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Wenn Plakate grübeln lassen
Alarm in Steinberg: Feuerwehr provoziert ein Nachdenken
Feuerwehr Steinberg
Die Steinberger Wehr will mit ihrer Kampagne bewusst provozieren. // Foto: Heike Schülein
Signet des Fränkischen Tags von Heike Schülein
Steinberg – Plakate warnen vor einem vermeintlichen Feuer - doch die Botschaft ist tiefgründiger. Steinbergs Feuerwehr kämpft gegen einen ganz anderen Brand. Das steckt hinter der Aktion.

„Steinberg brennt“ - ein provokantes Motto. Dazu sorgen seit dem vergangenen Freitag auffällige Plakate mit provokanten Slogans im Ort für Gesprächsstoff. Der Hintergrund der Aktion ist ernst.

Die Plakate rücken das Ehrenamt in den Fokus. Mit einer unkonventionellen Werbekampagne macht die Freiwillige Feuerwehr Steinberg auf den zunehmenden Personalmangel aufmerksam, der auch sie eingeholt hat. 

Auch die Feuerwehr Steinberg spürt den schleichenden Mitgliederschwund

Der schleichende Mitgliederschwund gefährdet langfristig den ehrenamtlichen Brandschutz in Steinberg. „Wir laufen Gefahr, dass uns in den nächsten Jahren die Einsatzkräfte ausgehen. Auch wenn wir unsere Aufgabe derzeit erfüllen: Ohne neue Mitglieder werden wir die Sicherheit in Steinberg und der Gemeinde Wilhelmsthal langfristig nicht mehr gewährleisten können“, erklärt Kommandant Christian Grieshammer. 

Feuerwehr Steinberg
Die Kampagne startete mit der Plakatierung im Ortsbereich. Das erste Plakat wurde am Feuerwehrhaus aufgehängt. // Foto: Heike Schülein

Die Kampagne setzt bewusst auf doppeldeutige Formulierungen, um Aufmerksamkeit zu gewinnen. Plakate mit Sprüchen wie „Das Einzige, was bei uns richtig dicht sitzt, sind unsere Atemschutzmasken“ oder „Die Einzigen, die bei uns ordentlich saufen, sind unsere Kreiselpumpen“ sorgen für Irritation – werden jedoch durch den kleingedruckten Zusatztext humorvoll aufgeklärt.

„Wir wollten eine Kampagne schaffen, die auffällt, über die gesprochen wird und die gleichzeitig mit Vorurteilen über die Freiwilligen Feuerwehren aufräumt“, sagt Rafael Zwosta, der das Konzept ausgearbeitet hat. „Trotz des lockeren Tons bleibt die Botschaft ernst: Brände und Unfälle machen keine Pause. Ohne genug Personal können wir unserer Aufgabe in der Zukunft nicht mehr nachkommen.“ 

Jeder kann bei der Feuerwehr Steinberg mitmachen

Die Feuerwehr Steinberg bietet vielfältige Möglichkeiten, sich zu engagieren. Bereits Kinder ab sechs Jahren werden in der Kinderfeuerwehr spielerisch an das Thema Feuerwehr herangeführt. Jugendliche ab zwölf Jahren lernen in der Jugendfeuerwehr erste Handgriffe, nehmen an Wettkämpfen teil und absolvieren bereits die Grundausbildung, um mit 18 Jahren voll einsatzbereit zu sein. Auch Erwachsene können jederzeit einsteigen – die modulare Truppausbildung ermöglicht eine flexible und praxisnahe Schulung, die sich gut neben Familie und Beruf bewältigen lässt.

„Wir möchten gezielt neue Mitglieder gewinnen, nicht aber andere Vereine schwächen. Die Feuerwehr ist ein Ehrenamt, das Platz für alle hat – unabhängig von Alter, Geschlecht oder Beruf. Auch wer viel um die Ohren hat, kann sich bei uns einbringen“, betont Christian Grieshammer. Die Mitgliedschaft in der Feuerwehr bringe auch persönliche Vorteile: Teamgeist, Kameradschaft und das Erlernen lebensrettender Fähigkeiten bereicherten nicht nur den Feuerwehrdienst, sondern auch das Privatleben. 

Ein Blick hinter die Kulissen der Steinberger Wehr

Interessierte, die sich zum Beispiel über die WhatsApp-Nummer anmelden, haben am 25. April sowie an einem weiteren, noch bekanntzugebenden Termin die Gelegenheit, die Feuerwehr Steinberg näher kennenzulernen. Dort werden die Möglichkeiten vorgestellt, wie man sich engagieren kann. 

Die Feuerwehr Steinberg hofft, dass die Aktion nicht nur für Gesprächsstoff sorgt, sondern vor allem motivierte Bürgerinnen und Bürger dazu bewegt, sich aktiv zu engagieren. „Jeder kann helfen. Wer Interesse hat, kann sich jederzeit über den QR-Code auf unseren Plakaten bei uns melden“, so Christian Grieshammer. 

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