Zugegeben, niedlich sind sie schon - obwohl sie sich scheinbar die größte Mühe geben, möglichst gefährlich auszusehen: Labubus haben große Augen und sind flauschig, aber schauen schon ein bisschen grimmig und zeigen ihre spitzen Zähne. Und: Sie scheinen die Welt gerade mächtig im Griff zu haben.
Zumindest lösen sie einen Ansturm aus, wenn sie irgendwo auftauchen: Als in Berlin der erste Labubu-Pop-Up-Store eröffnet hat, schlängelte sich die Warteschlange über mehrere Kreuzungen - einige hatten sich sogar Klappstühle mitgebracht und vor dem Laden übernachtet, um möglichst schnell in das Geschäft kommen zu können.
Labubu-Hype in Kronach angekommen: Wo sie auf dem Freischießen zu finden sind
Und jetzt haben diese Wesen auch ihren Weg nach Kronach gefunden - genauer gesagt, scheinen sie das Freischießen fest in ihren Tatzen zu halten. Zumindest kommt man an ihnen nicht vorbei - mal stehen sie in den Auslagen, mal schweben übergroße Versionen von ihnen über den Festgästen und lächeln diabolisch auf sie herunter.
Doch warum sind die Tiere überhaupt gerade so beliebt - und was muss man tun, um auf dem Freischießen eines der Wesen adoptieren zu können? Erfunden wurden Labubus von Kasing Lung, einem Illustrator für den chinesischen Spielzeughersteller Pop Mart. Er hat die Labubus für die Serie "The Monsters" erschaffen und sich dabei vor allem von Mythologie und Folklore inspirieren lassen.
Labubus: K-Pop verhilft zum Erfolg
Ihren richtigen Hype haben die Wesen erst dann erfahren, als Lisa - ein Mitglied der K-Pop-Gruppe Blackpink - in einem Interview von den Labubus geschwärmt und ihre Sammlung stolz in die Kamera gezeigt hatte. Ihre Fans haben dann natürlich auch einen Labubu haben wollen, und schon bald nicht nur sie.
Doch zurück zum Freischießen: Dort scheinen die Wesen nämlich ganz gut aufgehoben zu sein, denn auch dort geht's ganz oft darum, ein glückliches Händchen zu haben. Immerhin werden Labubus in blickdichten, versiegelten Überraschungsboxen verkauft, das heißt, so genau weiß man beim Kauf gar nicht, welcher Variante man ein neues Zuhause gibt. Und möglicherweise gelingt ja der große Wurf, wenn man sich ein seltenes oder gar "geheimes" Labubu gekauft hat.
Labubus auf dem Freischießen 2025 in Kronach: Das "Glücksspiel nach dem Glücksspiel"
Auf dem Freischießen gibt's deshalb gewissermaßen das "Glücksspiel nach dem Glücksspiel" - sprich: Zuerst wird gelost, dann kann man beim Labubu-Aussuchen ein zweites Mal sein Glück versuchen. An den Losbuden auf dem Freischießen bekommt man diese Chance mit 100 Kleingewinnen - und die gibt's garantiert, wenn man sich Lose im Wert von 20 Euro kauft, oder aber man hat schon eher Glück und holt ihn sich mit einem Großgewinn. An einer Bude kann man diesen Schritt direkt überspringen und sich einen Labubu für rund 20 Euro direkt kaufen.
Aber nicht nur über die Lose gibt's eines der grimmigen Wesen: Wer beim Ringewerfen Geschicklichkeit beweist, kann auch um einen Labubu reicher werden. Dazu muss der Ring über eines der Wesen geworfen werden. Und man kann ihn sich auch wortwörtlich angeln - beim Entenangeln wechseln Labubus für 1000 Punkte den Besitzer.
Geschicklichkeit und Glück: Nicht nur die "originalen" Labubus sind auf dem Freischießen zu finden
Zu finden sind aber nicht nur die "originalen" Labubus in den Überraschungsboxen, sondern auch Exemplare ganz aus Plüsch, und das in verschiedenen Größen. Einige Exemplare benötigen wohl einen eigenen Sitzplatz auf dem Weg nach Hause - aber zumindest kann man sich Farbe und Aussehen dann auch aussuchen.
Wer keine Lust aufs Tragen hat, kann sich auch einen Labubu holen, der ganz einfach mit nach Hause schwebt. Bei der Balloon-Factory gibt es Labubu-Folienballons, und das ist nicht selbstverständlich. "Wir sind die einzigen deutschlandweit, die diese Folienballons anbieten können", erklärt Samara Mark und strahlt dabei über das ganze Gesicht.
Kronacher Freischießen 2025: Deshalb gibt es die Labubu-Folienballons
Gemeinsam mit ihrer Mutter ist sie für die Balloon-Factory immer auf der Suche nach neuen Trends. "Meine Mama hat Labubus im Vietnam-Urlaub das erste Mal gesehen - und das schon Monate, bevor der Hype in Deutschland angekommen ist", erklärt sie.
Doch lange Zeit, um abzuwägen, ob die Wesen auch in Deutschland beliebt werden könnten, sei nicht geblieben. "Wir müssen die Ballons, mit denen wir im Sommer unterwegs sind, schon im Januar bestellen - das heißt, als wir sie geordert haben, da war der Hype definitiv noch nicht hier angekommen." Mittlerweile hätten sie und ihre Mutter aber eine Art "Näschen" dafür entwickelt: "Wenn ich einen Trend sehe, der sich auch durchsetzen wird, dann kribbelt es richtig." Den Ballon-Labubu gibt's dort übrigens für zehn Euro.
Nach Labubus: Nächster Trend schon in Sicht?
Dieses "Bauchgefühl" hat scheinbar nicht getäuscht, die Labubus sind beliebt - und das auch auf den Volksfesten der Region. Egal, an welchem Stand wir fragen: Die Labubus gehören zu den Besuchermagneten, und das Kontingent neigt sich allmählich dem Ende zu.
Und wenn alle Labubus unter die Leute gebracht sind? Naja, dann muss wohl ein anderer Kult-Charakter herhalten.
An einer Losbude gibt's zum Beispiel Tung Tung Tung Sahur, Tralalero Tralala und Ballerina Cappuccina - und wer nicht weiß, wer die schon wieder sind, kann ja noch im Internet nach einer Antwort suchen, solange die Labubus noch da sind.

















