Für die Kronacher Sportkegler war es ein Schock, dass die Gastwirtschaft "Zur Frischen Quelle" die letzte wettkampftaugliche Vier-Bahnen-Kegelanlage in der Stadt zusperrt. Weil die Kronacher Vereine nun ins Exil nach Kulmbach oder Gestungshausen müssen, steht ihre Zukunft auf wackligen Beinen.
Immerhin darf sich der Post-SV Kronach nun auf die Fahnen schreiben, einen Weltmeister herausgebracht zu haben. Der 22-jährige Justin Moshake spielte in der "Frischen Quelle" seine ersten Kugeln, wurde in der U14 Bayerischer Meister und Deutscher Vizemeister und wechselte nach seiner Jugendzeit 2022 zum KV Lohengrin Kulmbach. Nachdem er beim Bezirksoberligisten immer besser wurde und immer öfter Ergebnisse jenseits der 600er-Marke auf die Bahnen zauberte, verpflichtete ihn 2025 der Bundesligist TSV Breitengüßbach.
Justin Moshake schaffte den Sprung von der fünften in die erste Liga, wurde in Breitengüßbach Stammspieler, musste aber mit dem Team am letzten Spieltag in den bitteren Apfel des Abstiegs beißen. Sein persönliche Bestleistung schraubte der 22-Jährige in der abgelaufenen Saison auf 682 Holz und war mit einem Auswärtsschnitt von 622 Holz fünftbester Kegler seiner Mannschaft.
Lohn war nun die erstmalige Berufung in die deutsche U23-Nationalmannschaft. Die Trainer Axel Schondelmaier und Manuel Hopfe setzten Moshake sogar gleich in die sechsköpfige Startformation für den Mannschaftswettbewerb.
Moshake wird ausgewechselt
Doch der Shooting-Star der Bundesliga zeigte Nerven und blieb auf der ersten Bahn bei mäßigen 136 Holz stehen. Im zweiten Durchgang konnte er sich zwar leicht verbessern, wurde aber nach Wurf 56, als er bei 132 Holz stand, durch Silvan Meinunger, der von Olympia Mörfelden zu Gut Holz Zeil zurückkehrt, ersetzt. Das Duo kam letztlich auf 593 Holz.
Kurz vor dem Ende lagen die Slowaken in Führung. Doch auf den letzten Kugeln machte Raven Michel (669) den Rückstand noch wett und sicherte Deutschland die Titelverteidigung. Das Team vervollständigten Jonas Bähr (662), Fabian Zimmermann (645), Tim Radina (638) und Alex Karl (611).
Auch im Tandem durfte Moshake bei der WM ran, scheiterte aber mit seinem Partner Alex Karl schon in der 1. Runde an einem slowenischen Duo.
Zwei Medaillen nach Warmensteinach
Bei der weiblichen U23 gewann Saskia Gubitz vom SSV Warmensteinach zwei Medaillen. Im Tandem holte sie mit Selina Thiem Bronze, im Sprint Silber.














