Pfarrer Hans Thurn kann nicht sagen, dass die katholische Stadtkirchgemeinde gerade vom Glück verfolgt ist. Erst die Probleme mit zu viel Schwingung im Glockenturm im vergangenen Jahr (wir berichteten), dann zuletzt Schwierigkeiten mit der elektronischen Glockensteuerung und den Wasserleitungen. Und nun ließ die Vorsehung noch eine Naturgewalt auf das Gotteshaus niedersausen.
Der Blitzeinschlag am Mittwochabend, gegen 23 Uhr verformte die sogenannte Helmstange, die den Zwiebelturm von St. Bartholomäus im Moment nach oben hin abschließt (Kreuz und Wetterhahn fehlen nach Sanierung des Glockenturms noch). Aber nicht nur.
Lautsprecheranlage und Orgelmotor kaputt
Der Blitz für auch ins Innere der Kirche, legte vieles lahm, was mit Strom betrieben wird. Pfarrer Thurn nennt die Lautsprecheranlage und den Motor der Orgel. Auch der Kamin der Kirche sei beschädigt.
Die Schäden an der Elektrik reichen aber bis ins benachbarte Pfarrheim, wo die Strom ausfiel und damit der Internetserver nicht arbeiten konnte. „Im Pfarrbüro ist keine Telefonie möglich", sagte Diakon Kim Sell auf Anfrage am Freitagmittag. Wer ein Anliegen habe, solle es bei folgenden Telefonnummern versuchen: 0170/5233571 (Hans Thurn) oder 0179/1190739 (Kim Sell).
Schaden im mittleren fünfstelligen Bereich
Am Freitag versuchten die Kirchenverantwortlichen gemeinsam mit Experten noch, die einzelnen Systeme wieder zum Laufen zu bekommen. Pfarrer Thurn schätzt den durch den Blitzeinschlag entstandenen Schaden auf einen „mittleren fünfstelligen Bereich".
Da nach dem Naturereignis auch ein paar Holzteile zu Boden gefallen waren, wurde auch das Umfeld der Stadtpfarrkirche vorsorglich gesperrt. Man könne ja nie wissen, ob nicht doch mehr Elemente des gesamten Glockenturm herunterkommen.
Versicherung zahlt hoffentlich
Der Geistliche ist zuversichtlich, dass dadurch nicht noch mehr finanzielle Belastung auf die arg gebeutelte Kirchgemeinde zukommt. Man habe den Schaden der Versicherung gemeldet und setze natürlich darauf, dass diese zahlt. auch hofft er, dass die Schäden durch den Blitzeinschlag in drei bis fünf Wochen beseitigt sind.
Dass das Nichtaufsetzen des Turmkreuzes und insbesondere das Fehlen des Wetterhahn für das Durchschlagen bis ins Innere von Kirche und Pfarrbüro zumindest mitverantwortlich sind, kann sich Thurn nicht vorstellen. Bekanntlich ist der alte Wetterhahn so renovierungsbedürftig, dass er vorerst nicht wieder als krönender Abschluss der Kirchturmspitze aufgesetzt wurde. Die Kirchgemeinde kann sich einen neuen Hahn momentan finanziell nicht leisten.
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