Was für Bilder, was für ein Klang – in Neuses verwandelten die Musikvereine Johannisthal, Birnbaum und Friesen, die Blaskapelle „Edelweiß Tschirn“, die Musikkapelle Nordhalben sowie das Jugendorchester Kronach das Flößerdorf mit ihren Standkonzerten in einen klingenden Ort, bevor sie in einem Sternmarsch zur Pfarrkirche zogen. Ein schöneres Geschenk zum 100. Jubiläum hätte sich die Flößerkapelle Neuses nicht wünschen können.
Aus der Geschichte der Neuseser Musiker
1926 fanden sich elf Musiker zusammen, um in Neuses mehr als nur das traditionelle Flößerhandwerk zu pflegen. Mit der Gründung der Flößerkapelle schufen sie eine kulturelle Institution, die bis heute Bestand hat. Zu diesem geschichtsträchtigen Gründungskader gehörten Georg Seubold und Adolf Seubold ebenso wie Fritz Bayer und Georg Bayer, die gemeinsam mit Franz Erhardt, Hans Schedel und Hans Erhardt die ersten Töne des Vereins erklingen ließen. Komplettiert wurde die Runde der Pioniere durch Konrad Friedlein, Eberhard Zeis, Johann Bittruf sowie Peter Beetz.
Die musikalische Tradition in Neuses reicht aber bereits über 400 Jahre zurück. So findet sich in einer Rechnung aus dem Jahr 1617 ein Hinweis auf musizierende Neuseser: „For spielen uff Plan bey der Linden der Neussiger Musikantenschaft … 3 Gulden 10 Kreuzer danach bier getrunken for 1 fl.“ Wenngleich aus jener Zeit keine weiteren Aufzeichnungen existieren, zeigt der Fund, wie tief die Wurzeln der Blasmusik im Ort verankert sind. Zugleich verleiht er den Feierlichkeiten ganz besondere historische Bedeutung.
In Neuses einen Beweis der Kameradschaft geliefert
„In Neuses ist heute wirklich was los“, sagte der Vorsitzende des Jubelvereins, Markus Hummel, bei den Festlichkeiten zum 100. Jubiläum, als er vom etwas erhöhten Ehrenmal in die erwartungsvollen Gesichter zahlreicher Musikerkolleginnen und Musikerkollegen der Gastkapellen sowie der großen Besucherschar blickte.
„Es ist ein bewegender Anblick, Euch alle heute hier am Kirchplatz in Neuses versammelt zu sehen. Dies ist eine Demonstration für die Blasmusik und ein Beweis unserer Kameradschaft unter den Kapellen“, zeigte sich auch der Kreisvorsitzende des Nordbayerischen Musikbunds (NBMB), Alexander Klug, tief beeindruckt, als er im Namen der fast 1600 Musikerinnen und Musiker des Landkreises Kronach zum großen Jubiläum gratulierte.
Die Blasmusik sei und bleibe der kulturelle Anker der Dorfgemeinschaft. Daher freue es ihn sehr, dass die Flößerkapelle Neuses mit allen Mitgliedern und ihrem engagierten Vorstand dieses Kulturgut aufrechterhalte und über die Jahrzehnte getragen habe.
Sehr passend sei es, das 100-jährige Bestehen im Rahmen der Kirchweih zu feiern; denn was wäre eine Kirchweih ohne Blasmusik, was wäre ein Ort ohne Blasmusik? Klug appellierte: „Wollen wir alles daran setzen, unsere Blasmusik aktiv zu bewahren!“
„Ihr macht heute aus dem Flößerdorf Neuses auch ein klingendes Flößerdorf“, sagte Kronachs Bürgermeisterin Angela Hofmann. Neben der Flößerkapelle Neuses galt ihr Dank auch dem „Verein für Kulturpflege“ Neuses für die Ausrichtung der Kirchweih. Dass diese in jeglicher Beziehung ein Kulturgut sei, sehe man in diesem Jahr vor allem an den Jubiläumsfeierlichkeiten.
„Ihr seid Ehrenamt pur, ihr seid unsere Botschafter“, zeigte sich Landrat Klaus Löffler stolz auf die 47 Musikkapellen unseres Landkreises. Musik sei nicht nur Leidenschaft, sondern sie verbinde Generationen und lasse Freundschaften entstehen. Was die Dorfgemeinschaft Neuses in den vergangenen Tagen auf die Beine gestellt habe, sei einfach herausragend.
Jürgen Seubold hat viel für die Blasmusik im Kreis Kronach geleistet
Die Glückwünsche des Präsidiums des Nordbayerischen Musikbunds überbrachte Bezirksvorsitzender Thomas Kolb. Ihm war es wichtig, einem Menschen zu danken, der besonders viel für die Blasmusik in Neuses sowie im Landkreis getan habe: Jürgen Seubold.
Unter Leitung von Lukas Münzel, Mitglied im Kreisvorstand, ließ der Gemeinschafts-Chor den „Böhmischen Traum“ erklingen, während der Dirigent der Flößerkapelle Neuses, Kilian Piontek, „Wir Musikanten“ dirigierte. Auch ein Geburtstags-Ständerla für den Kreisvorsitzenden Alexander Klug durfte nicht fehlen.
Dem Gemeinschafts-Chor folgte ein Festzug zum Flößerplatz. Nachdem der Musikverein Hesselbach für Unterhaltung am Nachmittag sorgte, ließ die Gruppe „Zammgewöffelt“ den Abend gemütlich ausklingen. Zum Jubiläum erhellte zu späterer Stunde ein Feuerwerk den Neuseser Nachthimmel.
Seinen Beginn hatte der Festtag mit einer Kirchenparade, dem Kerwa-Festgottesdienst sowie dem Weißwurst-Frühschoppen genommen. Dieser wurde von den St.-Georgs-Bläsern aus Friesen umrahmt.













