Im Zuge des Jubiläums zum 150-jährigen Bestehen des Frankenwaldvereins am kommenden Wochenende in Nordhalben ist es unter anderem gelungen, den weiteren Lebenswegs des Gründers Max Joseph Seelinger zu recherchieren und ein Porträt ausfindig zu machen. Der wohl aus München stammende Königliche Notar war in den 1870er-Jahren nach Nordhalben versetzt worden. Zusammen mit anderen Honoratioren gründete er hier am 1. Januar 1876 die Sektion Frankenwald des Deutschen und Österreichischen Alpenvereins, aus der 1898 der Frankenwaldverein erwuchs.
Seelinger starb in Weiler im Allgäu
Seelingers weiterer Berufsweg führte ihn dann 1882 nach Weiler im Allgäu. Er starb dort am 12. November 1898 mit nur 50 Jahren. Er hinterließ eine ledergebundene Chronik über seine Zeit als Gründungsvorsitzender der Sektion, die heute am Sitz des Frankenwaldvereins in Naila verwahrt wird und fortgeschrieben wurde.
Darin ist auch eine Todesanzeige seiner Frau Klara (Clara) vorhanden, die als Mitinitiatorin der Vereinssektion genannt wird. Viel mehr war bislang nicht bekannt.
Geschäftsführerin Julia Rubsch aus Lindau half weiter
In Vorbereitung auf das Gründungsfest und der Erstellung einer eigenen Ortsvereins-Chronik erfolgten durch den Autor dieses Artikels verschiedene Nachforschungen bei möglichen Quellen, unter anderem bei der letzten bekannten Wirkungsstätte. Die Stadtverwaltung des heutigen Markts Weiler-Simmerberg gab die Anfrage an das Heimatkundliche Dokumentationszentrum des Landkreises Lindau weiter.
Die erste Suche ergab keinen Treffer, da zunächst die Schreibweise des Namens fehlerhaft überliefert war. Erst nach nochmaliger Rücksprache mit dem Hauptverein des Frankenwaldvereins wurde dies korrigiert. Geschäftsführerin Julia Rubsch hatte auch ein Foto der Gattin Klara Seelinger zur Verfügung.
Julia Lorenzen fand in Lindauer Archiv ein Foto
Nunmehr förderte die Leiterin des Lindauer Dokumentationszentrums, Julia Lorenzen, Unterlagen und – wie kaum noch zu hoffen gewagt – auch ein Foto des Notars aus dem Archiv zutage. Es stammt von einem Traunsteiner Fotoatelier und ist mit dem Namen versehen, also eindeutig zuordenbar, aber nicht datiert.
Außerdem wurde dort noch eine weitere Todesanzeige gefunden, die einen leicht abweichenden Wortlaut zur ersten aufweist. Mit dem Foto des ersten Vorsitzenden des Vorläufervereins können die Ausrichter nun noch ein weiteres kleines Highlight zum Jubiläum hinzufügen.
Johann Köstner wird auf einem Foto identifiziert
Auch der erste Obmann der 1903 gegründeten Nordhalbener Ortsgruppe, Lehrer Johann Köstner, wurde bei den eigenen Recherchen des Öffentlichkeitswarts auf einem Foto identifiziert und sein bislang unbekannter Vorname ausfindig gemacht. Ebenso konnten die Kronacher Nachfahren des Obmanns Heinrich Peetz (1940er-Jahre) ein Porträt für die „Ahnengalerie“ zur Verfügung stellen. Damit sind zwar alle Namen der bisherigen Obmänner bekannt, jedoch fehlen noch zwei „Gesichter“.
Die Nachforschungen werden fortgesetzt, um diese Lücken in der Chronik vielleicht noch füllen zu können. Die zum Gründungsfest erstellte Chronik der Ortsgruppe mit vielen Bildern und den neuen Portraits wird erstmals am Jubiläumswochenende in der Nordwaldhalle der Öffentlichkeit präsentiert. Das komplette Programm des Festes ist auf der Hauptvereins-Homepage zu finden. Die angekündigte Geotop-Tour am Sonntag entfällt. Weitere Infos unter frankenwaldverein.de/150-jahre-frankenwaldverein-ev.
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