Nach mindestens zehn Jahren Besprechungen, Meetings, Planänderungen, Kostenreduzierungen soll im September tatsächlich der Rückbau der Mottener Kirche St. Bartholomäus erfolgen.
Kirchenpfleger Michael Mahr war seit Beginn mit dem Thema befasst und kennt jeden Schritt, der seit dem ersten Gedanken an den Rückbau gemacht wurde. 2012 regte die Kirchenverwaltung schon an, die „überdimensionierte“ Kirche rückzubauen und stieß auf offene Ohren bei dem damaligen Gebietsbetreuer der Diözese.
Im fränkischen Stil
Hohe Heizkosten und Mängel in der Bausubstanz waren ebenfalls gewichtige Gründe. Dem Beschluss der Kirchenstiftung 2014 folgte die Planungsphase.
2016 hatte Architekt Friedrich Staib mit dem Modell eines verkleinerten Gotteshauses im fränkischen Stil überzeugt, das die ursprüngliche Größe der Kirche von 1880 als Grundlage hat.
Mehrfache Verzögerung
Seitdem wurde es scheinbar still um die Sache, obwohl die Kirchenverwaltung intensiv mit Gesprächen und Terminen mit den verschiedenen Kommissionen der Diözese Würzburg beschäftigt war. Aufgrund einiger personeller Veränderungen in den verschiedenen Fachabteilungen im Bischöflichen Ordinariat kam es mehrfach zu Verzögerungen.
Wie 2021 heißt es dieses Jahr erneut, dass der Rückbau bevorsteht, doch nicht wenige glauben dies erst, wenn die Bagger vor der Kirchenpforte stehen.
Michael Mahr jedoch ist sich sicher, hat doch die Diözesan-Finanzkommission nach all den Jahren ein definitives „Go“ bestätigt. Aus dem Bistum heißt es: „Die Baumaßnahme wurde vor Beginn des Baumoratoriums stiftungsrechtlich genehmigt“ und ist weiterhin gültig.
Letzter Gottesdienst am 30. Juli 2023
Auch Pfarrer Hans Thurn hat es bereits öffentlich gemacht: Am 30. Juli findet der letzte Gottesdienst um 14.30 Uhr in der Kirche St. Bartholomäus statt. Dann werden die Reliquien entnommen und damit die Kirche „entweiht“, berichtet Michael Mahr.
Im Anschluss laden das Gemeindeteam und die Kirchenverwaltung Motten zum gemütlichen Beisammensein mit Kaffee, Kuchen, Bratwurst und Getränken auf dem Kirchplatz ein.
So viel wie möglich von der Mottener Kirche behalten
Im August werden die Mitglieder der Kirchenverwaltung sich an den Ausbau und die Einlagerung verschiedener Gegenstände aus der Kirche machen. „Wir wollen so viel wie möglich behalten“, sagt Michael Mahr. Die Orgel wird veräußert und durch eine gebrauchte „Torhaus-Orgel“ aus Würzburg ersetzt. Die Sakristei wird komplett neu eingerichtet.
Ambo, Taufbecken und Tabernakel allerdings werden in der neuen Kirche unterkommen, ebenso wie die Kreuzweg-Bilder und ein Teil der Kirchenbänke, die allerdings aufbereitet werden müssen. Nicht nur aus Kostengründen werden alte Gegenstände die neue Kirche zieren, auch rufen sie in vielen Mottenern Erinnerungen wach.
Freuen werden sich viele, dass auch die Mauer mit dem Glasbildnis „Blutende Herz Mariens“ erhalten bleiben soll. Für Michael Mahr „ist es gut, dass es so ist. Das Bildnis ist Teil unserer alten Kirche“.
Stück für Stück wird demontiert
Auch der Kirchenturm bleibt stehen, er ist denkmalgeschützt. Daher heißt es: „Bei den Abriss- und Bauarbeiten muss sehr behutsam vorgegangen werden“, so die Diözese Würzburg. Die Demontage werde Stück für Stück erfolgen, Erschütterungen sollen natürlich vermieden werden.
Nach dem Abriss im September/Oktober, so sieht es der Zeitplan vor, ruht die Baustelle über den Winter. Im Frühjahr kommenden Jahres soll es mit der Errichtung des Rohbaus losgehen, die Fertigstellung der neuen Kirche ist für Pfingsten 2025 vorgesehen.
Noch teurer als zunächst gedacht
Konnten die Kosten von ursprünglich veranschlagten 3,2 Millionen Euro mit einem abgespeckten Plan auf 2,5 Millionen gedrückt werden, wird es nun noch teurer: Die allgemeinen Preissteigerungen im Bausektor erhöhen die Baukosten auf 3,85 Millionen Euro. Die Finanzierung trägt die Kirche, die Kirchenstiftung muss einen bislang nicht genau bezifferten Eigenanteil in Höhe von voraussichtlich 210.000 Euro stemmen.
Die Erweiterung
1965 hatte die damalige Kirchenverwaltung nach den Plänen von Architekt Emil Mai eine Erweiterung und einen Teilneubau der 1880 errichteten Pfarrkirche beschlossen. Nach knapp einjähriger Bauphase wurde das Gotteshaus 1966 von Bischof Dr. Josef Stangl eingeweiht. Die Baukosten beliefen sich damals auf 542.000 Mark
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