. Juni. Zusätzlich gibt es sieben Exklusiv-Vorstellungen für Kindergärten und Grundschulen.

Termine und Tickets

Vorstellungen Premiere 11. Juni (15 Uhr), weitere Aufführungen: 18. Juni (11 Uhr), 25. Juni (15 Uhr), 3. Juli (11 Uhr), 9. Juli, 24. Juli, 7. August (jeweils 15 Uhr).

Vorverkauf auf www.rosenbergfestspiele.de, bei allen Reservix-Vorverkaufsstellen und in der Tourist-Information (Marktplatz 5, Tel. 09261-97236), Einzelticket: 14 Euro (ermäßigt: 11), Familienkarte ( zwei Erwachsene und zwei Kinder): 46 Euro.

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