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Pächter-Rückzug
Schützenhaus droht Zapfenstreich
Faschingspartys, Hochzeiten, Feiern: Im Festsaal des Kronacher Schützenhauses ist normalerweise viel los. Doch jetzt wollen die Wirtinnen aufhören.
Faschingspartys, Hochzeiten, Feiern: Im Festsaal des Kronacher Schützenhauses ist normalerweise viel los. Doch jetzt wollen die Wirtinnen aufhören. // Sandra Hackenberg
Kronach – Die Wirtinnen wollen raus – und stellen Verpächter Gampertbräu vor ein großes Problem: Wer soll die Veranstaltungen künftig bewirten?

Im größten Veranstaltungsraum der Stadt, dem Schützenhaus, droht ein Vakuum: Die Wirtinnen um Sandra Wenzig, die Gastronomie und Events an der Ludwigstädter Straße durchführen, überraschten die Gampertbräu als Verpächter mit ihrem Kündigungswunsch – zumal die Weißenbrunner Brauerei noch nichts von den Damen selbst gehört hat.

„Sie haben sich nicht bei uns gemeldet, aber wir haben mitbekommen, dass sie aufhören wollen. Das finden wir sehr schade“, sagt Anette Höfner, die mit Christian Höfner die Brauerei führt.

Die Pacht-Tradition wird fortgesetzt

Seit vielen Jahren tritt Gampertbräu als Pächter des Schützenhauses auf, das Unternehmen ist eng mit der Kronacher Schützengesellschaft verwoben. „Uns ist das Haus sehr wichtig, wir haben zu den Schützen gute Beziehungen. Im Schützenhaus sind wir Pächter, seit ich denken kann. Das bleibt auch so. Wir werden Lösungen für die Veranstaltungen finden“, sagt Höfner.

Nachfolger zu finden ist für beide Seiten ungemein wichtig. Denn sobald die Wirtinnen ihren Posten im Schützenhaus aufgeben, fehlt das Personal, das Hochzeiten, Festen und Gästen der Wirtschaft kulinarisch begleitet.

„Wir sind im Austausch mit den Schützen und haben unsere Fühler nach möglichen Nachfolgern ausgestreckt. Klar ist aber, dass die Suche nicht leicht wird“, sagt Höfner.

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Der Festsaal als Alleinstellungsmerkmal

Die Bedeutung des Schützenhauses für Kronach macht Bürgermeisterin Angela Hofmann (CSU) deutlich: „Der Schützenhaussaal ist der einzige große Versammlungsraum, der für Delegiertenabende, Musikveranstaltungen und Faschingsveranstaltungen gleichermaßen geeignet ist und leicht erreichbar ist.“

Sie bedauere, dass die Wirtinnen aufhören wollen und hofft, das Schützengesellschaft und Gamperbräu möglichst schnell einen Nachfolger finden.

Über die Hintergründe des Rückzugs der Wirtinnen ist noch relativ wenig bekannt. Die Wirtinnen um Sandra Wenzig möchten sich zum Thema nicht äußern, ebenso wenig der Schützenverein selbst.

Es fehlen Events – und Servicekräfte

Wahrscheinlich spiele die Corona-Pandemie aber eine Rolle, sagt Kerstin Bär, stellvertretende Kreisvorsitzende des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbands (Dehoga): „Ich weiß noch nichts vom Rückzugswunsch der Wirtinnen. Aber verständlich wäre es, schließlich fehlten ihnen Veranstaltungen wie das Schützenfest sehr.“

Neben abgesagten Großveranstaltungen und fehlenden Partys kann sich Bär aber vor allem den Mangel an Abrufkräften als Grund vorstellen. „Es ist das große Problem der Gastronomie. Durch Corona haben sich viele Aushilfskräfte andere, krisenfeste Jobs gesucht. Viele wollen nicht mehr kellnern“, sagt sie.

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Weil Wenzig und ihre Mitstreiterinnen sich jedoch bedeckt halten, entstehen Spekulationen. Wie geht es weiter? Fallen mögliche geplante Veranstaltungen im Winter und Frühjahr aus?

Gampertbräu befürchtet lange Suche

„Wir wissen noch wenig. Bisher hatten wir immer Unterpächter, diese Situation ist neu für uns. Klar ist, dass wir uns um das Thema kümmern müssen. Die Veranstaltungen können wir nicht durchführen, wir sind eine Brauerei. Daher brauchen wir einen Unterpächter“, sagt Anette Höfner.

Es ist anzunehmen, dass ob der anspruchsvollen Aufgabe im Schützenhaus potenzielle Kandidaten lieber vorsichtig sind. Zu groß scheint die Gefahr, bei steigender Inzidenz und Veranstaltungsverboten ebenfalls in Bedrängnis zu geraten.

Höfner weiß um das Problem: „Wenn wir einmal Pächter gesucht haben, ging das meistens schnell. Das wird jetzt sicherlich nicht so leicht gehen, Corona macht es uns schwer“, betont sie.

Während erste Gespräche mit potenziellen Kandidaten bereits laufen, hält Höfner wenig davon, die Stadt mit ins Boot zu holen. „Ich wüsste nicht, wie man uns dort helfen könnte“, sagt sie.

Stattdessen konzentriere man sich auf das Nachfolger-Casting. Wann diese anfangen würden, steht indes in den Sternen: Eine Kündigungsfrist, die einen Ausstieg der Wirtinnen Ende September möglich gemacht hätte, ließen die Damen verstreichen.

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