Die Glocken der Pfarrkirche St. Bartholomäus in Bad Brückenau – sie läuten seit Wochen nicht mehr. Zumindest nicht ausgiebig um 6, 12 und 18 Uhr und zu besonderen Gelegenheiten wie Hochzeiten oder Beerdigungen. Die einzelne Stunde wird noch geschlagen. Was steckt dahinter?
Laut Pfarrer Hans Thurn gerät das Kreuz auf dem Kirchturm ins Schwanken, wenn alle vier Glocken geläutet werden. Das habe bereits im Frühjahr ein Glockenfachmann zufällig entdeckt.
Haupteingang sicherheitshalber abgesperrt
Daraufhin habe man das Bau- und Kunstreferat der Diözese in Würzburg informiert und ab Ostern den Haupteingang der Kirche für mehrere Wochen mit Trassierband abgesperrt. „Die Gläubigen gelangten über zwei Seiteneingänge in die Kirche“, so Thurn. Das „große“ Läuten sei sicherheitshalber eingestellt worden.
Bernhard Schweßinger, Pressesprecher der Diözese, bestätigt auf Anfrage diesen Hergang im Wesentlichen. Fachleute hätten den Glockenstuhl anschließend näher untersucht, führt er weiter aus. Außenaufnahmen vom Turm seien mittels Drohne durchgeführt worden. „Es wurde festgestellt, dass keine aktuell drohende Gefahr besteht.“
Überprüfung mit Kran soll mehr Klarheit bringen
Folglich wurde die Absperrung vor dem Haupteingang nach dem Stadtfest Ende Juni wieder aufgehoben. Um das Ergebnis der Drohnenuntersuchung sicherzustellen, wird laut Schweßinger ein Kran errichtet, von dem aus ein Fachmann den Zustand des Turmkreuzes direkt in Augenschein nehmen kann.
Reparaturkosten um die 3.000 Euro?
Pfarrer Thurn rechnet nun mit Reparaturkosten „im 3.000-Euro-Bereich“. Die Diözese habe eine Beteiligung von 20 Prozent in Aussicht gestellt; den Rest müsse wohl die Kirchenverwaltung von St. Bartholomäus tragen.
Bernhard Schweßinger bestätigt diese Angaben auf Anfrage nicht. Er verweist auf die noch ausstehenden Untersuchungen am Turmkreuz per Kran.
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