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Handball macht Schule
Kronacher Gymnasiasten im Coburger Handball-Tempel
Schülerinnen des Frankenwald-Gymnasiums waren beim Zweitligaspiel des HSC Coburg live dabei und bekamen Anschauungsunterricht von den Profis.
Schülerinnen des Frankenwald-Gymnasiums waren beim Zweitligaspiel des HSC Coburg live dabei und bekamen Anschauungsunterricht von den Profis. // Phil Böger
Signet des Fränkischen Tags von Phil Böger
Kronach – 18 Schüler des Frankenwald-Gymnasiums Kronach erlebten als Teil ihres Oberstufenkurses ein spannendes Zweitligaspiel des HSC Coburg live. Sportlehrer Buga hat jetzt noch weitergehende Pläne.

So macht Schule richtig Spaß! Praktischer Anschauungsunterricht war für 18 Schülerinnen und Schüler des Frankenwald-Gymnasiums angesagt, als sie das spannende Zweitliga-Heimspiel des HSC 2000 Coburg gegen GW Minden hautnah miterleben durften. Die künftigen Abiturienten waren begeistert: „Im Unterricht lernen wir verschiedene Praktiken und Spielstrategien oder Schrittabfolgen, da war es jetzt natürlich total interessant live zu sehen, wie das bei Profis aussieht. Es war ein echt toller Abend“, schwärmt Nelly Scherbel.

Die 17-Jährige saß mit ihren Klassenkameradinnen und Kameraden in der vierten und fünften Reihe auf der Haupttribüne in der stimmungsgewaltigen HUK-Coburg Arena. Also „Mittendrin statt nur dabei“ – und das Spiel war bis in die „Crunchtime“ spannend. Dass die gastgebenden „Gelb-Schwarzen“ am Ende gegen den favorisierten Tabellenzweiten und Aufstiegskandidaten aus Minden knapp mit 28:30 unterlagen, tat der Stimmung bei der Kronacher Oberstufe keinen Abbruch.

Trotz Niederlage: Die HSC-Profis Florian Billek, Fabian Apfel und Jakob Knauer (von links) bedankten sich bei den Fans für die tolle Unterstützung.
Trotz Niederlage: Die HSC-Profis Florian Billek, Fabian Apfel und Jakob Knauer (von links) bedankten sich bei den Fans für die tolle Unterstützung. // Uwe Gick

„Ich fand es voll interessant, mal eine andere Sportart auf diesem hohen Niveau live zu sehen. Normalerweise kennt man ja nur Fußball, in der Schule vielleicht noch Volleyball oder Völkerball. Aber Handball schaut man eher selten. Es war super, das so zu sehen. Was wir in der Theorie lernen, wurde in Coburg in der Praxis unter Profibedingungen überragend umgesetzt“, bilanziert Lea Deuerling, die von der Atmosphäre, von der Spannung und der Stimmung in der mit 1857 Zuschauern gut besuchten Arena total angetan war.

Eine außergewöhnliche Initiative

Diese außergewöhnliche Initiative hatte Sportlehrer Sebastian Buga geplant und organisiert: „Unsere Schüler wählen für die 12. und 13. Klasse ein Handlungsfeld im Sportunterricht aus, also sie dürfen sich auf eine bestimmte Sportart spezialisieren. Und unser Handballkurs in der Oberstufe ist schon von Anfang an mit sehr viel Engagement bei der Sache, obwohl es im Landkreis Kronach nur noch die Kronacher Turnerschaft gibt, die diese Sportart anbietet.“

Nach den Worten Bugas gibt es tatsächlich einige Handballer am Frankenwald-Gymnasium, die überwiegend in Coburg, Weidhausen oder in Lichtenfels in Vereinen aktiv spielen. „Schade, dass es bei uns im Landkreis eher schlecht aussieht, aber vielleicht ändert sich das ja wieder“, hofft der Sportlehrer.

Buga war es in erster Linie wichtig, dass die Jugendlichen sehen, welche Faszination Handball auslösen kann und welch schnelle und intensive Sportart das überhaupt ist. „Das erlebte Level“ – auf dem die Profis am Samstagabend performten – „wird wohl sicher keiner meiner Schützlinge erreichen“, schmunzelt Buga.

Petra Höpp,  Fachschaftsleiterin Sport am Frankenwald-Gymnasium Kronach: „Nicht nur für die Mädchen und Jungs unserer Schule war das Zweitligaspiel eine tolle Erfahrung, auch ich war begeistert von diesem Event.“
Petra Höpp, Fachschaftsleiterin Sport am Frankenwald-Gymnasium Kronach: „Nicht nur für die Mädchen und Jungs unserer Schule war das Zweitligaspiel eine tolle Erfahrung, auch ich war begeistert von diesem Event.“ // Phil Böger

Aber darum ging es ihm und Petra Höpp, der Fachschaftsleiterin Sport am Frankenwald-Gymnasium, bei diesem Schulausflug ja auch gar nicht.

Offensive und Defensive des HSC 2000 Coburg unter der Lupe

Ganz ohne Aufgabe verlief der Abend für die Kronacher Schülerinnen und Schüler dann aber doch nicht, denn während ein Teil der Gruppe das Angriffsverhalten der Coburger analysieren musste, wurde der andere damit beauftragt, die intensive Kreisarbeit in der Defensive genau zu beobachten. Im Unterricht wurden die Erfahrungen dann ausgewertet.

Und noch ganz andere Dinge sorgten für Gesprächsstoff: Dass fast jeder Profi Harz an den Seiten seiner Handballschuhe hatte, war vielen Schülern und Schülerinnen neu. Immer wieder wurde an die Schuhe gelangt, damit die Finger besser haften und der Ball gut gegriffen werden kann.

Buga ist froh über die Unterstützung des HSC Coburg. HSC-Geschäftsführer Jan Gorr war sofort begeistert gewesen von der Idee Bugas und hatte den Oberstufenkurs mit Lehrern zu diesem außergewöhnlichen Punktspiel eingeladen. Außergewöhnlich auch deshalb, weil es ein „Inklusionsspieltag“ war.

Etwas, dem sich der HSC seit vielen Jahren verschrieben hat: „Das ist in der Tat ein sehr wichtiges Thema. Wir haben uns angestrengt, ein gutes Konzept zu entwickeln, bieten regelmäßig ein Training an, wo Kinder mit unterschiedlichen motorischen und kognitiven Fähigkeiten zusammen spielen und lernen können. Für uns war das ein noch fehlender Baustein in einer ganzen Reihe von sozialen Projekten. Das Inklusionstraining ist dahingehend eine richtig tolle Geschichte,“ erklärt Gorr.

Training mit Profis des HSC Coburg in Kronach geplant

Überhaupt arbeite der Klub sehr eng mit Schulen zusammen. Der HSC hat nämlich auch ein großes Interesse an der Nachwuchsförderung und hofft so, immer wieder junge Talente aus der Region für seine Jugendmannschaften zu gewinnen. „Jan Gorr hat uns sogar in Aussicht gestellt, dass Profis aus seiner 1. Mannschaft einmal bei uns im Frankenwald-Gymnasium vorbeischauen und ein Training mit dem Abitur-Jahrgang durchführen. Das wäre natürlich klasse, vielleicht finden wir einen Termin“, plant der engagierte Sportlehrer Buga bereits die nächste außergewöhnliche Schulstunde für seine Abiturienten – denn Schule soll ja Spaß machen!

Nach der Schlusssirene in der HUK-Coburg Arena stellten sich die Schüler des Frankenwald-Gymnasiums im Tor auf dem blauen Bundesliga-Boden mit HSC-Maskottchen „Vestus“ zu einem Erinnerungsfoto; mit dabei Petra Höpp, Fachschaftsleiterin Sport (Zwei...
Nach der Schlusssirene in der HUK-Coburg Arena stellten sich die Schüler des Frankenwald-Gymnasiums im Tor auf dem blauen Bundesliga-Boden mit HSC-Maskottchen „Vestus“ zu einem Erinnerungsfoto; mit dabei Petra Höpp, Fachschaftsleiterin Sport (Zweite von links) und Sportlehrer Sebastian Buga (rechts). // Phil Böger

Der Besuch in der Vestestadt bleibt den Abiturienten jedenfalls in bester Erinnerung, natürlich durfte ein abschließenden Erinnerungsfoto mit dem HSC-Maskottchen „Vestus“ direkt auf der blauen Bundesliga-„Platte“ nicht fehlen.

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