Schutzkonzept
Den Tätern keinen Raum geben
Dunkle Wolken über der katholischen Kirche, die sich mit sexueller Gewalt und Missbrauch auseinandersetzen muss.
Dunkle Wolken über der katholischen Kirche, die sich mit sexueller Gewalt und Missbrauch auseinandersetzen muss.
Symbolbild: Friso Gentsch/dpa
F-Signet von Karl-Heinz Hofmann Fränkischer Tag
Teuschnitz – Der Seelsorgebereich Frankenwald hat einen Plan, wie sexualisierte Gewalt verhindert werden soll.

„Miteinander achtsam leben!“ Unter dieser Prämisse erstellte der katholische Seelsorgebereich (SSB) Frankenwald ein „Schutzkonzept zur Prävention sexualisierter Gewalt“. Dieses soll eine Kultur der Achtsamkeit etablieren und somit ermutigen, alle Formen von Gewalt, Unterdrückung und Missbrauch zu verhindern. Es geht um Schutz möglicher Opfer, aber auch um Abschreckung für potenzielle Täter und Aufklärung. Dazu stehen mehrere Ansprechpartner in der Region vor Ort und im Ordinariat zur Verfügung. Das Konzept wird den Gemeinden am Wochenende in den Kirchen vorgestellt.

Detlef Pötzl, leitender Pfarrer im SSB Frankenwald, hat in den vergangenen Monaten in Zusammenarbeit mit Mitgliedern des Pastoralteams, des Seelsorgebereichsrates und einer Arbeitsgruppe von Ehrenamtlichen aus verschiedenen Arbeitsbereichen katholischer Kirchengemeinden ein Schutzkonzept erarbeitet.

Dieses Schutzkonzept zur Prävention sexualisierter Gewalt wurde am 11. November 2022 durch die zuständigen Stellen im Erzbischöflichen Ordinariat Bamberg genehmigt und in Kraft gesetzt.

Eine Kultur der Achtsamkeit etablieren

„Es ist unser Anliegen, vertrauensvoll und verantwortungsbewusst miteinander umzugehen. Dabei erkennen wir, dass es notwendig ist, eine Kultur der Achtsamkeit zu etablieren und alle Formen von Gewalt, Unterdrückung und Missbrauch zu unterbinden“, so Pfarrer Pötzl. „Schmerzlich mussten wir erkennen, dass es auch im kirchlichen Raum Grenzverletzungen, sexuelle Gewalt, schwere Verbrechen und Missbrauch gab. Daher wollen wir auf allen Ebenen dafür Sorge tragen, dass wir aufmerksam, verantwortungsbewusst und entschlossen dazu beitragen, Missstände zu beseitigen, unangemessenes Verhalten zu unterbinden und erlittenes Unrecht aufzuarbeiten.“

Das gemeinsam erarbeitete Schutzkonzept solle dazu beitragen, Gefährdungspotenziale im kirchlichen Raum zu erkennen und zu beseitigen, Handlungsstrategien für einen achtsamen Umgang miteinander zu entwerfen und Sicherheit im Fall der Konfrontation mit unklaren Situationen zu gewinnen. Das Schutzkonzept solle sensibilisieren, informieren und Fragen beantworten und damit ein wichtiger Baustein in der Aus- und Fortbildung aller haupt- und ehrenamtlicher Mitarbeitenden werden.

Pfarrer Pötzl: „Wir wollen weiterhin mit gutem Gewissen sagen können: Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind kompetent und wir tun alles, um potenziellen Täterinnen und Tätern keinen Raum zu geben. Grundvoraussetzungen dafür sind Offenheit und Vertrauen. Wenn Menschen sich öffnen und Vertrauen wagen, machen sie sich verletzlich. Damit diese Verletzlichkeit nicht von Einzelnen ausgenutzt werden kann, braucht es klare Regeln. Kirchliche Räume müssen sichere und attraktive Orte für alle Menschen sein.“

Vorreiter im Erzbistum

Das Schutzkonzept soll ein erster Schritt und neuer Weg hin zu mehr Sicherheit sein. Die entsprechenden Gremien hätten sich wochenlang mit der Ausarbeitung beschäftigt und auch den Mut aufgebracht, eine Art Vorreiter mit im Erzbistum Bamberg zu sein.

In den kommenden Wochen werden dazu Informationsveranstaltungen und Schulungen mit den Mitgliedern der kirchlichen Gremien, Pfarrgemeinderäte und Kirchenverwaltungen, stattfinden. Außerdem werden haupt- und ehrenamtlich Aktive in diese Schulungen eingebunden.

Nähere Informationen sind auf der Homepage www.seelsorgebereich-frankenwald.de zu lesen. Weitere gedruckte Exemplare, Flyer und Broschüren liegen in den Kirchen am Schriftenstand auf beziehungsweise sind im zuständigen Pfarrbüro erhältlich.

Das Schutzkonzept zur Prävention sexualisierter Gewalt müsse auch immer weiterentwickelt werden und sich in der Praxis bewähren. Für Rückmeldungen, Anregungen und konstruktive Kritik seien die Verfasser dankbar, so Detlef Pötzl Auf jeden Fall solle man sofort handeln und nicht ein Problem verschieben, daher böten sich verschiedene Ansprechmöglichkeiten.

An wen wende ich mich?

Wer mit sexualisierter Gewalt konfrontiert ist, kann sich an die Verantwortlichen der Pfarrei wenden. Auch stehen Ansprechpartner des SSB jederzeit zur Verfügung. Darüber hinaus gibt es folgende Ansprechpartner:

- Koordinierungsstelle zur Prävention sexualisierter Gewalt des Erzbistums, Telefon 0951/868862, praevention@erzbistum-bamberg.de.

- Notruf bei sexualisierter Gewalt: Marlies Fischer unter 0951/ 9868730, notruf@skf-bamberg.de oder

- Rechtsanwältin Eva Hastenteufel- Knörr unter 0951/ 40735525, eva.hastenteufel@kanzlei-hastenteufel.de.

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