Von einer neben dem Zwiebelturm in circa 50 Metern Höhe schwebenden Kabine aus machten sich Arbeiter an der Spitze zu schaffen. Sie holten erst den Wetterhahn, dann das Turmkreuz und die Kugel nach unten. Später folgte eine Metallabdeckung, die den Turmstuhl vor eindringender Nässe schützen sollte. Doch wozu das alles?
Verkehrssicherung: Handeln nötig
Karlheinz Schmitt von der Kirchenverwaltung beobachtete die Arbeiten von unten. Laut dem ehemaligen Stadtrat und früheren Mitarbeiter der Verwaltungsgemeinschaft erfolgen sie aus Gründen der Verkehrssicherheit.
Soll heißen: Es ist nicht ausgeschlossen, dass die genannten Teile abbrechen und herunterfallen. Dass der gesamten Glockenturm einstürzt – damit muss laut Schmitt aber nicht gerechnet werden. Die Maßnahme sei mit der Diözese in Würzburg abgesprochen.
Verdacht: Geläut bringt Turmkreuz ins Wanken
Der 52 Meter hohe Turm von St. Bartholomäus bereitet den Kirchenverantwortlichen seit längerem Kopfzerbrechen. Im Frühjahr geriet das große Läutwerk mit seinen vier Glocken in Verdacht, das Turmkreuz ins Wanken zu bringen. Ab Ostern war der Haupteingang der Stadtkirche für mehrere Wochen mit Trassierband abgesperrt; Gläubige gelangten über zwei Seiteneingänge ins Gotteshaus (wir berichteten).
Das große Läuten um 6, 12 und 18 Uhr sowie zu besonderen Anlässen wurde untersagt. Fortan schlug von St. Bartholomäus nur noch die Stunde. Durch leichtes Anschlagen vibrieren die Glocken nur, geraten nicht in Bewegung.
Drohnenflug ergab keine akute Gefahr
Untersuchungen, unter anderem per Drohnenflug, ergaben, dass keine unmittelbare Gefahr droht. Deswegen wurde die Sperrung des Haupteingangs nach dem Stadtfest im Juni wieder aufgehoben. Bistumssprecher Bernhard Schweßinger verwies im Juli auf weitere Begutachtungen mittels Kran. Die nun stattfanden.
Am Montagvormittag war auch Statiker Philipp Kimmelmann vor Ort. Er begutachtete die Kirchturmspitze und die unter der Blechabdeckung verborgene Konstruktion. Unten vermaß er Turmkreuz, Kugel und Wetterhahn. In ein paar Tagen kann er Genaueres sagen.
Geläut muss weiter stillstehen
Soviel weiß Karlheinz Schmitt aber jetzt schon: Das große Geläut muss weiter schweigen. Denn die Metallplatten und deren Verschraubungen in der hölzernen Turmkonstruktion sind marode. Ausdauerndes Läuten würde die Lage verschlechtern.
Es läuft wohl auf eine Sanierung der oberen Turmzwiebel hinaus. Karlheinz Schmitt schildert das weitere Vorgehen: schriftlichen Bericht des Statikers abwarten, Gespräche mit der Diözese über eine Förderung führen, handeln.
Spendenaktion für neuen Wetterhahn?
Höchstwahrscheinlich müssen auch Spenden her. Aus Eigenmitteln kann die Kirchenverwaltung die Sanierung nicht stemmen. Und ein neuer Wetterhahn würde wohl nicht bezuschusst werden. Der jetzige stammt von 1957 und ist augenscheinlich durchgerostet.
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